Singen für die Vielfalt und den Wald von morgen

 In Forstamt Münden, Forstamt Reinhausen, Regionale Presseregion Süd

Benefizkonzert in der Göttinger St. Nikolai-Kirche am 22. Juli

(Göttingen) Ein Benefizkonzert der studentischen Musikwerkstatt Göttingen ist am Samstag, 22. Juli, um 19 Uhr in der Universitätskirche St.-Nikolai in der Göttinger Altstadt zu hören. „Klänge der Natur – sprich zur Erde, dass sie dich lehrt (Hi12,8)“ lautet der Titel. Aufgeführt wird Chor- und Instrumentalmusik mit Stücken aus der Romantik wie „Waldesnacht“ von Johannes Brahms oder dem schwedischen „Sommarpsalm“ von Waldemar Åhlén. Ziel der jungen Musiker ist es, Spenden für ein Wiederbewaldungs- und Naturschutzprojekt im Landkreis Göttingen zu sammeln. Das Niedersächsische Forstamt Reinhausen betreut mit seinem Revier Pöhlde die Nüll Interessenforst. Dort sollen neue Bäume gepflanzt und ein artenreicher Waldrand geschaffen werden, wo ehemaliger Fichtenwald nach Dürre und Borkenkäferbefall abgestorben war.

Konzert soll Wiederbewaldung und Waldränder im Südharz fördern

Ausgewählt sind ökologisch wertvolle, klimaangepasste und standortgerechte Baumarten wie die Vogelkirsche und die Edelkastanie, aber auch Sträucher wie das Pfaffenhütchen und der Gelbe Hartriegel. Das gespendete Geld fließt vollständig in die Pflanzenbeschaffung. Die Größe der bepflanzten Fläche ist dabei direkt abhängig von der Spendensumme. Eine besondere Rolle spielt bei dem Projekt der Aufbau eines stufig aufgebauten Waldrandes. Zum einen bietet er aufgrund seines besonderen Mikroklimas vielen Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Lebensraum und ist deshalb von großer Bedeutung für den Naturschutz. Darüber hinaus dient er als Übergangsbereich zwischen dem Wald und der offenen Landschaft gleichzeitig dem Schutz des Waldes vor Stürmen und Wind. Mit 10 € kann ein etwa 1 Meter breiter und rund 25 Meter tiefer Waldrand gepflanzt werden, auf dem langfristig durch die Pflanzung bis zu einer Tonne CO₂ gespeichert werden kann.

Hintergrund:

Die Nüll Interessenforst ist ein kleiner Zusammenschluss von örtlich ansässigen Grundstückseigentümern, die gemeinsam ihren Wald bei Hörden am Harz langfristig und nachhaltig bewirtschaften wollen. Betreut werden sie dabei von den Niedersächsischen Landesforsten. Dort ist Maren Ammer aktuelle Ansprechpartnerin in der zum Forstamt Reinhausen gehörenden Revierförsterei Pöhlde.

Auf der Fläche standen bis zu den Dürrejahren 44 Jahre alte Fichtenbäume, die in Folge von Trockenheit, Hitze und Borkenkäfern ausgefallen sind. Neben der selbst geleisteten flächigen Aufforstung soll in diesem Projekt ein artenreicher Waldrand gestaltet werden. Geplant sind auf einem rund zehn Meter breiten Streifen Sträucher wie Pfaffenhütchen und gelber Hartriegel sowie auf weiteren 15 Metern Bäume wie Kirsche und Edelkastanie, die wichtige Funktionen als Bienenweide, Vogelnahrung, sowie Deckung in der Brut- und Setzzeit bieten. Sie sind zudem trocken tolerant und leisten damit einen wichtigen Beitrag für einen klimastabilen Wald.

Die gemeinsame Pflanzaktion soll im Herbst erfolgen, die Flächengröße und auch die Anzahl der gepflanzten Arten ist dabei direkt abhängig von dem gespendeten Geld.

Aus der Idee von vier Freunden bei Mensagesprächen entstand im Wintersemester 2022/23 die Idee, ein Projektorchester und einen Projektchor zu gründen und ein „Benefizkonzert im Advent“ zu organisieren, um Spenden für das entstehende Kinder- und Jugendhospiz Göttingen zu sammeln. Nach diesen überwältigenden positiven Erfahrungen gründete sich die studentische Musikwerkstatt als Teil der Ensemblefamilie der Universitätsmusik Göttingen. Zentrale Motivation ist die Freude am gemeinsamen Musizieren und der Wille, gemeinnützig in die Gesellschaft hineinzuwirken.

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