Schwarzstörche in den Landesforsten
Spezial

SCHWARZSTÖRCHE

Im Frühjahr 2020 startete das Gemeinschaftsprojekt der Niedersächsischen Landesforsten und der Staatlichen Vogelschutzwarte (NLWKN) bei dem wir zehn Schwarzstorchhorste mit Wildtierkameras beobachten. So können wir Erkenntnisse über Brutabbrüche oder Brutplatzaufgaben gewinnen und Ursachen analysieren. Von März bis August werden wir auf dieser Homepage regelmäßig von dem Brutgeschehen berichten und Fotos von den Horsten einstellen.

INTERAKTIVER STECKBRIEF

Schwarzstorch

Fortpflanzung und Aufzucht
Fortpflanzung und Aufzucht
Fortpflanzung und Aufzucht

Sozialstruktur:

Brutsaison mit einem Partner

Legebeginn:

Anfang April

Brutzeit:

ca. 32-40 Tage

Gelegegröße:

3-5 Eier

Nestlingszeit:

ca. 63-71 Tage
Merkmale
Merkmale
Merkmale

Größe:

ca. 95 cm bei bis zu 1,85m Spannweite

Gewicht:

2,4 bis 3,0 kg

Alter:

in Ausnahmen bis zu 30 Jahre, häufig unter 5 Jahren

Nahrung:

Fische, Frösche, Molche, Wasserinsekten und ihre Larven

Lebensraum:

größere störungsarme Wälder mit eingeschlossenen Feuchtwiesen, naturnahen Bächen, Sümpfen
und anderen Gewässern

Überwinterung:

Afrika (auch Indien und China)
Gefährdung
Gefährdung
Gefährdung
Störung im Bereich der Horstzone während der Brutsaison etwa durch Freizeitnutzung, Jagdausübung oder unangepasste forstwirtschaftliche Nutzung; fehlende Horstbäume; Zerstörung und Rückgang der Nahrungsbiotope; Kollisionen mit Freileitungen, Windenergieanlagen und an Straßen; Prädation.

Das Schwarzstorch-Tagebuch 2021

Nach dem großen Erfolg und der großen Freude aller Beteiligter haben sich die NLF und die staatliche Vogelschutzwarte entschlossen das Projekt um fünf Kameras zu erweitern. Wieder rechtzeitig vor der Rückkehr der Störche wurden bis zum 01.03.2021 alle Kameras an den Neststandorten angebracht.

Zeitlich am engsten war der neue Standort  Westliche Börde 2. Hier konnte 2020 eine Neuansiedlung in einem Buchenaltholz beobachtet werden. Der Naturhorst auf einem Seitenast stürzte aber nach der Brutsaison ab. Daraufhin wurde im selben Baum direkt am Stamm am 1. März noch ein Kunsthorst errichtet. Drei Tage später traf schon der erste Storch ein. Es war auch das Erste der 15 Kamerapaare. Er musste aber geschlagene 15 Tage warten, bis das Weibchen ebenfalls eintraf.

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Zu Beginn wollen wir die 15 Standorte vorstellen:

Westliche Börden 1: Hier traf der erste Storch am 11. März 2021 ein und schon am 15. März war das Paar komplett. Bei diesem neuen Standort ist spannend, wie die Störche mit den Kolkraben klarkommen, die im selben Baum brüten. Zusätzlich ist der Uhu Brutnachbar.

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Südheide 3: Diesen Standort haben wir schon letztes Jahr beobachtet. Damals kam das Paar an, baute den Horst aus und paarte sich. Wir warteten auf das erste Ei und plötzliche war alles vorbei.

In diesem Frühjahr ist die Ankunft deutlich verhaltener. Den ersten Storch konnten wir am 11. März fotografieren. Danach kam in weiten Abständen immer nur ein Einzelvogel vorbei. Der Horst wurde auch nicht ausgebaut. Anfang April stand das Paar das erste Mal zusammen auf dem Horst.

Westliche Börden 2: Dieser Standort wurde schon in der Einleitung beschrieben.

Wendland: Dies ist der einzige erfolgreiche Horst aus der Beobachtungssaison 2020, den wir auch in 2021 mit einer Kamera ausgestattet haben. Das Paar brachte trotz regelmäßiger Besuche von Kolkraben zwei Jungvögel hoch.

In unmittelbarer Nachbarschaft brütete der Seeadler, der allerdings im letzten Jahr frühzeitig  einen Brutabbruch hatte. Auch in diesem Jahr brütet der Adler wieder. Mal sehen, ob es für den Storch trotzdem gut geht. Der erste Storch tauchte am 27. März auf und das Paar war am 30. März vereint.

Südheide 1: Bei diesem Horst haben wir im letzten Jahr den Brutabbruch durch den Seeadler dokumentiert. Trotz dieses Misserfolges haben wir erneut eine Kamera in den Nachbarbaum gehängt, um zu beobachten, ob die Störche wiederkommen. Und tatsächlich konnten wir den ersten Storch am 29. März und den zweiten Vogel am 3. April auf dem Horst beobachten. Aber wie beim Standort Südheide 3 hat das Paar den Horst nicht weiter ausgebaut und kommt nur sehr sporadisch vorbei.

Neben der Adler-Attacke gibt es noch in 3 km Entfernung ein weiteres Schwarzstorch-Brutpaar (Nr. 6)

Südheide 2: Bei diesem Horst hatten wir in 2020 im Frühjahr dauerhaft 3 Störche, die sich gegenseitig bei der Brut behinderten. Wir sind gespannt, was dieses Jahr bringen wird. Seit dem 31. März ist das Paar komplett (und allein).

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Göttingen: Im Raum Göttingen haben wir den erfolgreichen Horst mit drei Jungvögeln aus 2020 nicht mehr mit einer Kamera ausgestattet. Dafür wurde ein anderer Horst neu aufgenommen.

Bei diesem „neuen“ Standort gab es 2020 einen Brutabbruch und ein Altvogel wurde in der näheren Umgebung des Horstes tot aufgefunden. Das Paar ist seit dem 29. März komplett, baut aber nur verhalten am Horst.

Solling: Auch im Solling haben wir uns für einen neuen Horst entschieden. Der Standort aus 2020 wurde offensichtlich aufgegeben. Der neue Horst konnte aber entdeckt werden. An einer weiteren Stelle gab es im Jahr 2020 einen Brutversuch, der aber unbekannterweise abgebrochen wurde.

Hier wollen wir nun genauer hinschauen. Das Paar ist seit dem 2. April komplett und baut den errichteten Kunsthorst aus.

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Elbe-Weser-Dreieck 1: Diesen Horst-Standort haben wir schon in 2020 beobachtet. Es war eine der beiden Uhu-Bruten auf Schwarzstorch-Horsten. In Abstimmung mit der Vogelschutzwarte und der Unteren Naturschutzbehörde haben wir uns dazu entschieden im Winter 2021 eine Abdeckung auf dem Horst anzubringen, um den früher zur Brut schreitenden Uhus den Horst zu vergrämen.

Die Uhus sind nicht auf Horste angewiesen, vertreiben aber die Schwarzstörche. Als am 14. März der erste Storch neben der Abdeckung stand, haben wir noch am selben Tag die Abdeckung heruntergezogen. Natürlich nachdem wir sorgsam geschaut haben, dass zu der Zeit kein Storch in der Nähe ist. Schon zwei Tage später war das Paar vollzählig und baute den Horst aus. Wir sind gespannt, wie die Entwicklung weitergeht.

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Elbe-Weser_Dreieck 2: Den zweiten Standort im Elbe-Weser-Dreieck haben wir dieses Jahr ebenfalls getauscht. Der alte Standort war mit vier ausgeflogenen Jungvögeln der erfolgreichste im letzten Jahr. Daher haben wir uns für einen weiteren Standort entschieden auf dem die Bruten 2019 und 2020 jeweils aufgegeben wurden. Der ursprüngliche Horst ist nach einem Windwurf zusätzlich freigestellt. In Sichtweite zum alten Horst wurde ein Kunsthorst errichtet, an dem die Kamera montiert wurde. Wir sind gespannt, wie schnell der Kunsthorst angenommen wird. Bisher konnten wir noch keinen Vogel fotografieren.

Östliche Börden: Da es 2020 einen Brutabbruch mit ungeklärter Ursache gab, haben wir den Standort mit ins Beobachtungsprojekt genommen. Der Horstbaum ist inzwischen abgestorben. Leider hat sich noch kein Storch blicken lassen.

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Harz: Auch das Harzrevier haben wir neu mit aufgenommen. 2020 mussten die Jungvögel wegen Nahrungsmangel vom Horst geborgen werden. Auch in den Vorjahren hat es Schwierigkeiten bei der Jungenaufzucht gegeben. Dies wollen wir in diesem Jahr genauer beobachten. Der erste Vogel traf am 20. März und der Zweite sieben Tage später ein. Wir sind gespannt!

Amt Neuhaus: Ebenso erging es uns beim einzigen Horst östlich der Elbe im Amt Neuhaus. Für den Brutabbruch in 2020 gab es keine klar erkennbare Ursache. Anfang März hat es sich für eine Nacht ein Waschbär bequem gemacht. Seit Ende März ist das Paar komplett. Mal sehen, wie das ausgeht.

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Südheide 4: Auch in der Südheide wurde ein weiterer Horst mit in das Programm genommen. Es ist eines der ältesten Reviere in Niedersachsen und bis 2019 hat immer ein Paar erfolgreich auf dem Horst gebrütet. 2020 war der Horst nicht besetzt, obwohl Schwarzstörche im Revier beobachtet wurden. Es wurde aber auch ein Seeadler-Paar während der Brutzeit gesichtet.

Und zusätzlich gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft noch ein weiteres Schwarzstorch-Paar. Eine hochspannende Konstellation. Leider kam bisher nur vereinzelt ein Einzelvogel vorbei.

Weserbergland: Auf diesem Horst konnten wir 2020 erstmalig eine Uhu-Brut beobachten. Das Schwarzstorch-Paar übersommernd im Revier. Daher haben wir auch hier, wie im Elbe-Weser-Dreieck, zur Brutsaison 2021 eine Abdeckung auf den Horst gebracht. Nachdem der Storch im Elbe-Weser-Dreieck neben der Abdeckung gestanden hatte, haben wir auch die Abdeckung im Weserbergland heruntergenommen.

Vielleicht zu früh. Der Uhu brütete hier noch nicht und hat sofort seinen letztjährigen Brutplatz wieder okkupiert.

Zusammenfassend kann bisher festgehalten werden, dass fünf Brutstandorte fest besetzt sind (1, 3, 8,12 und 13), Bei fünf Standorten ist das Paar vereint auf den Horsten zu sehen. Es gibt aber noch wenig Aktivitäten. Daher ist es vage, ob sie an diesen Horsten auch zur Brut schreiten (2, 4, 5, 6 und 7). Beim Standort Elbe-Weser-Dreieck 1 (Nr. 9) war das Paar nur Mitte März kurzfristig zusammen.

Seitdem scheint das bauwütige Männchen noch auf ein verspätetes Weibchen zu hoffen. Bei den Horsten 10 und 11 sind bisher keine Schwarzstörche aufgetaucht und beim Standort 14 nur sehr sporadisch, sodass wir hier nicht von einer Brut ausgehen können. Und abschließend fällt auch der Standort 15 für die Schwarzstörche in dieses Jahr wieder wegen Hausbesetzung aus.

Insgesamt verspricht dies wieder eine sehr spannende Schwarzstorch-Brutsaison zu werden.

Hausputz (Horstausbau), Nachbarschaftsstreit und erster Nachwuchs

Westliche Börden 1: Die Störche brüteten seit dem 3. April und die ersten Jungstörche sind am 6.Mai geschlüpft. Bislang konnten zwei Jungvögel sicher gesehen werden, während die Kolkraben eine Etage höher ausgeflogen sind und auch mal neugierig ihre Untermieter beobachten.

Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Interessant ist, dass der Storch hier bereits zweimal größere Müllfetzen/Plastik am Horst eingetragen hat.

Südheide 3: Dieses Paar in der Südheide sorgt weiterhin für Aufregung. Es wird auch von außen beobachtet. Aufgrund des letztjährigen Brutabbruchs hatten wir uns entschieden, dem Paar einen weiteren Kunsthorst in dem Waldgebiet anzubieten. Auch an diesen Horst wurde eine Kamera angebracht. Für uns ist es sehr erstaunlich, dass das Männchen emsig an beiden Kunsthorsten ausbaut.

Damit hat er aber spät begonnen. Aus den Freilandbeobachtungen wissen wir, dass weiterhin ein dritter Storch im Revier ist. Wir gehen daher nicht mehr von einer Brut in diesem Jahr aus.

Westliche Börden 2: Während der Brutzeit gab es gelegentliche Attacken vom den benachbarten Storchenpaar. Trotzdem sind Anfang Juni vermutlich drei Junge geschlüpft! Die Brut verläuft ausgezeichnet. Der Horst wird während der Brutzeit und bei der Jungenaufzucht kontinuierlich weiter ausgebaut. 

Wendland: Nachdem nun tatsächlich am 18. April ein Seeadler im Wendland auf dem Nest gesessen war, hat das Männchen lange um ein (neues) Weibchen geworben. Am 22. April ist tatsächlich wieder ein Weibchen eingetroffen und das Paar ist vollzählig. Dennoch gibt es weiterhin keine Anzeichen für einen baldigen Brutbeginn. Vielleicht gibt es dort noch mehr Störungen durch die Seeadler, als wir sehen können.

Der Horst wird zumindest wieder gepolstert. Wir haben die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass sich vielleicht noch eine späte Brut einstellt… Richtig vielversprechend sehen die Bilder aber nicht aus.

Südheide 1: Nach gelegentlichen Besuchen eines Storches stand am 10. Mai plötzlich wieder das Paar auf dem Kunsthorst in der Südheide. Eventuell wurde eine Brut in der Nachbarschaft aufgegeben. Das Paar wurde zufällig auch an anderen Stellen zusammen gesehen. Dass es dieses Jahr noch zu einer Brut kommt, ist unwahrscheinlich. Aber es ist gut zu wissen, dass das Paar das Revier weiterhin besetzt.

Der Horst Südheide 3 in nur 3 km Entfernung ist dagegen dieses Jahr nicht besetzt.

Göttingen: Wir vermuteten, dass der Brutabbruch im letzten Jahre das Paar veranlasste, sich einen neuen Horststandort zu suchen. Wir wussten durch weitere Brutzeitbeobachtungen, dass das Revier noch besetzt ist. Jetzt sind wir sicher, denn mit etwas Glück wurde der neue Horst in ca. 700 m Entfernung gefunden. Auf dem alten Horst haben sich Nachmieter vorgestellt.

Solling: Hier sah es kurzzeitig so aus, als ob ein Mäusebussard-Paar den Kunsthorst übernimmt! Es wurde gebaut und begrünt, aber die Schwarzstörche setzten sich durch und haben das Nest zurückerobert.

Nach vielen Turbulenzen brütet das Paar nun endlich auf zwei Eiern. Zuvor gab es noch Horstkämpfe mit einem dritten Storch (s. Foto).

Elbe-Weser-Dreieck 1: Unser Uhu-Experimenthorst hat vermutlich eine Happy End. Das Paar brütet nunmehr auf vier Eiern. Der Weg dahin war aber ebenfalls turbulent. Das Paar war am 16. März komplett und es hätte früh mit der Brut beginnen können.

Doch ab dem 24. März war das Männchen wieder allein. Es wartete stoisch 18 Tage bis wieder ein neues Weibchen auftauchte. Hin und wieder wird das Nest weiterhin mit Fichtenzweigen begrünt.

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Elbe-Weser-Dreieck 2: Man sieht es nicht gut auf dem Foto, aber unsere Vermutung wurde bei einer vorsichtigen Kontrolle Anfang Mai bestätigt. Die Störche ignorieren unseren gut gemeinten neuen Kunsthorst. Sie bauen wieder den alten Horst – rund 100 m weiter – in einer abgängigen Esche aus. Solange sie Erfolg haben, soll es uns recht sein.

Östliche Börden: Auch hier in der Börde gab es eine Überraschung, als plötzlich erstmals in 2021 ein Storch zu Besuch kam und scheinbar kurzzeitig sogar am Nest baute. Vielleicht gibt es in der Nähe doch einen neuen Brutplatz?

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Harz:  Hier verlief bisher alles ganz ruhig, bis auf den Wintereinbruch Anfang April. Der Schnee ist wieder abgetaut und die Jungen sind geschlüpft. Die Anzahl der Jungvögel ist noch nicht erkennbar. 

Amt Neuhaus: Seit dem 23.April wird im Amt Neuhaus gebrütet, nachdem sich das Paar zuvor reichlich Zeit gelassen hat. Die Brut verläuft bislang ohne Zwischenfälle. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Südheide 4: Gelegentlich schaut weiterhin ein Storch vorbei. Wir vermuten derzeit, dass das Paar ein neues Nest hat, da es regelmäßig über dem Waldbereich gesehen wird. Ob die Brut erfolgreich verläuft, ist offen. Es wurden schon häufiger Luftkämpfe mit einem weiteren Schwarzstorch beobachtet, der in nicht mal 3 km Entfernung im Privatwald brütet.

Auch an diesem Horst hat die Vogelschutzwarte eine Kamera installiert. Hier sind zwei Jungvögel geschlüpft.

Weserbergland:  Die Jung-Uhus entwickeln sich prächtig und der Horst sieht zeitweise wie ein Schlachtfeld aus. Das Storchenpaar ist auch im Revier.

Westliche Börden: Drei Jungstörche sind wohlbehalten auf dem Horst groß geworden. Leider hatten wir ab Anfang Mai technische Probleme. Die Kamera sendete vermutlich wegen Empfangsproblemen keine Bilder. Das Kontrollfoto von Ende Juni belegt aber die erfolgreiche Brut mit drei Jungvögeln.

Die befürchteten Schwierigkeiten mit den Obermietern – den Kolkraben – blieben aus. Hoffentlich gibt es noch das eine oder andere schöne Bild auf der Speicherkarte der Kamera.

Südheide 3: Bis zum Schluss bestand reichlich Interesse an dem neu errichteten Kunsthorst in der Südheide. Im Mai haben wir den uns bekannten, dritten Storch vor die Kamera bekommen.

Es ist vermutlich ein Männchen, der das Paar seit März begleitet und stört. Zu einer Brut kam es daher leider nicht.

Westliche Börden 2: Der Horst ist in der ersten Brutsaison erheblich angewachsen und die Störungen durch Fremdstörche sind zurückgegangen. 

Die drei Jungstörche wuchsen gut und ohne weitere Zwischenfälle heran. Ein schöner Erfolg für alle Beteiligten.

Wendland:  Nach dem Seeadler-Besuch Mitte April im Wendland wartete das Männchen lange auf ein Weibchen. Das traf auch ein und beide hielten erstaunlich lange bis Anfang Juli an dem Horststandort fest.

Zu einer Brut kam es aber nicht. Vielleicht gab es weitere Störungen durch die Seeadler, die auf den gesendeten Bildern nicht zu sehen sind. Das Auslesen der Speicherkarte gibt vermutlich weitere Aufschlüsse.

Südheide 1: Anfang Mai war das Paar einmal auf dem Horst. Ansonsten zeigten sich nur Einzelstörche. Der letzte wurde am 15. Mai fotografiert.

Das Paar wurde zusammen in der Nähe beobachtet, daher gehen wir nicht von einer erfolgreichen Brut im Revier aus. Der Adlerbesuch im letzten Jahr hatte eine nachhaltige Wirkung.

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Südheide 3: Weiterhin gelegentliche Nestbesuche eines Vogels lassen die Hoffnung auf eine unentdeckte Brut in der Umgebung nicht ganz verschwinden.

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Göttingen: Ab und zu schaut noch ein Partner des Paares am alten Horst vorbei. Die Brut auf dem neuen Horst verlief erfolgreich.

Solling: Der turbulente Brutbeginn im Solling mit Horstbesetzern und einem Fremdstorch brachte leider kein glückliches Ende.

Es wurden zwar zwei Eier gelegt und ausgebrütet. Die beiden späten Jungstörche verstarben aber kurz nach dem Schlüpfen Anfang Juni. 

Elbe-Weser-Dreieck 1: Nach der ebenfalls turbulenten Startphase verlief das Brutgeschäft mit dem neuen spät eingetroffenen Weibchen reibungslos. Aus dem Vierergelege schlüpften ab dem 23. Mai drei Jungstörche. Auch bei dieser zweiten Spätbrut verstarben innerhalb weniger Tage zwei der drei Küken.

Wir vermuten, dass die Jungstörche wegen der extrem nassen Tage um den Schlupftermin von Lungen-Schimmelpilze befallen wurden. Dies konnte zumindest in 2021 bei Weißstörchen nachgewiesen werden. Am 1. Juni gelang die Aufnahme, wie ein Altstorch ein bereits totes Küken fraß. Der überlebende Jungvogel wurde erfolgreich gehudert und gepäppelt.

Wir vermuten, dass das erste Weibchen, das sehr früh nochmal den Horststandort und damit das Männchen wechselte, ebenfalls erfolgreich eine Viererbrut im benachbarten Revier Elbe-Weser-Dreieck 1a hochbrachte.

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Elbe-Weser-Dreieck 2: Bis letztes Jahr brüteten die Störche auf einem Kunsthorst in einer Esche. Nachdem die Esche so gut wie abgestorben war, wurde in unmittelbarer Nachbarschaft ein Kunsthorst in einer Eiche errichtet und eine Kamera angebracht.

Die Störche nahmen aber wieder ihren bisherigen Horst in der abgestorbenen Esche an. Auf dem neuen „Eichenhorst“ zeigte sich das ganze Jahr kein Storch. Dafür schaute mal ein Habicht vorbei.

Östliche Börden: Auch mit diesem Kamera-Standort hatten wir in diesem Jahr kein Glück. Es tauchten nur sehr vereinzelt Störche auf.

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Harz: Unser Hoffen wurde erfüllt. Im letzten Jahr kam es wegen des Nahrungsmangels noch zum Abbruch der Brut an diesem Standort. Zwei Jungen wurden damals geborgen und aufgepäppelt. Nach dem witterungsbedingt schwierigen Start in diesem Jahr verlief die Zeit der Jungenaufzucht ungestört.

Es gab auch genug Nahrung. Aufgrund der weit entfernten Kamera konnte zu Beginn nicht erkannt werden, wieviele Jungstörche geschlüpft sind. Es waren letztendlich vier und alle sind wohlauf, gut genährt und dürften in Kürze ausfliegen.

Amt Neuhaus: Die späte Brut fand leider ein abruptes Ende. Am frühen Abend des 15. Mai muss ein Horstkampf oder ähnliches stattgefunden haben. Am Nachmittag war noch der brütende Altvogel auf dem Horst zu sehen. Das nächste übermittelte Bild am Abend zeigte uns ein verstörten Altvogel und 1 Ei lag am Horstrand.

Danach bekamen wir zwar täglich Bilder von dem Horst, aber nur einen Storch war noch zu sehen. Der zeigte mehrfach Drohhaltungen, die auf einen Eindringling oder Feind deuten. Teilweise polstert er aber auch das Nest erneut aus. Erst 28 Tage später war das Paar wieder zusammen auf dem Horst vereint. Das Paar hielt dafür bis Anfang Juli an dem Horst fest. Das lässt für das kommende Jahr hoffen.

Wir vermuten Seeadler oder Schwarzstorch als Verursacher dieses Abbruchs. Beide Arten brüten in der näheren Umgebung. Wir sind auf die Zusatzbilder der Speicherkarte gespannt.

Südheide 4: Weiterhin nur gelegentlich schaute ein Storch vorbei. Das Paar wurde regelmäßig über dem Waldbereich beobachtet. Wir vermuten derzeit, dass das Paar keinen Bruterfolg hatte, da es öfter zu zweit gesehen wurde.

Ihre Einflüge lassen auf den neuen Brutstandort schließen. Das Waldgebiet ist allerdings sehr groß. Es wird die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Die unliebsamen Nachbarn von Südheide 4 (4a) waren erfolgreicher. Die beiden früh geschlüpften Jungstörche entwickelten sich prächtig und der im Winter aufgenommene Waschbär tauchte nicht wieder auf. Die beiden Jungstörche werden in Kürze ausfliegen.

Weserbergland:  Die zwei Jung-Uhus haben den vollständig abgetragen Kunsthorst verlassen. Die Brut war erfolgreich. Das frühzeitige Verlassen eines Horstes von nicht flugfähigen Uhus ist nicht ungewöhnlich.

Das Schwarzstorch-Tagebuch 2020

Kurzfristig aber noch rechtzeitig vor der Ankunft der Schwarzstörche im Frühjahr 2020 haben wir die Kameras an den Horsten angebracht.

In diesem Jahr haben wir das erste Schwarzstorchpaar am 8. März in der Südheide fotografiert (Südheide 3).

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Der erste Einzelstorch war schon am 29. Februar auf demselben Horst. Einen großen Schub gab es vom 15. bis zum 18. März. Da trafen an fünf Horsten die Störche ein (Göttingen, Südheide 1, Elbe-Weser-Dreieck 1, Wendland 1 und 2).

Als Nachzügler kamen die Störche beim Horst Südheide 2 erst am 28.03.2020 an.

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Zu dieser Zeit waren schon zwei letztjährige Schwarzstorch-Horste im Weserbergland und im Elbe-Weser-Dreieck 2 von Uhus besetzt. Bei beiden Standorten vermuten wir, dass sich die Störche in der näheren Umgebung Ausweich-Horste bauen, da in beiden Revieren Schwarzstörche beobachtet werden konnten.

Das Gleiche gilt für den letzten Horst im Solling. Hier konnten wir bis zum heutigen Tag lediglich in einer Nacht ein Schwarzstorch ablichten, es gibt aber Sichtbeobachtungen aus diesem Frühjahr. Daher gehen wir davon aus, dass das Paar ebenfalls umgezogen ist.

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Alle besetzten Horste besserten die Störche umgehend aus und wir haben mehrfach Paarungen auf den Horsten dokumentiert. Die ersten Eier wurden dann am 29.03.2020 sowohl beim Vorkommen Wendland 1 und Elbe-Weser-Dreieck 2 abgelichtet.

Die Störche im Elbe-Weser-Dreieck brüteten aber schon ab dem 25.03.2020. Beim Vorkommen Göttingen konnten wir morgens am 10.04.2020 das erste Ei bestaunen. Wir warten noch auf das erste Ei beim Vorkommen Südheide 1, dem Paar das als letztes wieder eintrudelte.

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Dagegen muss das frühe Paar Südheide 3 noch kurzfristig umgezogen sein. Bis zum 19. März lief alles nach „Plan“, Kopula und Horst-Ausbesserungen wurden mehrfach festgehalten. Danach war abrupt Schluss. Es wurde kein Storch mehr auf dem Horst gesichtet. Es ist aber bekannt, dass die Störche noch im Revier sind. Den neuen Horst müssen wir zu späterer Zeit suchen.

Bei zwei Vorkommen haben wir innerartliche Auseinandersetzungen dokumentiert. Das Paar im Wendland 2 hat vermutlich deshalb seinen angestammten Horst aufgegeben. Das Paar ist aber noch im Revier. Die beiden letztjährigen Horste Südheide 1 und 2 liegen nur 3 km voneinander entfernt.

Beim älteren Horst Südheide 1 war bisher nur ein Storch zu sehen. Als unerwarteten Gast haben wir jedoch einen Seeadler nachgewiesen. Das Paar Südheide 2 kam verspätet und zusammen an.

Seit einer Woche haben sie regelmäßig Besuch von einem dritten – vermutlich dem einsamen Storch vom Standort Südheide 1.

Teilweise attackieren sich die Störche, teilweise stehen sie ruhig zu dritt nebeneinander. Es bleibt spannend wie das ausgeht. Das Paar hat noch kein Ei gelegt.

Bei den Horsten Südheide 1 und 2 wurden wir nach der Rückkehr und dem Häusle-Bau unerwartet überrascht. Wie bei dem früh zurückgekehrten Paar Südheide 3, dass kurz vor der Eiablage noch umzog, waren auch die Spätheimkehrer des Horstes Südheide 2 plötzlich weg. Täglich konnten wir das Paar mit Kopula und Nestbau beobachten. Auch zwei nächtliche Besuche eines Störenfrieds konnten die Störche nicht wirklich beeindrucken.

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Wir warteten also beim Horst Südheide 2 auf das erste Ei, aber am 27. April war auf einmal Schluss. Nur sporadisch tauchte noch ein Einzelstorch auf. Zu der Zeit wurde uns ca. 7 km südwestlich ein am Ständer (Bein) verletzter Altstorch gemeldet. Er hatte eine sehr geringe Fluchtdistanz. Der Storch konnte aber noch fliegen, sodass er nicht eingefangen werden konnte. Ob er zu diesem Paar gehört, kann nur spekuliert werden.

Nach 1 ½ Wochen Pause sind die Störche beim Horst Südheide 2 jedoch wieder zu zweit. Ob sie noch zur Brut schreiten, müssen wir abwarten.

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Dagegen gab es beim Horst Südheide 1 eine positive Überraschung. An dem Horst konnten wir bisher lediglich sporadisch einen Storch fotografieren. Plötzlich lag am 30. April ein Ei auf dem Horst und mittlerweile ist ein zweites Ei dazugekommen. Da die Eiablage sehr spät erfolgte, könnte es ein „Notgelege“ sein und das Paar ist kurzfristig auf diesen Horst umgezogen.
Als Erkenntnis bleibt, dass es viel mehr Bewegungen und kurzfristige Veränderungen bei den Brutpaaren gibt, als wir bisher annahmen.

Bei den drei weiteren besetzten Horsten lief dagegen alles nach Plan. Nach einer fünfwöchigen Brutperiode sind am 28. April beim Horst Elbe-Weser-Dreieck 1 die ersten vier Jungstörche geschlüpft. Sie wachsen seitdem wie im Bilderbuch heran.

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Eine knappe Woche später schlüpften auch auf dem Horst Wendland 1 am 4. Mai zwei Jungstörche. Die beiden weiteren Eier scheinen unbefruchtet zu sein.

Dieser Horst wird regelmäßig von Kolkraben besucht. Spannend und gefährlich wird hier der Zeitpunkt werden, wenn die Altstörche die Horst-Bewachung aufgeben. In der Umgebung brütet außerdem ein Seeadler. Wir hoffen, dass alles gut geht.

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In Göttingen lag der Schlupftermin in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai. Die Brut verläuft reibungslos.

Beim nicht besetzten Horst im Solling kommt sporadisch ein „Besucherstorch“ vorbei. Durch Zufall wurde in ca. 1 ½ km Entfernung der neue Horst gefunden. Das Revier ist, wie schon vermutet, weiter besetzt.

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Sowohl im Weserbergland als auch auf dem Horst Elbe-Weser-Dreieck 2 wächst je ein Jung-Uhu auf. Sie werden inzwischen vermehrt von den Elterntieren unbewacht gelassen.

Zu den Hausbesetzern:

Auf beiden Horsten sind die Jung-Uhus frühzeitig ausgeflogen. Im Weserbergland hat der Nachwuchs den Horst nach 56 Tagen verlassen und prompt hat ein Mäusebussard wenige Tage später den Brutplatz erkundet. Die Alt-Uhus schauen ebenfalls noch vorbei.

Durch eine Ortsbegehung haben wir festgestellt, dass der Jung-Uhu am Boden weiter versorgt wird. Vom Schwarzstorch haben wir bisher keine Spur im Umfeld des alten Nestes gefunden.

Beim Standort im Elbe-Weser-Dreieck 2 hat der Jung-Uhu noch früher den Horst verlassen. Was aus ihm geworden ist, ist uns nicht bekannt. Den freigewordenen Horst besuchte erstmals ein einzelner Schwarzstorch und in der Nacht ein Waschbär.

Auch dieses Schwarzstorchrevier ist also besetzt und wir haben in der Nähe Versorgungsflüge beobachtet. Jetzt müssen wir den neuen Brutplatz (nur noch) finden.

Bei dem Horst Wendland 2 schaute nach langer Zeit mal wieder ein Storch vorbei. Wo der neue Horst ist, ist uns leider unbekannt. Dagegen ist der Horst Wendland 1 weiterhin erfolgreich.

Nachdem die Horstwache der Altstörche beendet wurde, wachsen die beiden unterschiedlich alten Jung-Störche prächtig heran. Obwohl die Kolkraben das Geschehen weiterhin beobachten, bleiben Zwischenfälle bislang aus.

Die Brut auf dem Horst Südheide 1 war leider nicht erfolgreich, aber sehr spannend. Kurz nach dem Brutabbruch hat sich erneut ein alter Seeadler auf dem Nest gezeigt und danach wieder ein Schwarzstorch.

Den Grund des Abbruchs werden wir erst beim Auslesen der Speicherkarte der Kamera erfahren, denn leider wurde dieser spannende Augenblick nicht übermittelt.

Beim Nachbar-Horst Südheide 2 konnten wir bis Mitte Mai immer wieder 3 Störche am Horst beobachten. Das Paar hält weiterhin an dem Nest fest, baut gelegentlich und paart sich.

Die beiden vergessen nur das Wesentliche, Eier zu legen.

Im Süden Niedersachsens ist dagegen alles in Ordnung. Das Paar im Raum Göttingen hat die Horstwache Anfang Juni beendet. Die 3 Jungen wachsen weiter ohne Vorfälle auf.

Im Solling steht jetzt fest, dass das Paar umgezogen ist. Wir haben es in der Umgebung gefunden und konnten drei Jungstörche beobachten!

Der Spitzenreiter bleibt der Horst im Elbe-Weser-Dreieck 1. Hier haben die Störche als Erste und mit der größten Anzahl Nachkommen begonnen.

Die vier Jungvögel sind schon fast flügge, sie beginnen mit Flugübungen und dürften in ein paar Wochen ausfliegen.

Das erfolgreichste Paar bleibt der Horst im Elbe-Weser-Dreieck 1. Hier sind alle vier Jungvögel ausgeflogen. Der erste Storch startete mit seinen Erkundungsflügen am 2. Juli. Am 8. Juli war das Nest erstmalig komplett leer. Letztmalig waren am 14. Juli alle Jungvögel auf dem Horst versammelt.

Am Abend gab es die letzte Fütterung und die letzten Bilder mit Jungvögeln wurden um 21.47 Uhr übermittelt. Danach war der Horst leer.

Bei den beiden anderen erfolgreichen Paaren (Göttingen und Wendland 1) hat am 8. Juli, kurz vor dem Ausfliegen der Jungstörche, die Bildübertragung der Kameras aufgehört. Die Akkus waren leer.

Wir waren sehr froh, dass sie so lange gehalten haben – einen Monat länger als der Hersteller angab. Auf den drei Fotos sind die jungen Schwarzstörche auf dem Horst Göttingen bei der Körperpflege, entspanntem Warten und Schietwetter zu sehen.

Bis zum Ende ist der deutliche Größenunterschied der beiden Jungstörche beim Paar Wendland 1 zu erkennen.

Ein mögliches Indiz für eine angespannte Nahrungssituation in diesem Jahr. Am 7. Juli wurde die letzte Fütterung übermittelt.

Noch eine Überraschung: Völlig unerwartet tauchte Ende Juli für knapp eine Woche wieder das Paar beim Horst Südheide 3 auf! Eigentlich war alles wie am Anfang des Jahres (Balz, Kopula). Warum das Paar im Frühjahr kurz vor der Eiablage verschwunden ist, werden wir vermutlich nicht ergründen können.

Es wurden aber in der Nähe von dem Horststandort zwei Jungstörche beobachtet. Es ist also in dem Brutrevier zu einer erfolgreichen Brut gekommen. Das Revier war 2020 besetzt und der Horststandort wurde nicht aufgegeben.

Auch auf dem Horst Wendland 2 tauchte ein weiteres Mal ein Schwarzstorch im Sommer auf. Ebenfalls ein Indiz dafür, dass auch dieses Revier weiterhin besetzt ist.

Hier zeigen wir ein paar Bilder von dem frühzeitig verlassenen Uhu-Horst im Weserbergland.

Es zeigen sich ganz verschiedene Tiere vor der Kamera. Ein junger Grünspecht, ein Waschbär in der Nacht, ein Eichhörnchen und immer mal wieder ein Uhu haben den Horst besucht.

Seit Anfang August sind wir dabei die ersten Kameras abzunehmen und werten diese in den kommenden Wochen und Monaten aus. Wir sind gespannt auf die nicht übermittelten Bilder.

Wir erhoffen uns, dass noch die eine oder andere Frage beantwortet wird. Was geschah bei den beiden benachbarten Südheide-Paaren (Südheide 1 und 2)?

Woran scheiterte die Brut auf dem Horst Südheide 2? Waren es wirklich zwei Paare und was hat es mit dem dritten Storch bei dem Standort Südheide 1 auf sich? Die Antworten werden überraschen und folgen hier ab November.

Unser vorläufiges Fazit:

  • Auf jeder der 10 Landesforsten-Kameras wurden Schwarzstörche aufgenommen.
  • Drei erfolgreiche Bruten mit insgesamt neun Jungvögeln wurden begleitet.
  • Eine Brut wurde abgebrochen.
  • Ein Paar bzw. Trio hat übersommert aber nicht gebrütet.
  • Zwei Paare haben kurz vor dem Brutbeginn die Nester noch verlassen und sind vermutlich umgezogen.
  • Ein Paar ist bekanntermaßen umgezogen.
  • Bei einem Nest schaute nur gelegentlich mal ein Einzelstorch vorbei.
  • Zwei Nester wurden vom Uhu besetzt.

Nachdem nun einige tausend Fotos von den Speicherkarten der Kameras gesichtet und ausgewertet wurden, konnten folgende Erkenntnisse aus der diesjährigen Brutsaison gezogen werden:

Auf allen zehn Landesforsten-Kameras wurden Schwarzstörche aufgenommen. Somit wurden die Standorte vor der Brutsaison gut ausgewählt.

An einem Nest (Wendland 2) hielt sich gelegentlich das Revierpaar, zumeist aber nur ein Einzelstorch auf. Eine Brut fand auf dem Horst nicht statt.

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Der Nest-Standort Solling war vor zwei Jahren noch besetzt. Auch in diesem Frühjahr gab es vereinzelte Besuche eines Einzelstorches. Die Brut selbst fand aber auf einem neuen Horst statt, der uns mittlerweile bekannt ist.

Ein weiteres Paar (Südheide 3) hat sich kurz vor dem Brutbeginn noch umentschieden und hat vermutlich einen neuen Horst bezogen. Bis Ende März stand das Paar gemeinsam auf dem Horst, baute ihn aus und paarte sich. Kurz vor der Eiablage waren sie auf einmal weg und zur Brut kam es auf dem Horst nicht.

Ende Juli tauchten beide Störche wieder auf und paarten sich gleich wieder, als ob keine Zeit vergangen wäre. In dem Revier wurden im Sommer aber ein Jungvogel beobachtet, sodass wir davon ausgehen, dass das Paar erfolgreich auf einem noch unbekannten Ausweichnest gebrütet hat.

Die Schwarzstorchhorste Elbe-Weser-Dreieck 2 und Weserbergland wurden vor der Rückkehr der Störche von Uhus besetzt. In beiden Revieren wurden aber Brutzeitbeobachtungen von Schwarzstörchen gemacht.

Beim Standort Elbe-Weser-Dreieck 2 taucht auch ein Einzelstorch am Horst auf, nachdem der Jung-Uhu das Nest verlassen hatte. Die Reviere waren also besetzt, ob es zu erfolgreichen Brut kam ist uns nicht bekannt.

Das Horst-Paar Südheide 2 übersommerte – leider nicht allein. Ein zweites Weibchen stand lange Zeit mit am Horst und störte das Paar so sehr, dass es nicht zur Brut kam. Nach der Auswertung der Bilder von der Speicherkarte gehen wir davon aus, dass es ein zusätzliches Weibchen war und nicht das Weibchen vom Paar Südheide 1.

Das Paar brütete in nur 3 km Entfernung zum Paar Südheide 2. Zumindest standen am 29.03.2020 gegen 13.00 Uhr auf beiden Horsten zeitgleich die vollständigen Paare.

Drei Paare waren erfolgreich:

Göttingen mit drei ausgeflogenen Jungvögeln  – nach sehr vielen Bildern, gaben die Akkus dieser Kamera kurz vor dem Ausfliegen der Jungstörche auf. Die Vögel flogen aber erfolgreich Mitte Juli aus.

Wendland 1 mit zwei Jungvögeln – auch hier hielten die Akkus nicht ganz bis zum Ausfliegen der zwei Jungstörche Mitte Juli.

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Elbe-Weser-Dreieck 1 mit vier Jungvögeln – der letzte Jungvogel ist am 8.7.2020 ausgeflogen.

Bleibt noch der Horst-Standort Südheide 1. Hier konnten wir nach der Sichtung der Speicherkarten eindeutig den Seeadler als Verursacher des Brutabbruchs nachweisen.

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Am 9. Mai war das Paar noch zusammen auf dem Horst und die beiden Eier sind gut zu sehen. Nach dem Seeadler-Besuch am 14. Mai um die Mittagszeit war der Horst leer und die Brut aufgegeben. Eine Stunde vorher hat das Weibchen noch fest gebrütet.

Das Fazit des ersten Beobachtungsjahres:

Besetzt ein Uhu einen Schwarzstorch-Brutplatz, hat der Storch wenig Chancen diesen zurückzuerobern. Ob es zu Umsiedlungen in der Nachbarschaft gekommen ist und ob die Störche die alten Brutplätze 2021 wieder annehmen, falls sie nicht vom Uhu besetzt sein sollten, werden weiteren Beobachtungsjahre zeigen.

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Der Seeadler wurde eindeutiger als Grund für einen Brutabbruch nachgewiesen.

Schwarzstörche behindern sich teilweise selbst. Unverpaarte Einzelvögel (evtl. von abgebrochenen Bruten) stören z.T. vehement andere Brutpaare, sodass es nicht zur Brut kommt.

Mitunter kommt es kurz vor Legebeginn noch zu einem Horstwechsel. Wechselnester werden im Frühjahr aktiv genutzt!

Brutplätze werden im späteren Sommer (Juli) nochmals von einzelnen Paaren aufgesucht.

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Im ersten Jahr konnten keine Übergriffe oder Brutabbrüche aufgrund von Störungen durch Waschbären dokumentiert werden. Nur auf den beiden Uhu-Brutplätzen wurden nach der Brutzeit Waschbären fotografiert. Mit dem Baummarder hingegen hat der Schwarzstorch scheinbar keine Probleme und verließ den Brutplatz bei Annäherung durch diesen nicht.

Ausblick für die Saison 2021:

Seit Anfang August sind wir dabei die ersten Kameras abzunehmen und werten diese in den kommenden Wochen und Monaten aus. Wir sind gespannt auf die nicht übermittelten Bilder.

Wir erhoffen uns, dass noch die eine oder andere Frage beantwortet wird. Was geschah bei den beiden benachbarten Südheide-Paaren (Südheide 1 und 2)?

Woran scheiterte die Brut auf dem Horst Südheide 2? Waren es wirklich zwei Paare und was hat es mit dem dritten Storch bei dem Standort Südheide 1 auf sich? Die Antworten werden überraschen und folgen hier ab November.

Bis zum Frühjahr 2021 bleiben Sie gesund!

Das Schwarzstorch-Horst-Beobachtungsprojekt der Staatlichen Vogelschutzwarte (NLWKN)
und der Niedersächsischen Landesforsten (2020 bis 2022)

Die Niedersächsischen Landesforsten arbeiten gemeinsam mit der Staatlichen Vogelschutzwarte an einem Projekt bei dem wir Schwarzstorchhorste beobachten. Für das Projekt haben wir zehn Horste mit Brutabbrüchen in den Vorjahren ausgewählt.

Hier werden die Bruterfolge in diesem Jahr über Wildtierkameras beobachtet, um die Gründe für Brutabbrüche zu klären. So soll der Schutz der stark gefährdeten Vogelart in Niedersachsen in den nächsten Jahren verbessert werden.

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Horstbau2

Nachdem es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Niedersachsen fast keine Schwarzstörche mehr gab, haben sich die Brutbestände seit den 1970ern kontinuierlich erholt. Hierzu haben strenge Horstschutzmaßnahmen, der Bau von Kunsthorsten und die Renaturierung von Nahrungsbiotopen sowie eine generelle Verbreitungstendenz aus dem Osten beigetragen. Die Wiederbesiedlung begann im niedersächsischen Flachland und bereitete sich später bis ins Bergland aus. Von 15 Brutpaaren im Jahr 1971 wuchs der Bestand auf 50 Brutpaare im Jahr 2008 an. Diese Entwicklung stagniert jedoch und die Brutzahlen für Niedersachsen sind sogar leicht rückläufig. Die Rückgänge sind vornehmlich im Flachland zu verzeichnen. So verschiebt sich die westliche Ausbreitungsgrenze langsam nach Osten. In einigen Gegenden wie dem Elbe-Weser-Dreieck gibt es nur wenige besetzte Horste.

Die Gründe für die Brutabbrüche sind nicht abschließend bekannt. Witterungsextreme und die Zunahme und Ausbreitung von Prädatoren wie Uhu, Seeadler und Waschbär wirken sich vermutlich negativ auf den Bruterfolg aus. Erste Versuche mit dem Anbringen von Wildkameras ergaben erstaunliche Erkenntnisse. So konnte 2016 in der Südheide die Prädation durch einen jungen Seeadler nachgewiesen werden. In Schleswig-Holstein wurde 2019 die Prädation durch mehrere Kolkraben dokumentiert. Möglicherweise spielen auch innerartliche Auseinandersetzungen eine Rolle.

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Archivfoto_Schwarzstörche_auf_dem_Horst

Die Beobachtung über Wildtierkameras bietet viele Vorteile. Bisher wurden die Horste durch die Schwarzstorchbetreuer nur jeweils einmal zum Brutbeginn und zur Dokumentation des Bruterfolges aufgesucht. So werden die scheuen Waldvögel in der Brutzeit nicht gestört. Bei Brutabbrüchen konnte später nur über die Gründe spekuliert werden. Mit den Wildtierkameras können wir jetzt das Brutgeschehen zeitnah und störungsfrei beobachtet. Das Projekt ist auf drei Jahre angesetzt. In ganz Niedersachsen verteilt haben wir die zehn Kameras vor dem Eintreffen der Störche angebracht. In der Brutsaison 2020 beobachten wir zwei Horste im Elbe-Weser-Dreieck, zwei im Wendland, drei in der Südheide und jeweils ein Horst im Weserbergland, im Solling und im Raum Göttingen.

Die Elternvögel kommen Anfang bis Mitte März aus den Überwinterungsgebieten zurück und beginnen Anfang April mit dem Legen der Eier. Im Juli bis August verlassen die Jungvögel dann endgültig das Nest.

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Schwarzstorch

Horststandorte:

  • Weserbergland
  • Südheide 1
  • Südheide 2
  • Südheide 3
  • Wendland 1
  • Wendland 2
  • Göttingen
  • Solling
  • Elbe-Weser-Dreieck 1
  • Elbe-Weser-Dreieck 2

Neue Horststandorte in 2021:

  • Westliche Börden 1
  • Westliche Börden 2
  • Östliche Börden
  • Harz
  • Amt Neuhaus
  • Südheide 4

 

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