Nachwuchs für den Wald

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Ausbildungsbeginn im Forstamt Rotenburg – zwei neue angehende Forstwirte

(Rotenburg) Iljas Conrad (17) und Thies Riebesehl (19) freuen sich auf ihre Ausbildung zum Forstwirt im Forstamt Rotenburg, einem von 15 Ausbildungsforstämtern der Niedersächsischen Landesforsten. Am Montag, dem 01. August, pünktlich um 07:00 Uhr begann für die beiden angehenden Forstwirte in der Ausbildungswerkstatt in Rotenburg ihr dreijähriges praktisches und theoretisches Lernen im und über den Wald.

Iljas Conrad stammt aus Wohlsdorf, einer kleinen, zu Scheeßel gehörenden Ortschaft. Er ist auf einem kleinen Resthof mit eigenem Wald aufgewachsen. Von Kindesbeinen an war er gemeinsam mit seinem Vater im Wald unterwegs, um Brennholz zu machen; sein Großvater hat bei ihm das Interesse an der Jagd geweckt. Er überlegt nun, ob er neben seinen Hobbys, dem Angeln und seinem Engagement in der freiwilligen Feuerwehr auch noch den Jagdschein machen soll, oder ob er das lieber bis nach der Ausbildung verschiebt.

Schulbegleitend absolvierte Iljas zwei Praktika, das Erste bei einer Firma für Forsttechnik und sein zweites Praktikum machte er im Forstamt Rotenburg. Er hat bereits früh für sich entdeckt, dass ihm das Arbeiten in und mit der Natur viel Freude bereitet.  „Ich bin einfach jemand, der draußen sein muss, ich freue mich sehr, dass es nach meinem Hauptschulabschluss problemlos mit der Lehrstelle im heimatnahen Forstamt Rotenburg geklappt hat“, erzählt Iljas Conrad.

Thies Riebesehl (19) ist in Fintel aufgewachsen. Durch seinen Vater, einen Tischler, hat er schon früh den faszinierenden Rohstoff Holz kennengelernt und gerne damit gearbeitet. Sein Bruder, der Forstwirt gelernt hat und als Maschinenführer tätig ist, hat dann aber die Weichen dafür gestellt, dass Thies sich mehr für den Lebensraum Wald, unter anderem als Rohstofflieferanten, interessiert.  „Nach einem Praktikum im Forstamt Sellhorn stand mein Berufswunsch insofern fest, dass ich im Wald arbeiten will. Ob als Forstwirt oder Förster war mir noch nicht klar. Nach meinem Realschulabschluss habe ich erst einmal die Fachhochschulreife Forst in Ebstorf erworben, um später eventuell Forstwirtschaft zu studieren. Im schulbegleitenden Praktikum im Forstamt Rotenburg habe ich dann aber gemerkt, dass mir die praktische Arbeit als Forstwirt viel besser gefällt. Schließlich habe ich mit der abgeschlossenen Forstwirtlehre später, viele Möglichkeiten mich beruflich weiterzuentwickeln“, freut sich Thies Riebesehl erst einmal auf seine beginnende Ausbildungszeit.

Ausgebildet werden die angehenden Forstwirte im Forstamt Rotenburg durch den erfahrenen Forstwirtschaftsmeister Peter Landig. Landig erklärt seinen neuen Auszubildenden: „Sie haben sich für eine vielfältige, spannende Ausbildung in einem zukunftsträchtigen, aber auch sehr fordernden Beruf entschieden. Ihre Berufsaussichten sind gut, das heißt, wer bei uns eine Ausbildung macht, hat nach erfolgreichem Abschluss sehr gute Chancen übernommen zu werden. Der Arbeitsplatz ‚Wald‘ benötigt gut ausgebildete Fachleute für die optimale Bewirtschaftung dieses komplexen und sensiblen Ökosystems“.

Für 2023 bieten die Landesforsten wieder dreißig Ausbildungsplätze für den Forstwirt-Beruf an. Bewerbungen müssen bis Mitte Oktober 2022 vorliegen. Voraussichtlich Ende November finden dann die eintägigen Auswahlverfahren statt.

Hintergrund: In der dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt werden die jungen Leute im Forstbetrieb theoretisch und praktisch in die Arbeit eines Forstwirts, vom Pflanzen und Schützen junger Bäume bis hin zur Holzernte eingewiesen. Der Beruf erfordert nicht nur Kenntnisse über den Aufbau des Waldes und der darin vorkommenden Arten, sondern ebenso über den Betrieb und die Unterhaltung von Forstmaschinen, wie der Motorsäge und weiterer Maschinen und Geräte. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit und gesundheitsschonende Arbeitsverfahren gelegt.

Die Praxis wird ergänzt durch jährlich zehn Wochen überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum bei Seesen am Harz. Dort wird auch die Ausbildung an Forstgeräten und Maschinen vertieft. So gehören die Arbeit mit dem Forstschlepper und erste Ausbildungsschritte an krangeführten Holzerntemaschinen mit zum Programm. Regelmäßig fahren Auszubildende im Rahmen des europäischen Leonardo-Austauschprogramms zum Beispiel nach Skandinavien. Bei guten Voraussetzungen kann man eine sechsmonatige Ausbildung zum Forstmaschinenführer in die Ausbildung integrieren.

In den 14 Ausbildungsrevieren der Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 30 Auszubildende für den Forstwirt-Beruf eingestellt. Im Nordosten gibt es gut ausgestattete Ausbildungsreviere mit abwechslungsreichen Wäldern in den Forstämtern Harsefeld, Göhrde, Oerrel und Rotenburg.

Die Berufsaussichten bei den Landesforsten sind hervorragend. So wurden in diesem Jahr 22 Forstwirte übernommen. Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Fortbildung zum Forstmaschinenführer oder zum Forstwirtschaftsmeister. Darüber hinaus kann man sich in der Baumpflege und im Baumklettern beruflich weiterentwickeln. Auch als praktische Grundlage für ein anschließendes Forststudium wird die Forstwirt-Ausbildung genutzt.

Die Landesforsten selbst bieten jährlich ein umfangreiches Seminarprogramm zur laufenden Fortbildung für alle Mitarbeiter an.

Beitragsbild: (von links) Thies Riebesehl und Iljas Conrad sind die beiden neuen Auszubildenden zum Forstwirt im Forstamt Rotenburg (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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