E-Befischung im Eisenteich

 In Forstamt Grünenplan, Regionale Presseregion Mitte

E-Befischung im Eisenteich

(Duingen) Das Projekt „Fließgewässerentwicklung der Saale oberhalb von Wallensen“ im Bereich des Forstamts Grünenplan nimmt Fahrt auf und die ersten Maßnahmen sind bereits gelaufen. Im Zuge dessen wurde durch den Anglerverband Niedersachsen, den Leineverband und durch tatkräftige Unterstützung des Angelvereins Alfeld Leine, der Stillgewässerabschnitt „Eisenteich“ elektrisch abgefischt. Die entnommenen Fische wurden in den Weinberger See umgesetzt. Die vorgesehene Verfüllung des Eisenteichs, welcher durch die Saale durchflossen wird, macht diese Maßnahme notwendig.

Seit gut drei Monaten laufen die Arbeiten an der Saale auf Hochtouren und das ursprüngliche Bild entlang der Saale verändert sich allmählich.

Fabian Kober, Projektleiter vom Leineverband, erläutert die geplanten Veränderungen: „Im Bereich des Eisenteichs erfolgt eine Geländeauffüllung mit dem Boden, der bei der Gestaltung der Aue und des neuen Gewässerabschnitts anfällt. Das Gelände wird anschließend, so modelliert, dass sich ein ökologisch besonders wertvolles wechselfeuchtes Biotop bildet. Unterhalb des Auenniveaus sind zudem kleinere Senken vorgesehen, die als permanente oder temporäre Kleingewässer fungieren. Der neue Gewässerlauf der Saale wird in den Randbereich des ehemaligen Stillgewässerabschnitts gelegt und als naturnaher Mittelgebirgsbach gestaltet“, erklärt der Umweltingenieur.

Die im Gewässer vorkommenden Fische gilt es somit erst einmal zu retten. Durch die Expertise des Fischereibiologen Andreas Maday fand im Eisenteich jüngst die erste elektrische Befischung statt: „Insgesamt wurden 355 Individuen aus acht Fischarten gefangen. Neben fünf Cyprinidenarten (Karpfenartigen), nämlich Moderlieschen, Rotfeder, Rotauge, Schleie und Bitterling, konnten wir auch Flussbarsche, Hechte und Aale bergen“, erklärt der Biologe. Mit der ökologischen Umgestaltung der Saale in einen naturnahen Verlauf ist zukünftig mit einer Besiedlung durch strömungsliebende Arten mit hohem Sauerstoffbedarf, wie der bedrohten Groppe oder der Bachforelle zu rechnen.

Die Elektrofischerei ist fischschonend, da die Fische nur kurzzeitig dem Strom ausgesetzt sind und umgehend aus dem Wasser gehoben werden. Der Elektrofischer muss jedoch vorsichtig agieren, damit nicht bereits betäubte Tiere zu viel Strom abbekommen. Häufig zeigen die Tiere dabei eine sog. „Galvanotaxis“ (Bewegungen in Richtung Anodenkescher), sodass sie leichter geborgen werden können.

„Gefischt wurde mit einem Elektrofischereigerät mit 7 kW Leistung, welches durch ein Benzinaggregat betrieben wird. Zum Fang wurde Gleichstrom mit einer Spannung von ca. 400 V eingesetzt. Zwischen dem Anodenkescher und der Kupferkathode entsteht, durch die Stromfreigabe mittels Fußpedal (sog. „Totmanntasters“), ein elektrisches Feld, welches die Tiere in einem effektiven Radius von ca. 2 m betäubt“, erklärt Maday, welcher zusammen mit dem FÖJler Konrad Willschütz in einem kleinen Schlauchboot den Eisenteich abfährt.

Die Fische wurden nach dem Fang in großen, mit Wasser gefüllten Wannen gehältert und durch die Mitglieder des Angelvereins Alfeld protokolliert und in den Weinberger See gesetzt.

„Durch das Renaturierungs- und Hochwasserschutzprojekt an der Saale verändern wir das bisherige Landschaftsbild und die Sekundärbiotope, die sich seit dem Ende des Bodenabbaus im Weenzer Bruch entwickelt haben, schon deutlich. Daher ist es mir wichtig, alle Eingriffe auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen und die Folgen für Flora und Fauna abzumildern. Ich bin den Anglern und dem Leineverband deshalb sehr dankbar für ihren Einsatz, um den Fischen ein neues, sicheres Zuhause zu geben.“ Sagt Forstamtsleiterin Christine Knust.

„Anfang Dezember werden wir eine zweite Befischung durchführen, um zu gewährleisten, dass wir möglichst alle Fische aus dem Gewässer geholt haben. Weitere Baumaßnahmen werden schon in Kürze stattfinden“, erklärt Kober abschließend.

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