Ein Leben für den Wald

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Eberhardt Guba wechselt in den Ruhestand

(Harpstedt/Ahlhorn) Über 40 Jahre stand Eberhardt Guba im Dienst des Waldes. Der Wald und alles, was zu seiner Pflege und Entwicklung gehört, waren Gubas Leidenschaft. Nun steht die Pensionszeit vor der Tür und es heißt Abschied nehmen vom Forstrevier Harpstedt der Niedersächsischen Landesforsten.

Alle zehn Jahre eine Katastrophe

„Mein Arbeitsleben war eigentlich immer von kleineren und größeren Katastrophen geprägt. Im Schnitt alle zehn Jahre richteten Stürme mehr oder weniger große Schäden an, hinzu kamen Borkenkäfer und Eichen-Fraßgesellschaften, die den Wald schädigten. Es mussten immer Schäden beseitigt und die daraus entstandenen Flächen aufgeforstet werden“, beschreibt Guba.

Arbeitsverfahren als Steckenpferd

Diese Ereignisse prägten seinen Arbeitsalltag und so verschrieb sich Eberhardt Guba allen Tätigkeiten, die der Walderneuerung dienten. Er entwickelte mehrere Arbeitsverfahren, die der Flächenvorbereitung und der Kulturpflege dienten und die auch aktuell von großer Relevanz sind: „Das reicht vom Silvafix für die Bodenbearbeitung über Hochästung mit einem Kettensteiger bis zur Baggergabelpflanzung.“ Zahlreiche dieser Verfahren kommen aktuell in ganz Niedersachsen zum Einsatz, wenn es gilt, von Sturm, Dürre und Borkenkäfer geschädigte Flächen wieder zu bewalden.

Walderneuerung als Lebensaufgabe

Doch nicht nur die Arbeitsverfahren interessierten Guba. Auch die Baumartenwahl zur Anlage neuer Wälder war ein Schwerpunkt seines beruflichen Wirkens. „Für den OOWV (Oldenburg-Ostfriesischer Wasserverband) haben wir hektarweise neuen Wald begründet. Und, weil seit spätestens Ende der 1970er-Jahre klar war, dass wir unseren Wald bunter gestalten müssen, habe ich mich gezielt mit neuen Baumarten beschäftigt. Dazu zählten zum Beispiel die Baumhasel, die Flatterulme oder die Roteiche, besonders aber die Esskastanie“, so Guba. Die Esskastanie zog der Förster in sogenannten Containern an, das sind spezielle Blumentöpfe für die Anzucht von Waldbäumen. Das Saatgut stammte aus dem eigenen Revier.

Junge Wälder brauchen Pflege. Das hatte Eberhardt Guba stets im Blick. Damit diese Pflege für die im Wald arbeitenden Menschen sicherer wurde und auch rentabel blieb, entwickelte er Verfahren zur Herstellung von Hackschnitzeln für die thermische Verwertung von Holz, das bei der Pflege von Jungbeständen anfällt und das mittlerweile in den gesamten Niedersächsischen Landesforsten zum Einsatz kommt.

Auszeichnung für Verdienste

Die Zusammenarbeit mit dem KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V.), dem Kompetenzzentrum für Waldarbeit und Forsttechnik, das nicht nur beratend tätig ist, sondern auch neu entwickelte Techniken und Verfahren zertifiziert und die KWF-Tagungen alle vier Jahre bildeten folglich einen festen Bestandteil in Gubas Arbeitsleben. 2021 erhielt er sogar die KWF-Medaille für seine „besonderen Verdienste bei der Verfahrensentwicklung und Wissensvermittlung in der Forstwirtschaft“.

Harpstedter Holzheiztage

Seit 1999 organisierte der Förster alle zwei Jahre die Harpstedter Holzheiztage an. Seine Idee: Über eine messeartige Veranstaltung wollte er Interessierte über den Themenblock „Heizen mit Holz“ informieren und so u. a. den damaligen Brennholzmarkt ankurbeln. Angefangen von der Holzaufarbeitung im Wald, über das Hacken der Scheite, bis zu Holzheiztechniken. Das Besondere dieser „Messe“ ist, dass sie direkt im Wald stattfindet.

Eberhardt Guba geht mit dem Wissen in den Ruhestand, dass „seine“ Wälder gut gerüstet sind für die Zukunft: „Die Waldbestände sind hier schon sehr dicht an dem, was wir uns für die Zukunft vorstellen. Die Wälder sind gemischt mit Laubholz, allem voran Buche und Eiche. Sie sind vielschichtig und können sich gut selbst verjüngen.“

Würdigung von höchster Ebene

„Eberhardt Guba übergibt seinem Nachfolger nicht nur den gut gepflegten und zukunftssicheren Wald seines Reviers. Er hat auch über die Reviergrenzen hinaus deutlich sichtbare Spuren hinterlassen, die wir heute in Standardverfahren der Waldarbeit sehen, die er maßgeblich entwickelt hat und die erst durch sein Engagement zum Standard wurden“, würdigt Klaus Jänich, Vizepräsident der Landesforsten, Gubas berufliches Wirken.

Stefan Grußdorf, Forstamtsleiter des Forstamtes Ahlhorn und das gesamte Team des Forstamtes bedanken sich für die langjährige und engagierte Tätigkeit und wünschen Eberhardt Guba alles Gute und Gesundheit für seinen weiteren Lebensweg.

Henning Steffens übernimmt das Revier zum 1. Juni. Er wird sein Büro in Neerstedt haben. Seine Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Forstamtes Ahlhorn: Forstamt Ahlhorn – Niedersächsische Landesforsten.

 

Hintergrund

Dass es Eberhardt Guba einst in den Forstberuf gezogen hat, muss an den Genen liegen. Seit dem 18. Jahrhundert ist seine Familie nachweislich eine Familie von Förstern. Geboren in Bad Grund im Harz und groß geworden in Sittensen im Elbe-Weser-Dreieck, ging es für den jungen Förstersohn 1973 als Praktikant ins Forstamt Saupark und dann 1974 zur Forstschule Düsterntal im Weserbergland, um das Forsthandwerk zu lernen.

Nach der Anwärterzeit, die Guba in den Forstämtern Miele, Obernkirchen und Seelzerthurm absolvierte, übernahm er 1981 die Revierförsterei Hölscher Holz im damaligen Forstamt Syke. Nach einer Flächenreform 1998 wurden mehrere Forstorte dem Revier angegliedert, das fortan Försterei Harpstedt hieß. Danach gehörte die Försterei zum ehemaligen Forstamt Hasbruch. Heute ist sie dem Forstamt Ahlhorn zugeordnet.

Bilder (Landesforsten) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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