Hoher Besuch im Bollenhagener Moorwald

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Forstministerin Barbara Otte-Kinast besucht Renaturierungsflächen in der Wesermarsch

(Neuenburg/Bollenhagen) Zum zweiten Mal in Folge war Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast auf ihrer diesjährigen Sommertour in den Wäldern des Küstenraums unterwegs. Im Bollenhagener Moorwald, im Eigentum der Stadt Wilhelmshaven, betreut durch das Forstamt Neuenburg der Niedersächsischen Landesforsten, informierte sich die Ministerin über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und die Besonderheiten der Wesermarsch.

Biobrause und Zwetschgen

Das Forstamt Neuenburg mit dem Amtsleitungsteam Stefan Grußdorf und Tido Bent sowie der Regionalen Pressesprecherin Wibeke Schmidt und dem dualen Forststudent Nils Harbers bereiteten Frau Otte-Kinast einen nachhaltigen Empfang bei Biobrause und saisonalen Zwetschgen als Fingerfood.

140 Hektar Waldrenaturierung

Der Bollenhagener Moorwald im Landkreis Wesermarsch, stellt ein groß angelegtes Renaturierungsprojekt dar und ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Der Moorwald dient der Stadt Wilhelmshaven als Ausgleichsfläche. Die Stadt hat das 140 Hektar große Gebiet aus Brach- und Grünland 2005 erworben. Seit 2008, mit Beginn der Pflanzung von mehr als 400.000 Bäumen und Sträuchern, entsteht dort ein standortgerechter Wald aus Eichen, Birken, Weiden, Erlen, Eschen.

Alten Eichen als Kernstück

Mit der Zeit siedeln sich außerdem weitere Baum- und Straucharten wie die Auen-Traubenkirsche, der Gagelstrauch und wilde Obstbäumen an. „Der Landkreis Wesermarsch gehört zu den waldärmsten Regionen in Deutschland. Durch die Aufforstungen haben wir den Waldanteil im Landkreis verdoppelt“, informiert Stefan Grußdorf seine Zuhörer*innen. Der 150-jährige Eichenbestand, mittig im Moorwald, ist Relikt einer alten Hofstelle und wird von allen als Höhepunkt empfunden. Die einzelnen Eichen stechen vorwiegend durch ihren ungleichförmigen und märchenhaften Wuchs hervor.

Vielfältige Bodenarten

Der frühere Projektleiter Tido Bent begleitete und steuerte die Entstehung des Waldes seit dem ersten Spatenstich 2008: „Zu der Anlage von neuen Wäldern gehört auch immer eine vorherige Standortskartierung. Dabei wird unter anderem der Boden analysiert, um dadurch passende Baumarten pflanzen zu können“. Dies stellte das damalige Projektteam vor besondere Herausforderungen, denn es gibt eine große Zahl unterschiedlicher Standorte im Moorwald. „Das Bodenprofil sieht ein wenig aus wie eine Schwarzwälder Kirschtorte“, beschreibt Tido Bent.

Erholungswald

Die schachbrettartige Baumartenzusammensetzung ist gut von dem Aussichtsturm zu erkennen. Der 14 Meter hohe Aussichtsturm ist von hohen Eichenkronen umgeben und informiert auf verschiedenen Ebenen über den Bollenhagener Moorwald und seinen Bäumen. In den nächsten Jahren wachsen die Kronen immer mehr in die Plattformen hinein. Dadurch wird dem Besucher das Gefühl gegeben, sich selbst in einer solchen Baumkrone zu befinden und ein Teil des Ökosystems Moorwald zu sein.

Ministerin lobt Projekt

Barbara Otte-Kinast war sehr angetan von den Einblicken in dieses besondere Renaturierungsprojekt. Sie lobte die Arbeiten und wünschte stetes gutes Gelingen in der Waldnaturschutzarbeit. „Es ist sehr eindrucksvoll, wie hier aus einem jungen Wald ein nachhaltiges Naherholungsgebiet entwickelt wurde“, zog sie am Ende des Tages ihr Fazit.

Bilder (Landesforsten/Schmidt) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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