Waldpflege im Benzer Sunder

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsisches Forstamt Rotenburg erntet Nadelholz und pflegt den Wald

(Walsrode) In der Revierförsterei Ahlden werden voraussichtlich ab Mitte Dezember Waldpflegearbeiten mithilfe einer Holzerntemaschine beginnen. Ein besonderer Schwerpunkt der forstlichen Maßnahmen liegt dabei im Forstort Benzer Sunder. Das Waldgebiet grenzt südlich an die Stadt Walsrode und erstreckt sich bis zur Ortschaft Benzen. Der Benzer Sunder wird sehr gerne von Wanderern, Joggern, Fahrradfahrern und anderen Naturliebhabern aufgesucht.

Abgesperrte Waldwege dürfen wegen fallender Bäume und Kronenteile während der Erntearbeiten auf keinen Fall betreten werden, hier besteht Lebensgefahr. Das Forstamt Rotenburg bittet um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen bei den gewohnten Waldbesuchen. Voraussichtlich werden die Arbeiten Anfang Januar abgeschlossen sein.

Gerd Jülke, Revierleiter der Försterei Ahlden, erläutert: „Auch den Philosophenweg, den beliebten Wanderweg im Sunder, müssen wir kurzzeitig sperren, wenn hier ab Mitte Dezember Motorsägen und Forstmaschinen im Einsatz sind. Von Zeit zu Zeit müssen selbst in stadtnahen Erholungswäldern Pflege- und Holzerntearbeiten durchgeführt werden. Durch die gezielte Entnahme einzelner Bäume oder Baumgruppen fördere ich das Wachstum der verbleibenden Bäume. Die Bäume entwickeln größere Kronen, sind damit stabiler und vitaler und können sich besser gegen äußere Einflüsse wehren. Gleichzeitig entnehme ich einzelne instabile Bäume entlang der Wege, hier insbesondere auch am Philosophenweg. Die besonders geschützten Quell- und naturnahen Bachbereiche der Böhme bleiben dabei weitgehend unberührt. Lediglich nicht standortgerechte Nadelbäume werden wir in den Randbereichen der wertvollen Feuchtbiotope zurücknehmen“.

Die Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaften ihre Wälder nach den Grundsätzen der langfristigen ökologischen Waldentwicklung – kurz „LÖWE“ genannt. Dabei ist es wichtig, die anstehenden Holzerntearbeiten mit den Naturschutzaspekten, den Freizeitinteressen der Bevölkerung und den Nutzungsbelangen der Waldbesitzer in Einklang zu bringen.

„Grundsätzlich werden alle Pflege- und Holzerntearbeiten in Übereinstimmung mit der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes durchgeführt. Bei aller Umsicht und Vorsicht werden sich aber vorübergehende Schäden an einzelnen Wegen nicht vollständig verhindern lassen. Auf unsere Waldbesucher wird der Wald nach den Arbeiten zeitweilig unordentlich wirken. Kronenholz und einige Bäume bleiben im Wald liegen, um den ökologisch wertvollen Totholzanteil weiter zu erhöhen und den Nährstoffkreislauf zu gewährleisten“, wirbt Gerd Jülke um Verständnis.

Hintergrund: Ein Teil des Benzer Sunder ist Bestandteil des europaweiten Natura 2000  Programms der Europäischen Gemeinschaft; darin sind  in einige Bereiche als Flora-, Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet „Böhme“ ausgewiesen. Ein FFH-Gebiet ist ein europäisches Schutzgebiet. Schutz, Entwicklung und Nutzung des Gebietes richten sich nach einem speziellen Entwicklungsplan. An der Erstellung des Entwicklungsplanes waren neben den Niedersächsischen Landesforsten, die Naturschutzbehörde des Landkreises Heidekreis und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beteiligt. Pflegehiebe zur Sicherung der FFH-Lebensraumtypen finden im Benzer Sunder etwa zweimal im Jahrzehnt statt, wobei dabei weniger Holz entnommen wird als in diesem Zeitraum zuwächst. Vorwiegend werden hier nicht standortgerechte Fichten gefällt.

Beitragsbild: Abgesperrte Waldwege dürfen wegen fallender Bäume und Kronenteile während der Erntearbeiten auf keinen Fall betreten werden, hier besteht Lebensgefahr (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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