Forstamt Ahlhorn sät 1,5 Hektar Stieleichen
Naturschutz und Klimaresilienz im Fokus
(Ahlhorn/Emstek) Das Forstamt Ahlhorn startet in den vergangenen Tagen ein besonderes Projekt: Auf einer 1,5 Hektar großen Ackerfläche im Revier Baumweg der Niedersächsischen Landesforsten, angrenzend an die Ahlhorner Fischteiche, werden gemeinsam mit einem forstlichen Lohnunternehmer Stieleichen ausgesät. Der Betrieb nutzt die außergewöhnlich gute Saatguternte des Herbstes 2025, um robuste, klimaresiliente Bäume für die Zukunft zu ziehen.
Gute Ernte, nachhaltige Nutzung
„Die Eichelernte im Herbst 2025 war so ergiebig, dass wir nicht nur den Bedarf der Baumschulen decken konnten, sondern auch Saatgut zur direkten Aussaat zur Verfügung stellen konnten“, erklärt Olaf Schöne von der Forstsaatgutberatungsstelle der Niedersächsischen Landesforsten. Da Eicheln nur begrenzt lagerfähig sind – maximal über einen Winter –, wurde schnell nach einer sinnvollen Verwendung gesucht. Die Entscheidung fiel auf eine direkte Aussaat, eine sogenannte Freisaat, im April. Aufgrund der Risiken von Spätfrösten für früh gekeimte Pflanzen und der oft nasskalten Winterwitterung entschied man sich für diesen Aussaattermin. Bei einer Saat im April ist das Risiko für Spätfröste am geringsten, und die jungen Keimlinge haben beste Startbedingungen.
Vor der Aussaat wurde das Saatgut sorgfältig vorbereitet, sodass nur gesundes Saatgut zum Einsatz kommt.: Durch Abschwemmen im Wasser wurden hohle und faule Eicheln aussortiert. Zudem durchliefen die Eicheln eine Thermobehandlung, um den für Eicheln gefährlichen Schwarzfäule-Pilz zu bekämpfen. Das Saatgut stammt aus einer eigenen Samenplantage des Forstamtes in Syke. Saatgut aus Samenplantagen bietet den Vorteil einer hohen genetischen Vielfalt. Das macht die Eichen langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels.
Die Aussaatfläche grenzt direkt an das Naturschutz- und FFH-Gebiet der Ahlhorner Fischteiche. Hier bietet die Stieleichen-Saat die Möglichkeit, den Lebensraum der „Bodensauren Eichenwälder auf Sandebenen“ zu erweitern und damit vielen spezialisierten Arten einen dauerhaften Platz zu bieten.
Im ersten Jahr werden aus den Eicheln etwa 15 Zentimeter große Bäumchen wachsen. Trotz des höheren Pflegeaufwands im Vergleich zu klassischen Pflanzungen verspricht sich das Forstamt eine bessere und ungestörte Wurzelentwicklung. „Wir hoffen auf ein feuchtes Frühjahr, damit die jungen Eichen optimal anwachsen können“, so Stefan Spille, Förster für Naturdienstleistungen im Forstamt Ahlhorn.
Bilder zum Download finden Sie HIER. Bildquelle: Niedersächsische Landesforsten / NLF
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