Wassermangel im Erlenwald

 In Forstamt Fuhrberg, Regionale Presseregion Mitte

Wassermangel im Erlenwald

Das Niedersächsische Forstamt Fuhrberg hat mit Experten aus den Niederlanden an Ursachen und zukünftigen Maßnahmen zur Wiederherstellung des Wasserhaushaltes im Naturschutzgebiet Schilfbruch bei Uetze geforscht.

(Uetze) Der Schilfbruch bei Uetze ist der zweitgrößte Erlenbruchwald Niedersachsens. Eigentlich sollte der Bruchwald ständig mit Wasser versorgt sein. Seit einigen Jahrzehnten liegt der Schilfbruch allerdings trocken. Im Spätsommer liegt der Grundwasserspiegel bis zu 2 m unter der Bodenoberfläche.

Kerstin Geier ist Naturschutzförsterin im Forstamt Fuhrberg und sucht mit Experten aus den Niederlanden nach Ursachen, vor allem aber nach Möglichkeiten, diesem Biotop zu helfen: „Die Erle ist eine Baumart, die mit sehr viel Wasser zurechtkommt. Im Erlenbruchwald wächst sie auf Torfböden, die sich bei Trockenheit zersetzen. An den Wurzeln der Bäume im Schilfbruch ist zu erkennen, wie hoch der Torf einst stand. Dass der Boden mittlerweile um 1 m abgesunken ist und kaum Wasser an der Oberfläche zu sehen ist, bereitet uns Sorgen“, so die Försterin.

Die langjährige Trockenheit führt auch dazu, dass sich die Vegetation verändert. Wasser liebende Sumpfseggen und Schwertlilien werden immer weniger, stattdessen bereiten sich Brennnessel und Brombeere aus.

„Wenn wir hier nichts unternehmen, verlieren wir diesen besonderen Lebensraum“, so die junge Försterin.

Aufgrund der Expertise und der Erfahrungen arbeitet das Forstamt Fuhrberg zusammen mit der Stichting Bargerveen aus den Niederlanden. Diese Stiftung arbeitet im Bereich der Wiederherstellung, Entwicklung und Erhaltung der Natur und bringt das nötige Wissen für die Rettung solcher Biotope mit.

„Zunächst müssen wir herausfinden, welches Potenzial im Boden steckt. Wie setzt sich der Boden zusammen, wie stark ist die für den Erlenbruch typische Torfschicht und wie können wir zukünftig mehr Wasser in diesem Gebiet halten? Um diese Fragen zu beantworten, bohren wir in regelmäßigen Abständen in den Boden, um uns anzusehen, wie er aufgebaut ist. Wir können dadurch erkennen, ob es noch Wasser stauende Schichten gibt“, beschreibt Förster Andreas Böttcher.

Tatsächlich befindet sich unter dem Torf kein reiner Sand, sondern auch immer wieder lehmige und tonige Schichten, an denen sich das Wasser staut. Spannend ist auch, dass sich auch in tieferen Bodenschichten Torf finden lässt, der von Sand und Lehm überlagert wurde. „Wir vermuten, dass es hier ein starkes Hochwasser der Aller oder der Fuhse gegeben hat, wodurch die Torfschichten überlagert wurden. Anschließend hat sich wieder neuer Torf gebildet“, erklärt Benjamin Evers, Leiter der Försterei Hänigsen, zu der der Schilfbruch gehört.

Auch wenn die abschließenden Ergebnisse der Untersuchung noch ausstehen, stehen die Chancen, wieder mehr Wasser in den Schilfbruch zu bekommen, nicht schlecht: „In unseren Gräben ist die stauende Lehmschicht teilweise durchbrochen, wodurch das Wasser hier ungehindert in den darunterliegenden Sand versickern kann. Wenn wir es schaffen, die Gräben abzudichten, dann werden wir wahrscheinlich schon viel Wasser zurückhalten können“, schließt Frau Geier ab.

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