Moderne Technik erhält ein Monument aus der Bergbau-Epoche

 In Forstamt Clausthal, Forstamt Riefensbeek, Forstamt Seesen, Harz, Regionale Presseregion Süd

Landesforsten sichern mit Schreitbagger das Weltkulturerbe am Harzer-Hexen-Stieg

(Buntenbock) Das Forstamt Riefensbeek beseitigt in der kommenden Woche mit der Forstspezialmaschine „Menzi Muk“ Borkenkäfer-Fichten am Harzer-Hexen-Stieg. Der hochmoderne Schreitbagger stammt aus der Schweiz und ist besonders geländegängig. Am beliebten Wasserwanderweg nahe der Huttaler-Widerwaage im Oberharz drohen vertrocknete Bäume auf das Weltkulturerbe zu brechen. Die Jahrhunderte alten Wasserläufe würden in absehbarer Zeit unter den Baumkronen verschüttet werden. Die in sorgsamer Handarbeit gesetzten Trockenmauern könnten unter der schweren Last der trockenen Baumstämme einstürzen. Auch Waldbesucher auf dem vielbelaufenen Qualitätswanderweg sind in Gefahr.

Geländegängiges Forst-Spezialfahrzeug für Einsatz an Straßen und schwierigem Untergrund

Die Niedersächsischen Landesforsten haben ein örtliches Forstunternehmen aus Goslar mit der schwierigen Bergung der Gefahrenbäume beauftragt. Forstunternehmer Andreas Truskaller besitzt insgesamt zwei solcher Maschinen, die jüngste ist gerade aus der Schweiz eingetroffen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten will er am Dienstag (13.6.) seinen neuen Schreitbagger „Menzi Muk“ im Revier Buntenbock testen. Der Bagger bewegt sich wechselweise spinnenartig auf Stelzen oder fährt auf 80 Zentimeter breiten Reifen. Seine bodenschonende Fortbewegung ist Voraussetzung für die Fällarbeiten entlang des Kunstgrabens. Weil das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk nicht von Forstmaschinen überfahren werden darf, hebt Andreas Truskaller die toten Bäume aus dem Gefahrenbereich und legt sie in sicherer Entfernung ab. Dank der stelzenartigen Stützen kann die Maschine Hindernisse wie Gräben oder Felsen überschreiten.

Aufwendige Fällarbeiten dienen dem Schutz des Weltkulturerbes und der Waldbesucher

Jeder einzelne Baum am Wassergraben des Weltkulturerbes muss vorsichtig gekappt werden und darf die Welterbestätten nicht beschädigen. Wirtschaftlich rechnen tut sich diese Art der Holzernte nicht, zu hoch sind die Kosten für die Bergung der Trockenstämme. „Die Landesforsten schützen ein Monument aus der Bergbaugeschichte im Harz. Die Nutzholzgewinnung ist an dieser Stelle Nebensache, unsere Philosophie lautet hier wie an vielen anderen Stellen im Wald:

Die Nachhaltigkeit einer Industrielandschaft für unserer Nachfahren erlebbar halten“, sagt Daniel Zimmermann. Der Forstmann aus dem Forstamt Riefensbeek hat die Sicherungsarbeiten mit der Harzwasserwerke GmbH und dem Denkmalschutz abgestimmt. Betriebsdezernent Zimmermann kümmert sich um diese und ähnliche Problembaustellen im Landeswald. Die seien laut Daniel Zimmermann ein aktueller Arbeitsschwerpunkt vieler Harzer Forstleute.

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