Sicherheit hat Vorrang – Beseitigung der Sturmfolgen im Wald

 In Forstamt Göhrde, Forstamt Harsefeld, Forstamt Oerrel, Forstamt Rotenburg, Forstamt Sellhorn, Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) und Niedersächsische Landesforsten (NLF) wollen Unfälle bei der Holzernte vermeiden

(Sellhorn / Nord-Ost Niedersachsen) Die drei Stürme „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ haben vom 16. bis 21. Februar 2022 in den Wäldern Niedersachsens erhebliche Schäden angerichtet. Allein im Niedersächsischen Forstamt Sellhorn sind schätzungsweise 130.000 Kubikmeter Holz durch die heftigen Windböen angefallen. In den sechs Forstämtern im Nord-Osten Niedersachsens, in den Forstämtern Sellhorn, Oerrel, Göhrde, Harsefeld, Rotenburg und Unterlüß, sind es zusammen sogar fast eine halbe Million Kubikmeter Holz.

Die Zeit drängt, Holz ist ein verderblicher Rohstoff und bei der Fichte droht eine Massenvermehrung der Borkenkäfer, wenn das Fichtenholz nicht bis Mitte Juni aus dem Wald abtransportiert wurde. Trotzdem gilt der Grundsatz: Sicherheit hat Vorrang!

Die Aufarbeitung der angeschobenen, umgestürzten, teilweise miteinander verkeilten und unter Spannung stehenden Bäume zu verkaufsfähigen Holzsortimenten ist eine besonders unfallträchtige Tätigkeit für Forstwirte und Waldarbeiter. Die Bäume liegen stellenweise in unübersichtlichen Verhauen; wie Mikado-Stäbchen, übereinander und können sich beim Abtrennen des Stammes vom Wurzelstock plötzlich unkontrollierbar und heftig bewegen und dabei den jeweiligen Bediener an der Motorsäge gefährden. Um schwere Unfälle zu vermeiden, soll das Abtrennen der Bäume vom Wurzelteller möglichst durch Holzerntemaschinen wie dem Harvester erfolgen. Wo das nicht möglich ist, sollen Bagger mit angebauten Greifern oder Forstspezialschlepper mit Seilwinden Forstwirte bei der Motorsägenarbeit unterstützen. Die Maschinen sollen die unter Spannung stehenden Bäume beim Trennschnitt festhalten, sozusagen arretieren, damit ein Zurückschnellen des Stammes verhindert wird. Auf keinen Fall dürften ungeübte Personen ohne Forstwirtausbildung und ohne Erfahrung in Windwurfbeständen solches Sturmholz aufarbeiten.

Paul Ueckermann, Sachgebietsleiter für Waldarbeit und Forsttechnik in der Betriebsleitung der Niedersächsischen Landesforsten, will keine „Freizeit-Säger“ im Wald antreffen: „Im Bereich der Niedersächsischen Landesforsten sind nur professionelle Arbeitskräfte im Einsatz, das sind die eigenen bei uns angestellten Forstwirte und von uns beauftragte auf den Holzeinschlag spezialisierte forstwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen“.

Die in Sellhorn eingesetzten forstwirtschaftlichen Dienstleister wurden Anfang Mai unangemeldet durch Christian Lüschow, technischer Aufsichtsbeamter der SVLFG, den zuständigen Förstern des Forstamtes sowie der Betriebsleitung der Landesforsten besucht. Es wurde die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und der ordnungsgemäße Zustand der technischen Ausstattung überprüft. Alle Beteiligten wissen um die Gefahren, die derzeit in den Wäldern lauern. Daher werden regelmäßig solche unangekündigten Bereisungen direkt an den Arbeitsorten in den Wäldern durchgeführt.

Ueckermann und Lüschow erklären: „Leider kommt es besonders bei der Sturmholzaufarbeitung immer wieder zu Unfällen mit schwer verletzten und sogar getöteten Waldarbeitern. Daher ist es unser Ziel, dass wir gemeinsam besser und sicherer werden“. Auch Privatwaldbesitzer sollten sich für die Beseitigung der Sturmschäden im Wald professionelle Unterstützung durch Forstunternehmer holen.

Bei der durchgeführten Sicherheitsbereisung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen, die persönliche Schutzausrüstung, die Sägen und Maschinen sowie das eingesetzte Zubehör, wie die Seile, gelegt. Christian Lüschow und Paul Ueckermann attestierten im Anschluss an die Überprüfung nur relativ geringe Mängel, die von den Unternehmern umgehend beseitigt wurden.

Beitragsbild: Die Aufarbeitung der angeschobenen, umgestürzten, teilweise miteinander verkeilten und unter Spannung stehenden Bäume zu verkaufsfähigen Holzsortimenten ist eine besonders unfallträchtige Tätigkeit für Forstwirte und Waldarbeiter (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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