ErdmannWald
130 Jahre Waldbau auf natürlicher Grundlage

Die alte Oberförsterei in Bassum-Neubruchhausen

Die Alte Oberförsterei ist ein eindrucksvolles Zeugnis Neubruch­häuser Ortsgeschichte und der Geschichte der umgebenden Waldungen.

Es begann im 13. Jahrhundert mit dem Bau einer Wasserburg auf dem Gelände des heutigen Wallgartens. Zur Burg gehörte auch ein etwas abseits gelegener Wirtschaftshof – das Vorwerk. Auf den Grundmauern dieses Vorwerks wurde 1786 die Alte Oberförsterei errichtet. Eine Oberförsterei ist vergleichbar mit einem heutigen Forstamt, zu dem mehrere Revierförstereien gehören.

Die Garten- und Parkanlage um die Oberförsterei wurde 1859 aus dem ehemaligen „Haus- und Küchengarten“ gestaltet.

Der vorhandene Sandsteinbrunnen stammt aus dem Jahr 1785. Das Nebengebäude wurde um 1800 errichtet und ist heute in Privatbesitz.

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Niedersächsische Landesforsten

Die Alte Oberförsterei war Wirkungsstätte vieler Generationen von Forstbeamten. Forstmeister Erdmann (1859–1943) übernahm 1892 auf eigenen Wunsch die Bewirtschaftung der Oberförsterei Neubruchhausen. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1924 wohnte Erdmann weiter in der Oberförsterei bis zu seinem Tode 1943.

Die alte Oberförsterei wurde Ende der 1970er und vor allem in den 1990er Jahren saniert und befindet sich heute im Besitz der Stadt Bassum und wird nach Absprache mit dem örtlichen Heimatverein für Veranstaltungen genutzt. Die Volkshochschule nutzt die Räume für Kurse und das Bassumer Standesamt bietet das Gebäude und den angrenzenden Park für Trauungen an.

 

Oberförster Erdmann

Ernst August Christian Erdmann wird am 16. März im Kreis Celle geboren. Der Wald liegt ihm im Blut. Der Vater ist Staatsoberförster, Großvater und Urgroßvater leiteten die Forstinspektion Nienburg, zu der auch die Oberförsterei Neubruchhausen gehört. Der Onkel ist Landesforstrat. Erdmann besucht nach dem Abitur die Forstakademie und sammelt praktische Erfahrungen. Während er sein Examen mit nur „genügend“ bestand, war sein „wissenschaftliches Interesse, Tüchtigkeit und Fleiß“ aufgefallen.

Elf Jahre ist Erdmann in verschiedenen Wäldern und Ämtern tätig. Dann, 1892, bewirbt er sich um die Leitung der Oberförsterei Neubruchhausen und entwickelt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1924 den von ihm sogenannten „Waldbau auf natürlicher Grundlage“.

Wiederholt lehnte er den Ruf an eine Hochschule ab. 1922 wurde ihm der Ehrendoktor der Forstlichen Hochschule Eberswalde verliehen und ein Jahr später wurde er von der damaligen Forstlichen Hochschule Hannoversch-Münden zum Ehrenbürger ernannt.

Nach seinem Tod am 3. Januar 1943, wird Erdmann an einem Hügelgrab unter alten Buchen im nahen Freidorfer Holz, einem der Wälder, dem er seine Lebensarbeit widmete, beigesetzt.

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Der Boden

Auf rund 800 Hektar (= 8 km²) fand Erdmann in der Oberförsterei kränkelnde Kiefernwälder vor, die aus der Wiederbewaldung von Heideflächen Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden waren. Ein Charakteristikum war ein dickes Polster nicht zersetzter Kiefernnadeln. Der sogenannte Rohhumus soll bis zu einem halben Meter mächtig gewesen sein. Mit Tagelöhnern wurde der Rohhumus streifenweise abgezogen und teilweise gekalkt. Ziel war, die Umsetzung zu wertvollem echten Humus zu beschleunigen, der Nährstoffe und Wasser speichert und von den Bodenorganismen mit dem Mineralboden vermischt wird.

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Der Wald

In die von den Tagelöhnern angelegten Streifen ließ Erdmann mit viel Geduld und sicher auch vielen Rückschlägen Bäume säen. Teilweise wurde auch gepflanzt. In kleinflächiger Mischung wurden so unter die verbleibenden Kiefern hauptsächlich Weisstanne, Lärchen, Douglasien, Fichten und Buchen gebracht. Dass Buchen eine wichtige Rolle im Wald spielen können, hatte sich Erdmann von den wenigen Buchen in der Region abgeschaut. Dazu gehören die alten Buchen an seinem Grab im Freidorfer Holz. Mehrere Generationen nachfolgender Forstleute setzten die Prinzipien der Erdmannschen Wirtschaft mit dem Blick ihrer Zeit fort. So kamen weitere Baumarten, unter anderem Roteichen, Japanlärchen und – vor allem nach dem 1972er Sturm- Eichen-Wälder dazu.

Heute präsentieren sich die eigentlichen Erdmann-Wälder als mit unterschiedlichen Baumarten unterschiedlichen Alters gemischte, gesunde und vor allem stabile Wälder. Die Stürme und Dürren der Jahre 2018 bis 2020 haben diesen strukturierten Wäldern kaum etwas anhaben können. Auf der überwiegenden Fläche verjüngen sich die meisten Baumarten von selbst.

Vorbild für LÖWE-Programm

Die Grundprinzipien des 1991 entwickelten Langfristige ökologische WaldentwicklungsProgramm (LÖWE) der Niedersächsischen Landesforsten finden sich bereits im ErdmannWald wieder. Die Waldbewirtschaftung auf natürlicher Grundlage von Dr. hc. Erdmann war ein Vorbild für das Regierungsprogramm, welches bis heute Bestand hat.

Auch die ErdmannWälder haben Bestand – auf einer Fläche von 2.000 Hektar werden sie als eigene Betriebklasse in den Revieren Erdmannshausen und Mensen von den Landesforsten im Erdmannschen Sinne bewirtschaftet.

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ErdmannRadweg

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Auf fast 80 Kilometer Strecke wird ein ErdmannRadweg spätestens ab Frühsommer 2021 die  Erdmann-Wälder vorstellen. An elf ausgewählten Stationen wird das Leben und Wirken von Oberförster Erdmann und die Besonderheit seines Mischwaldes vorgestellt. Auch geht es um Naturschutz und um elf besondere Baumarten, die als Gruppe, Allee oder markanter Einzelbaum auf dem Radweg vorgestellt werden.

Der Radweg durchquert sieben Waldgebiete zwischen Bassum-Neubruchhausen und Sulingen. Startpunkte liegen in Neubruchhausen (Alte Oberförsterei), am Waldpädagogikzentrum Hahnhorst in Schwaförden und am Mühlenteich in Sulingen.

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Der Erdmann-Radweg

Auf dem Rad durch den ErdmannWald

Die Baumarten im ErdmannWald

Die Mischung macht Vielfalt

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