Freiwilliges Ökologisches Jahr bei den Niedersächsischen Landesforsten

 In Forstamt Oerrel, Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost, WPZ Ostheide

Das Waldpädagogikzentrum Ostheide bietet in den Forstämtern Unterlüß und Oerrel in diesem Jahr drei jungen Leuten die Möglichkeit tiefe forstliche und waldpädagogische Einblicke zu erhalten

(Munster / Unterlüß) Die zu den Niedersächsischen Landesforsten gehörenden Forstämter Unterlüß und Oerrel sind mit ihrem Waldpädagogikzentrum Ostheide (WPZ) anerkannte Einsatzstellen für TeilnehmerInnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Das WPZ Ostheide betreibt die Häuser Siedenholz in Unterlüß und Oerrel in Munster-Oerrel. Hier können Schulklassen und Jugendgruppen für mehrere Tage oder Wochen untergebracht werden, um ihnen so eine intensive Beschäftigung mit waldbezogenen Themen zu ermöglichen.

Die FÖJ-Stellen im Forstamt Oerrel sind seit 1995 sehr begehrt. „Fast jedes Jahr konnten wir jährlich sogar zwei FÖJ-Stellen besetzen. So haben bisher insgesamt 50 TeilnehmerInnen unsere waldpädagogische Arbeit im Haus Oerrel unterstützt“, erklärt Meike Habermann, Försterin und Leiterin des Mehrtagesbetriebes im Waldpädagogikzentrums Ostheide. Jobst Böttger, Leiter vom Haus Siedenholz ergänzt: „Wir hatten bis 2011 regelmäßig jedes Jahr einen /eine TeilnehmerIn am FÖJ, leider mussten wir aus organisatorischen Gründen für einige Jahre aussetzen. Ab diesem Jahr wollen wir aber wieder eine FÖJ-Stelle besetzen. Der Arbeitsschwerpunkt liegt genau wie in Oerrel im Bereich der Umweltbildung zum Thema Waldökologie und Forstwirtschaft. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Mitbetreuung von Schulklassen im Jugendwaldeinsatz, die Mitwirkung bzw. teilweise eigenständige Organisation von Walderlebnisangeboten und viele weitere spannende Tätigkeiten“.

Die beiden aktuellen FÖJ-lerInnen im Haus Oerrel, Pia Wessels und David Pfeil betonen gemeinsam nach einem halben Jahr Erfahrung im FÖJ: „Wir interessieren uns beide sehr für den Klimaschutz und für Umweltthemen. Das FÖJ ist für uns die ideale Kombination, um über die Waldpädagogik den Umgang mit Jugendlichen zu lernen. Außerdem können wir uns hier für die Umwelt einsetzen und nebenbei beruflich orientieren. Im Waldpädagogikzentrum erfahren wir viel über die Umweltbildung, darüber hinaus gibt es im Forstamt für uns aber auch die Möglichkeit über den Tellerrand hinauszublicken. In den anderen Funktionsstellen und den Revierförstereien des Forstamtes bekommen wir Einblicke in die ganze Bandbreite der forstlichen Aufgaben. Das alles ist sehr spannend für uns.“

Neben den Aufgaben in den Einsatzstellen sind im FÖJ-Jahr fünf Seminare integriert, welche von der Norddeutschen Naturschutzakademie organisiert werden. Darüber hinaus haben die TeilnehmerInnen am FÖJ die Aufgabe, während ihres Einsatzes eine Projektarbeit umzusetzen. Meike Habermann ergänzt: „Außerdem sind Pia und David an dem Projekt Peer-Leader-International e.V. beteiligt. Peer-Leader-International ist ein internationales Jugendprojekt. In dem Peer-Leader Projekt sollen sich die FÖJ- TeilnehmerInnen mit den Themen rund um die 17 festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen beschäftigen. Derzeit sind rund 200 Peer-Leader in zehn Ländern aktiv. Pia und David wirken ausgerechnet in einem ukrainischen Projekt mit und werden nun durch ihre Kontakte direkt mit der traurigen Realität des Krieges konfrontiert.“

Hintergrund: Im Januar ist das Bewerbungsverfahren für den kommenden FÖJ-Jahrgang 2022/23 gestartet. Landesweit sind 325 Plätze zu vergeben: von den ostfriesischen Inseln über die Heide bis zum Harz, von der Göhrde bis ins Emsland. Als Einsatzstelle neu dabei ist unter anderem das zu den Niedersächsischen Landesforsten gehörende Wisentgehege in Springe. Insgesamt beteiligen sich mit 233 Einsatzstellen so viele wie nie zuvor. Das Freiwillige Ökologische Jahr ist in Niedersachsen eine Einrichtung des Umweltministeriums. Über die Arbeit in den Einsatzstellen hinaus werden fünf Wochenseminare zu umwelt- und gesellschaftlichen Themen ausgerichtet.

Bei den Niedersächsischen Landesforsten bieten landesweit zwölf Einrichtungen je ein bis zwei FÖJ-Stellen vornehmlich im waldpädagogischen Bereich an – https://www.landesforsten.de/wir/karriere/foej/. Alle FÖJ-Teilnehmer sind sozialversichert und erhalten ein monatliches Taschengeld. Wenn Unterbringung und Verpflegung nicht gegeben ist, gibt es ein etwas höheres Taschengeld.

Wer sich bewerben möchte, hat immer noch gute Chancen. Alle wichtigen Informationen rund um das FÖJ und zur Bewerbung finden sich auf der Website der Naturschutzakademie, dem Träger des FÖJ in Niedersachsen: https://www.nna.niedersachsen.de/foej/

Beitragsbild: Von links: Meike Habermann, Pia Wessels, David Pfeil und Jobst Böttger vor dem Haus Siedenholz im Wald bei Unterlüß; einer der beiden zum Waldpädagogikzentrum Ostheide gehörenden Einsatzstellen für das Freiwillige Ökologisches Jahr (Fotos: Niedersächsische Landesforsten / Sierk)

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