Nachwuchs für den Wald

 In Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

Forstamt Oerrel begrüßt zwei neue Auszubildende

 (Oerrel / Oechtringen) Phil Schilling (19) und Lennart Woitas (19) freuen sich auf ihre Ausbildung zum Forstwirt im Forstamt Oerrel, einem von 14 Ausbildungsforstämtern der Niedersächsischen Landesforsten. Am Montag, dem 01. August, pünktlich um 07:00 Uhr begann für die beiden angehenden Forstwirte in der Ausbildungswerkstatt in Oechtringen ihr dreijähriges praktisches und theoretisches Lernen im und über den Wald.

Phil Schilling stammt aus Schönewörde, im Landkreis Gifhorn. Von Kindesbeinen an war er gemeinsam mit seinem Großvater im Wald unterwegs, um Brennholz zu machen. Er hat bereits früh für sich entdeckt, dass ihm das Arbeiten in und mit der Natur viel Freude bereitet.  „Ich bin in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen, das hat mich geprägt. Ich bin einfach jemand, der draußen sein muss und körperlich arbeiten möchte. Daher habe ich bereits seit drei Jahren nebenher gerne bei einem kleinen Unternehmen geholfen, welches Problembaumfällungen und andere gärtnerische und forstliche Dienstleistungen anbietet. Deshalb habe ich bereits einen Motorsägen-Grundkurs bei der DEULA absolvieren dürfen“, freut sich Phil Schilling nun auf den Beginn seiner Lehrzeit in den Oerreler Wäldern.

Lennart Woitas (19) ist in Schneeren / Neustadt am Rübenberge aufgewachsen. Durch seinen Bruder, der als Forstwirtschaftsmeister im Forstamt Nienburg tätig ist, hat Lennart Woitas den Arbeitsplatz Wald bereits gut kennengelernt. „Das Interesse am Lebensraum Wald ist bei mir durch gemeinsame Familienurlaube in einer Hütte inmitten der Natur Südschwedens bereits früh gewachsen. Um die Zusammenhänge in der Natur noch besser kennenzulernen, habe ich mit 16 den Jugendjagdschein gemacht und nach zwei Zukunftstagen im Forstamt Nienburg stand mein Berufswunsch schließlich fest, ich will im Wald arbeiten“ erklärt Lennart Woitas seine Motive für die Berufswahl: Forstwirt.

Ausgebildet werden die angehenden Forstwirte im Forstamt Oerrel durch den erfahrenen Forstwirtschaftsmeister Karsten Talg. Talg wird zurzeit vertreten durch Arne Neu, der ebenfalls als Forstwirtschaftsmeister im Forstamt Oerrel tätig ist. Arne Neu erklärt den neuen Auszubildenden: „Sie haben sich für eine vielfältige, spannende Ausbildung in einem zukunftsträchtigen, aber auch sehr fordernden Beruf entschieden. Ihre Berufsaussichten sind gut, das heißt, wer bei uns eine Ausbildung macht, hat nach erfolgreichem Abschluss hervorragende Chancen übernommen zu werden. Der Arbeitsplatz ‚Wald‘ benötigt gut ausgebildete Fachleute für die optimale Bewirtschaftung dieses komplexen und sensiblen Ökosystems“.

Für 2023 bieten die Landesforsten wieder dreißig Ausbildungsplätze für den Forstwirt-Beruf an. Bewerbungen müssen bis Mitte Oktober 2022 vorliegen. Voraussichtlich Ende November finden dann die eintägigen Auswahlverfahren statt.

Hintergrund: In der dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt werden die jungen Leute im Forstbetrieb theoretisch und praktisch in die Arbeit eines Forstwirts, vom Pflanzen und Schützen junger Bäume bis hin zur Holzernte eingewiesen. Der Beruf erfordert nicht nur Kenntnisse über den Aufbau des Waldes und der darin vorkommenden Arten, sondern ebenso über den Betrieb und die Unterhaltung von Forstmaschinen, wie der Motorsäge und weiterer Maschinen und Geräte. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit und gesundheitsschonende Arbeitsverfahren gelegt.

Die Praxis wird ergänzt durch jährlich zehn Wochen überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum bei Seesen am Harz. Dort wird auch die Ausbildung an Forstgeräten und Maschinen vertieft. So gehören die Arbeit mit dem Forstschlepper und erste Ausbildungsschritte an krangeführten Holzerntemaschinen mit zum Programm. Regelmäßig fahren Auszubildende im Rahmen des europäischen Leonardo-Austauschprogramms zum Beispiel nach Skandinavien. Bei guten Voraussetzungen kann man eine sechsmonatige Ausbildung zum Forstmaschinenführer in die Ausbildung integrieren.

In den 14 Ausbildungsrevieren der Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 30 Auszubildende für den Forstwirt-Beruf eingestellt. Im Nordosten gibt es gut ausgestattete Ausbildungsreviere mit abwechslungsreichen Wäldern in den Forstämtern Harsefeld, Göhrde, Oerrel und Rotenburg.

Die Berufsaussichten bei den Landesforsten sind hervorragend. So wurden in diesem Jahr 22 Forstwirte übernommen. Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Fortbildung zum Forstmaschinenführer oder zum Forstwirtschaftsmeister. Darüber hinaus kann man sich in der Baumpflege und im Baumklettern beruflich weiterentwickeln. Auch als praktische Grundlage für ein anschließendes Forststudium wird die Forstwirt-Ausbildung genutzt.

Die Landesforsten selbst bieten jährlich ein umfangreiches Seminarprogramm zur laufenden Fortbildung für alle Mitarbeiter an.

Beitragsbild: (von links) Phil Schilling und Lennart Woitas sind die beiden neuen Auszubildenden zum Forstwirt im Forstamt Oerrel (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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