Das Forstamt Seesen verjüngt sein Team

 In Forstamt Seesen, Harz, NFBZ Münchehof, Regionale Presseregion Süd

Neue Auszubildende und ausgelernte Fachkräfte pflegen die Wälder im nördlichen Harz und Harzvorland

(Seesen) Das Forstamt Seesen verstärkt nicht nur seine Wälder mit zahlreichen Baumarten, sondern verjüngt auch sein Team. Drei Auszubildende haben im letzten Sommer ihre Forstwirtlehre im Wald begonnen: Simon Riegert, Laurenz Strohmeyer und Mattis Heindorf heißen die Berufsstarter. Sie kommen aus der Region und sind seit sechs Monaten bei den Niedersächsischen Landesforsten beschäftigt. Die angehenden Forstwirte werden dringend benötigt für den laufenden Waldumbau sowie für die Pflege der heranwachsenden Bergmischwälder. Unbefristet und somit fest im Seesener Forstamt-Team beschäftigt sind die Forstwirte Jonas Grotelüschen und Thore Heim sowie die Forstwirtin Jolina Sonnenberg. Letztere hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Thore Heim im Forstamt Seesen gelernt. „Das hatten wir über 15 Jahre nicht mehr, dass wir den eigenen, ausgebildeten Nachwuchs im Forstamt direkt ins Team übernehmen konnten“, freut sich Forstamtsleiter Michael Thätner und ergänzt mit Blick auf die Schneeschmelze: „Wir starten mit einem deutlich verjüngten und gut gemischten Team in die nächste Pflanzsaison“.

Auch Jonas Grotelüschen kehrt zu seinen „Seesener Wurzeln“ zurück. Der Forstwirt und geprüfte Forstmaschinenführer hatte ebenfalls in Seesen gelernt und war anschließend im Forstamt Clausthal tätig. Er verstärkt die Arbeitsgruppe im Revier Luchsstein. Dort arbeitet auch Thore Heim, während Jolina Sonnenberg, die erste Fortwirtin im Team, der Arbeitsgruppe Hohestein angehört. Jonas Grotelüschen hilft zudem im Maschinenstützpunkt als Führer einer Forstspezialmaschine aus.

Laufende Erneuerung auf allen Ebenen – Generationenwechsel in großen Schritten

Bei den Revierförstereien ist die personelle „Verjüngung“ weitestgehend vollzogen. Aber bei den Forstwirten, die sich in mühsamer Handarbeit um die praktischen Waldarbeiten kümmern, werden in den kommenden Jahren mehrere Arbeitskräfte in Rente gehen. Forstamtsleiter Michael Thätner hatte im Juni 2025 die Verantwortung für den Gesamtbetrieb von seinem Vorgänger Henning Geske übernommen.

„Im Bereich unserer Forstwirt-Beschäftigten konnten wir jetzt einen großen Schritt in Richtung Generationswechsel machen“, ist Michael Thätner erleichtert. Die körperlich schwere Arbeit im Wald bei Wind und Wetter und im schwierigen Gelände sei herausfordernd. Mit der Natur verbunden zu sein und im Team an der frischen Luft zu arbeiten seien typisch für den abwechslungsreichen Job. Das Arbeitsprogramm der nächsten Jahrzehnte verlange den Arbeitsgruppen einiges ab, und gemeinsam mit den erfahrenen Kollegen werden die Neuen gut eingearbeitet. „Sie sind hoch motiviert und wissen genau, was sie erwartet“, lobt der Forstchef die Neuaufstellungen in seiner Mannschaft.

Michael Thätner und seine Kollegin und Betriebsdezernentin Jella Rebentisch-Weikert sehen darin eine wertvolle Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte. „Wer aus dem Harz stammt oder aus dem Umland kommt, kennt die Arbeitsbedingungen in unseren Wäldern. Was Forstwirtinnen und Forstwirte in den vergangenen Jahren im Wald und für den neuen Harzwald geleistet haben, ist ein wertvolles Geschenk an die kommenden Generationen“, betont Försterin Rebentisch-Weikert.

Die Wälder der Niedersächsischen Landesforsten im Harz befinden sich in einer bisher nicht dagewesenen Umbruchphase. Mehrere aufeinanderfolgende Trockenjahre mit Borkenkäfer-Massenvermehrungen haben die historisch bedingten Kulturwälder aus Nadelbäumen absterben lassen. Rund 80 Prozent der ehemaligen Fichtenforste sind in den Forstämtern Clausthal, Lauterberg, Riefensbeek und Seesen im Westharz verschwunden. Jetzt läuft ein intensiver Umbau von ehemaligen reinen Nadelwäldern hin zu artenreichen Bergmischwäldern.

Sobald Schnee und Frost es zulassen, geht die Pflanzsaison weiter. Dann werden im Forstamt Seesen und im gesamten Westharz wieder zahlreiche Baumarten gepflanzt. Ergänzt werden die Pflanzungen durch reichlich natürliche Verjüngung, also Samenanflug. So entsteht der Bergmischwald, zu dem auch die jungen, neu eingestellten Fachkräfte ihren Beitrag leisten. Denn der Wald wächst bekanntlich langsam und spiegelt immer die Bedürfnisse und Leistungen mehrerer Generationen wider.

Unser Foto zeigt von links nach rechts :

Betriebsdezernentin Jella Rebentisch-Weikert, Azubi Laurenz Strohmeyer, Azubi Mattis Heindorf, Azubi Simon Riegert, Jolina Sonnenberg, Thore Heim, Jonas Grotelüschen und Forstamtsleiter Michael Thätner Bilder zum Download finden Sie HIER

https://nlf.pixxio.media/share/1768903034DvlMUTpVzV4WaX

Bildquelle: Niedersächsische Landesforsten / NLF

 

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