Pilzexperten suchen bei den Landesforsten nach Gift- und Speisepilzen

 In Forstamt Dassel, Forstamt Neuhaus, Regionale Presseregion Süd, Solling

Internationale Spezialisten bilden sich in den Sollingwäldern fort

(Uslar) Auf der Suche nach Gift- und Speisepilzen durchstreiften Angehörige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie die Wälder der Niedersächsischen Landesforsten. Zwölf internationale Pilzspezialisten bildeten sich vergangenes Wochenende im Forstamt Dassel fort. Ziel der Fachleute war es, die Sachkunde als anerkannte Pilz-Berater und -Sachverständige zu behalten. Sie suchten und bestimmten in den Sollingwäldern heimische Pilzarten. Die Laub- und Nadelwälder des Forstamtes Dassel sind Lebensraum für zahlreiche essbare Pilze, aber auch für giftige und ungenießbare Arten. Holger Foerster leitete die Fortbildung und sagte zur Motivation der Teilnehmenden: „Die Hauptaufgabe eines Pilzsachverständigen besteht darin, Giftpilze, welche versehentlich verspeist wurden, sicher bestimmen zu können. Sachverständige müssen deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus kennen und sich deshalb regelmäßig fortbilden. Für unsere Berater ist das absolute Pflicht, da die Giftinformationszentren, Krankenhäuser und Ärzte sich in Fällen mit Verdacht auf Vergiftungen an uns wenden, um helfen zu können“ begründete Pilz-Berater Foerster aus Uslar, der auch als Pilzsachverständiger und Feldmykologe tätig ist.

Trotz trockener Witterung konnten die Seminarteilnehmer über 60 unterschiedliche Pilzarten während der dreitägigen Exkursion bestimmen. Darunter waren auch extrem seltene Arten wie der leuchtende Weichporling, der nur in Buchenwäldern mit ausreichend Totholz vorkommt. Viele Giftpilze sind holzbesiedelnde oder holzzersetzende Arten, weshalb die Wälder der Landesforsten für unsere Fortbildungen von großer Bedeutung sind“, so Foerster weiter. Den Totholzreichtum konnte auch Revierleiter Sebastian Tews unterstreichen. Der Forstmann leitet die Försterei Eschershausen und stellte im Seminar die ökologische Waldbewirtschaftung in seinem Revier vor. Unter dem besonderen Zeichen des aktuellen Klimawandels gab Tews einen Ausblick in den „Wald von morgen“.

Das Giftinformationszentrum der Universität Göttingen unterrichtete die Sachverständigen mit aktuellen Fachvorträgen. Und die ortsfremde Gruppe staunte beim Besuch auf dem Sollingturm über die Aussicht auf die Mittelgebirgsregion und freute sich über ein Picknick im Wald, das Holger Foersters Frau vorbereitet hatte.

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