30 Jahre in der Teichwirtschaft Ahlhorn

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West, Teichwirtschaft Ahlhorn

Ein Rückblick mit Betriebsleiter Friedrich von Heydebrand

(Ahlhorn) Es ist ein Jubiläum, ohne wirklich spektakulär zu sein. Seit drei Jahrzehnten wirkt Fischwirtschaftsmeister Friedrich von Heydebrand in der Teichwirtschaft Ahlhorn. Anlass genug, einmal zurückzublicken. Von Heydebrand schildert, wie sich der Betrieb und die Landschaft rund um die Ahlhorner Fischteiche der Niedersächsischen Landesforsten in dieser Zeit verändert haben. Er hat einiges zu erzählen.

Seit 1993 im Betrieb

„Als ich 1993 die Leitung des Betriebes übernommen habe, herrschte eine Situation der finanziellen Unterversorgung. Gelände und Betrieb waren in einem schlechten Zustand. Grund dafür war vor allem die Form der Finanzmittelzuweisung“, beginnt der Fischwirtschaftsmeister.

Um den Betrieb wieder ins Laufen zu bekommen, musste angefasst und investiert werden. Günstig gelegen kam seinerzeit die Umstrukturierung der Finanzmittelzuweisung durch das Land: Überschüsse durften nun behalten und reinvestiert werden.

Sanierungsphase

„Wir haben in den ersten Jahren die vorhandenen Gebäude von Grund auf saniert. Zwei Kilometer Dämme haben wir abgedichtet und gut 150 defekte Ablassvorrichtungen in den Teichen, auch Mönche genannt, ausgetauscht. Außerdem haben wir über 20 Hektar Teiche saniert, die zu verlanden drohten“, so der 63-Jährige weiter. Wertvolle Unterstützung erhielt die Teichwirtschaft damals von der Hunte Wasseracht.

Mit Gründung der Niedersächsischen Landesforsten als Anstalt öffentlichen Rechts 2005 erhielt die Sanierung der Teichwirtschaft noch einmal Vortrieb. „2007 konnten wir den Hofladen samt Fischverarbeitung und Räucherei eröffnen. Damit haben wir, neben dem Verkauf von Besatzfischen, uns neue Absatzwege für unsere veredelten Produkte erschlossen“, berichtet von Heydebrand. Dazu gehört mittlerweile auch ein umfangreiches Angebot an Wildprodukten.

2012 schloss der Betrieb die Gestaltung des Hofgeländes ab. Alle sanierten, zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und die neu errichteten Betriebsanlagen wurden damit in einem ansprechenden Rahmen räumlich zusammengeführt.

Altes Hälterhaus

„Ein i-Tüpfelchen ist das sanierte Alte Hälterhaus. Es zeigt in einer Ausstellung die Arbeit in der Teichwirtschaft aus vergangener Zeit. Sehr sehenswert aus meiner Sicht“, schwärmt der Fischwirtschaftsmeister.

Das zeichnet die Teichwirtschaft Ahlhorn aus: Sie ist ein geschichtsträchtiger, erlebbarer Ort und spiegelt die wichtigen Themen der Landschaftsökologie und des Naturschutzes wider. „Seit 1993 sind die Ahlhorner Fischteiche ein Naturschutzgebiet. Die Strandlings- und Zwergbinsengesellschaften und seltene Vogelarten wie Eisvogel, Schellente oder Seeadler machen die Landschaft zu einem wertvollen, ökologischen Refugium“, erläutert von Heydebrand. Gefährdet ist diese Landschaft jedoch seit Jahren durch abnehmenden Wasserzufluss der Lethe, die sinkenden Grundwasserstände und den übermäßigen Eintrag von Stickstoff aus der umliegenden Landschaft.

Tolles Team

Friedrich von Heydebrand blickt mit einem gewissen Stolz auf die letzten 30 Jahre in der Teichwirtschaft Ahlhorn: „Wir haben viel geleistet. Das war aber auch immer einem guten Team zu verdanken. Alle haben stets mit angepackt.“ Große Unterstützung erhielten wir auch vom Forstamt und der Betriebsleitung in Braunschweig. Auch das jetzige Team mit Fischwirtmeister Andre Albers, Fischwirt Jonas Thobe und den beiden Auszubildenden Maik Groeneveld und Friedrich Karsten ist gut aufgestellt. „Und meine Frau Silvia unterstützt den Betrieb mit dem Verkauf im Hofladen.“

Durch die Direktvermarktung und die Hoffeste der letzten Jahre hat die Teichwirtschaft Ahlhorn einen hohen Bekanntheitsgrad in der Region erlangt. „Die Menschen haben einen Bezug zur Teichwirtschaft und schätzen unser Angebot“, so von Heydebrand. Dies wünscht er sich auch für die Zukunft.

 

Hintergrund

  • Jahresproduktion: 10 t Forellen (etwa 60.000 Forellen), 30 t Karpfen (etwa 50.000-100.000 kleine Karpfen) werden jährlich aufgezogen bis zur fang- und küchenfertigen Größe
  • Weitere Produkte: Welse, Störe, Hechte
  • Besatzfische für Anglersportvereine, Privatteiche und andere Betriebe
  • Im Verkauf: Überwiegend Forellen und Lachsforellen, zur gegebenen Saison Karpfen, Welse, Störe, sowohl geräuchert als auch frisch geschlachtet
  • Wildangebot: Rehwild gefroren als Braten oder Bratwurst, gelegentlich auch Dam- und Schwarzwild im Angebot
  • Die Teichwirtschaft als Ausbildungsbetrieb: In 30 Jahren wurden 18 Auszubildende zum/zur Fischwirt*in ausgebildet. Auch aktuell sucht der Betrieb interessierte und fähige junge Menschen, die den Beruf erlernen wollen.
  • Weiterführende Informationen unter: Teichwirtschaft Ahlhorn – Niedersächsische Landesforsten

Ein Bild (Landesforsten/Schmidt) zur kostenlosen Verwendung im Folgenden:

Auto - schützend

Von links: Maik Goeneveld, Friedrich Karsten, Friedrich von Heydebrand, Andre Albers, Jonas Thobe

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