Hügelgräberpfad Uhlenbusch

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

„Old Tablers 106 Walsrode“ sanieren Hügelgräberpfad im Uhlenbusch und betreiben aktive Kulturdenkmalpflege

(Walsrode) In dem kleinen, zu den Niedersächsischen Landesforsten gehörenden, südlich von Walsrode gelegenen Forstort Uhlenbusch befinden sich viele bronzezeitliche Hügelgräber. Allein entlang des Hügelträgerpfades im Süden des Waldstückes finden sich 24 dieser Grabhügel. Die meisten Hügelgräber Norddeutschlands stammen aus der Bronzezeit. Allerdings errichtete man auch schon vor über 7.000 Jahren zur Jungsteinzeit Grabhügel. Diese Sitte hielt sich bis ins Mittelalter.

Dirk Hering, ehrenamtlicher Denkmalpfleger im Heidekreis, ist ganz begeistert von diesem Gräberfeld: „Diese Kulturdenkmäler sind ein Stück konservierter Heimatgeschichte. Sie müssen unbedingt erhalten werden. Entlang des Hügelträgerpfades sind jetzt wieder einige sichtbar für die Öffentlichkeit. Viele dieser Grabhügel sind im Wald verborgen, der Wald hat sie über die Jahrhunderte regelrecht behütet. Allerdings können starke Bäume mit ihren Wurzeln hier auch Schäden anrichten“.

Gerd Jülke, Leiter der zuständigen Revierförsterei Ahlden, ist sich seiner besonderen Verantwortung für dieses kulturelle Erbe bewusst, denn gemäß dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes sind Kulturdenkmäler zu pflegen, vor Gefährdung zu schützen und wenn nötig instand zu setzen. Ende März dieses Jahres bekam er diesbezüglich unerwartete Hilfe von der Vereinigung „Old Tablers 106 Walsrode“, die sich satzungsgemäß unter anderem dem Dienst an der Allgemeinheit verpflichtet haben.

Lutz Kulenkampff, pensionierter Forstmann und Mitglied bei den „Old Tablers“ Walsrode hatte die Idee den Hügelgräberpfad zu reaktivieren, er erklärt: „Für die Umsetzung des Projektes habe ich beim Forstamt Rotenburg offene Türen eingerannt, aber zusätzlich musste ich noch weitere denkmalschutzrechtlich erforderliche Genehmigungen einholen, bevor wir mit unseren Mitgliedern tätig werden konnten“.  Bei einem Arbeitseinsatz Ende März dieses Jahres wurde der zugewachsene Hügelgräberpfad wieder freigeschnitten, einzelne Hügelgräber wurden vom Baumbewuchs befreit und wieder sichtbar gemacht. Außerdem wurden an exponierten Stellen zwei neue rustikale Eichenbänke und ein Erläuterungsschild aufgestellt. „Der Hügelgräberpfad war in die Jahre gekommen, jetzt lädt er seine Besucher wieder zum Verweilen und Spazierengehen ein“, freut sich Revierförster Gerd Jülke und bedankt sich bei den „Old Tablers“ für die Initiative.

Hintergrund:

Die runden Grabhügel besitzen Durchmesser von etwa 10 Metern und Höhen von einem Meter. Ein typisches Hügelgrab der Bronzezeit wurde außen von einem Steinkreis umgrenzt. In der Mitte barg ein Baumsarg den Leichnam samt Beigaben. Später setzte man oberflächennah Urnen bei, sog. Nachbestattungen. Bestattungsbräuche zeigen die kulturellen Einstellungen zu Tod und Leben. Die aufwendig errichteten Hügelgräber bezeugen sicherlich eine Verehrung der Toten und Verbindung über Generationen. Begräbnisstätten bildeten für unsere Vorfahren wohl heilige Orte.

Die meisten Hügelgräber enthalten Beigaben, die auf ein Leben im Jenseits hindeuten, wie Nahrung in Tongefäßen, Gebrauchsgegenstände oder Schmuck bei Frauen und Waffen bei Männern. Urnen bergen dagegen eher spärliche Beigaben, vielfach nur Bruchstücke oder als geschmolzenes Metall. Die Gräber wurden leider vielfach ausgeraubt, erkennbar an trichterförmigen Eingrabungen in der Hügelkuppe.

Große Schätze enthalten die Grabhügel nicht, sie besitzen aber großen kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Wert. Hügelgräber sind als Kulturdenkmale gesetzlich geschützt. Nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz sind Kulturdenkmale in Stand zu halten, zu pflegen und zu schützen.

Beitragsbild: Von links: Dirk Hering, Lutz Kulenkampff und Gerd Jülke auf einer der beiden neu errichteten rustikalen Bänke. Von der Bank aus hat man freie Sicht auf einen der freigestellten Grabhügel.  (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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