Bodenschonendes Arbeiten trotz nasser Waldböden

 In Forstamt Liebenburg, Forstamt Saupark, Regionale Presseregion Mitte

Landesforsten setzen Seilbahn für Baumstämme ein

Wegen des milden Winters und nasser Böden haben die Niedersächsischen Landesforsten ein aus dem Gebirge stammendes Holzernte-Verfahren eingesetzt. 

(Liebenburg/Springe) Die Temperaturen lagen meist über dem Gefrierpunkt: „Die Böden frieren nicht durch. Mehrere Tage oder sogar Wochen unter null Grad würden dazu führen, dass die Böden so durchgefroren und tragfähig sind, dass sie von unseren Maschinen befahren werden könnten, um das Holz zu ernten und aus dem Wald zu bewegen“, erklärt Ron Kruck, Förster am Hainberg bei Bockenem.

Würden die Forstmaschinen derzeit den Hainberg befahren, würden sie tiefe Fahrspuren hinterlassen. Dabei sind die Forstspezialmaschinen wie Forwarder und Harvester bereits so konzipiert, dass der Druck auf den Waldboden möglichst gering ausfällt.

Bodenschonendes Arbeiten ist ein Grundsatz, an den sich die Niedersächsischen Landesforsten seit nunmehr mehr als 30 Jahren in ihrem Programm zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE) binden. Aus diesem Grund wird auf besonders empfindlichen oder nicht befahrbaren Gebieten, wie in Teilen des  des Hainbergs im Forstamt Liebenburg oder im großen Deister im Forstamt Saupark eine Seilkrananlage eingesetzt.

„Der Vorteil beim Einsatz der Seilkrananlage ist, dass die Baumstämme angehoben werden und nur mit dem Stammfuß auf dem Waldboden schleifen. Da der Stamm nicht mit dem vollen Gewicht den Boden berührt, wird er bestmöglich geschont. Hier im Deister sind zudem viele  Hänge so steil, dass wir gar keine Maschinen haben, die solche Lagen befahren könnten, weshalb es hier keine Alternative zur Seilkrananlage gibt“, erklärt Ralph Weidner, Revierleiter der Försterei Lauenau im Deister.

Ein siebzehn Meter hoher Mast, der auf einem Lastwagen montiert ist, bildet die Basis der Seilkrananlage. Der Lastwagen steht auf einem befestigten Waldweg und wird mit Stahlseilen an stabilen Bäumen verankert. Von dem Mast aus wird ein Stahlseil an einem hangaufwärts stehenden Ankerbaum befestigt. An einem auf dem Stahlseil montierten Schlitten werden dann die gefällten Baumstämme befestigt. Diese sogenannte Laufkatze zieht die Stämme aus den Beständen und legt sie am Waldweg ab, wo eine Maschine das Holz entgegennimmt, die Stämme in bestimmte Längen einteilt und lagert.

„Die Installation und die Demontage einer Anlage erfordert jeweils einen Arbeitstag, weshalb dieses Verfahren nur in besonders kritischen Bereichen angewendet werden kann, wo die Alternativen fehlen. Die derzeit guten Holzpreise ermöglichen aber dieses sehr teure, aber bodenschonende Verfahren“, so Kruck.

Die milden Winter werden vermutlich auch zukünftig die Einsatzbereiche der Seilkrananlagen vergrößern, denn feuchte Wälder wie an den Westhängen des Hainbergs können nicht befahren werden, wenn der Boden nicht durchgefroren ist.

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