Volkswagen AG und Niedersächsischen Landesforsten beginnen Projekt im Barnbruch

 In Forstamt Wolfenbüttel, Regionale Presseregion Mitte

Kombinierter Natur- und Klimaschutz vor den Toren Wolfsburgs

 (Wolfsburg/Braunschweig) Die Volkswagen AG und die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) setzen in den kommenden Jahren im Barnbruch ein gemeinsames Projekt zur Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts, für Biodiversität und den Klimaschutz um. Ziel ist die Entwicklung eines entwässerten, zuvor bewirtschafteten Waldes zu einem Feuchtwald mit seinen ursprünglichen Funktionen. Damit wird die bisherige Zusammenarbeit im Bereich der Eingriffskompensation um einen zusätzlichen freiwilligen Baustein erweitert. Zum Projektauftakt am 13.11.2021 begannen 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkswagen AG unter fachkundiger Anleitung von NLF-Landschaftsökolog/innen und NLF-Förster/innen im Rahmen eines Aktionstages mit praktischen Arbeiten im Projektgebiet Barnbruch.

 Volkswagen Produktions- und Logistikvorstand Christian Vollmer betonte am Aktionstag: „Der Schutz des Klimas und der Erhalt der Biodiversität sind fest in unserem Umweltleitbild verankert. Volkswagen engagiert sich seit vielen Jahren weltweit in unterschiedlichen Projekten für den Erhalt der Biodiversität. Dazu zählen Aufforstungs- und Renaturierungsprojekte, Artenschutzmaßnahmen oder der Schutz von Ressourcen wie Wasser. Das Projekt im Barnbruch bietet uns und den beteiligten Kolleginnen und Kollegen sehr konkrete und anfassbare Erfahrungen im angewandten Naturschutz und in der Erhaltung dieses wichtigen Ökotops. Mit diesem Projekt in direkter Umgebung unseres Stammwerkes leisten wir in der Region Niedersachsen, als umweltbewusste Menschen in der Gesellschaft und als Unternehmen auf unserem Way to Zero einen wichtigen Beitrag. Ich hoffe auf noch viele weitere solcher Aktionen und danke den Niedersächsischen Landesforsten für das gemeinsame Engagement.“

Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, zeigt sich erfreut über die Kooperation: „Wir sind froh, mit der Volkswagen AG einen starken Partner an unserer Seite zu haben, dem selbst an zusammenhängenden Lösungen für Wasser-, Klima- und Naturschutz gelegen ist, und der uns die weitere, ökologisch wertvolle Entwicklung des Barnbruchs über die gesetzlichen Vorgaben hinaus ermöglicht. Danken werden uns dies aber vor allem unsere Kinder und Enkel, die sich auch unter zukünftig geänderten Klimabedingungen an den vielfältigen ökologischen Leistungen des Barnbruchs erfreuen können.“ Die Landesforsten hatten im Barnbruch bereits Naturschutzkonzepte und Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt, die nun durch das weiterführende Engagement von Volkswagen und durch die Unterstützung von Volkswagen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vom Stammsitz Wolfsburg erweitert werden.

Dem Aktionstag, der bei den Beschäftigten der Volkswagen AG auf reges Interesse stieß, waren detaillierte Analysen und Planungen der Landesforsten vorausgegangen. „Der Barnbruch steht exemplarisch für viele Wald- und Naturschutzgebiete insbesondere in Deutschland, die durch die Vorboten des Klimawandels stark in Mitleidenschaft gezogen sind. Betrachtet man diese Gebiete auf Landschaftsebene, wird deutlich, dass Wasser eine immer zentralere Bedeutung für eine robuste Funktionsfähigkeit von Ökosystemen im Klimastress einnehmen wird. Primäres Ziel ist es daher, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen“, erläutert Dr. Hauskeller, Abteilungsleiter Wald und Umwelt von den NLF. „Dies sorgt nicht nur dafür, dass die Lebensräume der für den Barnbruch typischen Tier- und Pflanzenarten dauerhaft erhalten bleiben. Durch die Wiedervernässung sorgen wir auch dafür, dass die hohen Kohlenstoffvorräte in den Moor-Böden gespeichert bleiben und nicht in die Atmosphäre gelangen“.

Der Wasserhaushalt mit seinen ökologischen Wechselwirkungen bildete thematisch den Schwerpunkt des ersten Aktionstages, der mit dem fachgerechten Verfüllen von Entwässerungsgräben auch praktische Arbeiten nicht vermissen ließ. Die 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkswagen AG, sämtlich in Gummistiefeln angereist und mit dem nötigen Arbeitsgerät ausgestattet, halfen gerne mit. Über die Laufzeit des Projektes von insgesamt drei Jahren sind weitere Walderlebnistage und Exkursionen geplant. Die kommenden Aktionstage sollen sich Wechselwirkungen in verschiedenen Natur- und Ökosystemen in den Niedersächsischen Landesforsten verbunden mit praktischen Einsätzen widmen. Dabei sollen beispielsweise auch die gesundheitsfördernden Wirkungen thematisiert werden.

 

Hintergrund

Barnbruch

Der Barnbruch im Aller-Urstromtal ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, das vielen vom Aussterben bedrohten Vogel-, Amphibien- und Insektenarten Lebensraum bietet. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war das Gebiet als Auenwald von regelmäßigen Überflutungen der Aller geprägt. Heute ist sein Wasserhaushalt durch großflächige Landschaftsentwässerung im gesamten Allertal beeinträchtigt. Der Barnbruch liegt zwischen den Städten Wolfsburg und Gifhorn und besteht aus einem geschlossenen Waldgebiet von rund 1.500 ha Fläche mit umgebenden Wiesen und Weiden. Das Niederungsgebiet liegt je zur Hälfte auf Wolfsburger Stadtgebiet und im Landkreis Gifhorn. Der Barnbruch ist neben dem rund 15 km östlich gelegenen Drömling das ökologisch wertvollste Niederungsgebiet im Oberlauf der Aller. Herausforderungen für den Schutz dieser ehemaligen Feuchtgebiete in Zeiten des Klimawandels erfordern zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes.

 

Die Niedersächsischen Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bewirtschaften als öffentliches Unternehmen rund ein Drittel des Waldes in Niedersachsen (330.000 Hektar). Maßgeblich für die naturnahe Bewirtschaftung des Landeswaldes ist das „LÖWE-Programm“, dessen 13 Grundsätze zur „Langfristigen ökologischen Waldentwicklung“ die Arbeit der 24 Forstämter der Landesforsten in ganz Niedersachsen bestimmen. Ziel der naturnahen Bewirtschaftung und Pflege ist es, stabile, leistungsfähige und gesunde Mischwälder zu entwickeln, die nachhaltig bewirtschaftet werden können. Neben der forstlichen Bewirtschaftung nehmen die Niedersächsischen Landesforsten wichtige Aufgaben im Rahmen des Naturschutzes, der Entwicklung ökologischer Dienstleistungen, der Erholungssicherung und der Umweltbildung wahr. Der derzeit größten ökologischen Herausforderung – dem Klimawandel-begegnen die NLF mit neuen Wald-Anbauverfahren und mit der Entwicklung landschaftsökologischer Maßnahmenbündel. Mit mehr Wasser-Rückhalt, stabilisierter Biodiversität und wiedervernäßten Böden stärken wir auch die regionalen ökologischen Grundlagen künftigen Wohlstands in Niedersachsen Als größter außerschulischer Lernstandort unterhalten die NLF zehn Waldpädagogikzentren und sieben Walderlebniseinrichtungen.

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