Landesforsten verbessern Lebensraum im Steinbruch bei Badenhausen

 In Forstamt Riefensbeek, Harz, Regionale Presseregion Süd

Forstamt Riefensbeek baggert Biotope für Libellen, Frösche und Gartenschläfer

(Osterode) Das Niedersächsische Forstamt Riefensbeek belebt mit Hilfe eines Baggers ein vergessenes Feuchtbiotop. Feuersalamander, Gartenschläfer und Libellen sollen so einen stillgelegten Steinbruch besiedeln können. Der Steinbruch bei Badenhausen war bereits vor Jahren renaturiert worden, die Wasserfläche in der Sohle war aber wieder verlandet. Er liegt am Großen Uferbach in der Revierförsterei Freiheit. Mitte Januar baggerte ein örtliches Bauunternehmen den verlandeten Gewässerrand wieder aus. Der Bodenaushub aus der Steinbruchsohle diente dazu, Flachwasserzonen zu modellieren. Frösche, Kröten und Molche können nun in der neu geschaffenen Flachwasserzone wieder laichen. Libellen finden im Stillgewässer Sumpfpflanzen zur Eiablage und Landeplätze für den Hochzeitstanz. Und seltene Gartenschläfer nutzen sowohl Feuchtgebiete als auch Geröllflächen im Steinbruch als Nahrungsstätte und Versteckmöglichkeit.

Fichten weichen für das Naturschutzprojekt – Revierförster fördert Laubbäume in Bachnähe

„Der Bagger hat die ganze Zeit bei Dauerfrost gearbeitet. Der gefrorene Boden ist besonders tragfähig und gut befahrbar“, freut sich Revierförster Tim Eickmann. Der Leiter der Försterei Freiheit ist mit dem Ergebnis der Erdarbeiten zufrieden. Die ehemalige Steinbruchsohle habe sich vom Hang aus schon wieder mit Wasser befüllt, beobachtet der Forstmann. Die Vegetationsphase im Frühling lasse die Uferrandbereiche schnell grün werden, ist sich Tim Eickmann sicher. Auch Naturschutz-Förster Jörg Sonnabend von den Niedersächsischen Landesforsten kommt zu einem positiven Urteil: „Wir haben hier einen „Lost-Place“ vorgefunden und daraus ein Schmuckstück für den Artenschutz geschaffen“, freut sich Sonnabend. Neben den Baggerarbeiten sorgte Sonnabend für ein besseres Bachklima. „Fichten am Großen Uferbach mussten weichen, weil sie das Gewässer ganzjährig beschatten. Stattdessen fördern wir am Bach Laubbäume wie Erlen und stellen die steilen Böschungsbereiche frei“, nennt Waldökologe Jörg Sonnabend weitere Pflegearbeiten.

Sowohl der Naturschutzförster als auch das Forstamt Riefensbeek begrüßen die finanzielle Unterstützung durch die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN), die über das Gartenschläferprojekt des BUND Niedersachsen zustande kam. „Ohne die Förderung der GFN wäre der Steinbruch vergleichsweise artenarm geblieben“, ist sich Förster Eickmann sicher.

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Foto 1: Ausgangszustand des ehemaligen Steinbruchgeländes, die Entnahme der Fichten im Böschungsbereich ist bereits abgeschlossen Foto 2: Fertiggestelltes Naturschutz-Kleinod mit unterschiedlich tiefen Gewässerbereichen

Bildquelle: Niedersächsische Landesforsten / NLF

 

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