Wo Frösche, Kröten und Molche sich zu Hause fühlen
Niedersächsisches Forstamt Ahlhorn feiert Internationale Tage des Waldes und des Wassers
(Ahlhorn/Baumweg) Amphibien, auch Lurche genannt, leben nicht nur an Land, sondern brauchen auch Wasser als Raum zur Fortpflanzung. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes und des Weltwassertags, am 21. und 22. März 2026, macht das Forstamt Ahlhorn der Niedersächsischen Landesforsten auf die Arten aufmerksam, die nicht nur im Wasser zu Hause sind, sondern auch den Wald als Lebensraum annehmen.
Krötenzäune retten Leben bei Krötenwanderung
Wer regelmäßig den Baumweg und die Straße „Zu den Fischteichen“ fährt, kennt im Frühjahr die grünen Planen, die links und rechts der Straße stehen. Seit 2024 stellt der Landkreis Cloppenburg jedes Jahr mit Beginn der Wanderzeit im Rahmen des über das Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Vielfalt in Geest und Moor“ Amphibienzäune auf. Damit soll vermieden werden, dass Frösche, Kröten und Molche während ihrer Wanderung von den Überwinterungsplätzen zu den Laichgewässern von Fahrzeugen, die die Straßen im Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitatgebiet „Ahlhorner Fischteiche“ nutzen, überfahren werden.
Auf der den Waldflächen zugewandten Seite des Krötenzaunes stehen alle 20 Meter Eimer. Laufen die Lurche Richtung Straße, stoßen sie auf den Zaun und wandern an ihm entlang, bis sie in einen Eimer fallen. Diesen bringt ein Gutachterbüro regelmäßig über die Straße, zählt und bestimmt die Individuen und entlässt sie sicher auf ihrem Weg Richtung Gewässer.
2300 Tiere in einer Woche
„In diesem Jahr bauen wir knapp zwei Kilometer Amphibienzäune am „Baumweg“ und „Zu den Fischteichen“ auf. Vor allem Erdkröten, Gras- und Teichfrösche sind hier unterwegs. In den Eimern finden wir aber auch Knoblauchkröte, Moorfrosch sowie Faden-, Teich- und Kammmolche“, erklärt Steffen Hogeback von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Cloppenburg. Dabei sind gerade jetzt, nach dem kalten Winterwetter, besonders viele Amphibien unterwegs. Knapp 2300 Exemplare gingen den Gutachtenden allein in der vorletzten Woche bei den Katzenköpfen am Baumweg in die Eimer.
Strukturreiche, feuchte Wälder mit Gewässern sind ideale Lebensräume für Lurche. Teiche, Tümpel, Bäche, Gräben oder sogar Pfützen dienen ihnen als Fortpflanzungsort. Hier paaren sich die Tiere. Die befruchteten Eier werden als Laich im Wasser abgelegt. Baumstümpfe und Erdlöcher in den Waldbeständen hingegen dienen den meisten wechselwarmen Amphibien als Überwinterungsorte. Fallen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, wechseln sie in die Winterstarre.
Artenschutz ist Teil der täglichen Arbeit des Forstamtes
„Das Waldgebiet Baumweg ist ein ideales Amphibienquartier. Mit der Lethe, den Ahlhorner Fischteichen und zahlreichen anmoorigen Gewässerstrukturen im Wald gelegen, finden die Tiere auf kleinem Raum alles, was sie zum Leben brauchen. Diese Biotope schützen und fördern wir im Rahmen unserer täglichen Arbeit, denn der Artenschutz hat für uns eine besondere Bedeutung“, schildert Linea Kalinowski, Försterin für Waldnaturschutz, das ökologische Engagement des Forstamtes Ahlhorn.
Dass die Ahlhorner Fischteiche, samt großen Teilen des Waldgebietes Baumweg sowohl Naturschutzgebiet, als auch Fauna-Flora-Habitatgebiet sind, kommt den seltenen und zum Teil in ihrem Bestand gefährdeten Arten, wie der Knoblauchkröte oder dem Kammmolch, zugute. Aber auch das Forstamt Ahlhorn hat den Artenschutz im Rahmen der Langfristigen, Ökologischen Waldentwicklung, nach welcher die Niedersächsischen Landesforsten landesweit arbeiten, fest im Blick.
Autofahrende aufgepaßt!
Der Schutz ihrer Lebensräume, aber auch der Amphibien selbst, darf allen am Herzen liegen. Hogeback bittet daher vor allem die Autofahrenden: „Fahren Sie im Frühjahr an Gewässern oder in bewaldeten Gebieten vorsichtig. Gerade Erdkröten gehen an den Straßen gern auf Brautschau. Sie nehmen die Gefahr nicht wahr und können schnell überfahren werden.“ Außerdem bittet er, die Amphibien in den Eimern belassen, damit sie für die Forschung erfasst werden können. So können alle etwas zum Erhalt dieser besonderen Lebewesen beitragen.
Hintergrund
Amphibien
Amphibien, auch Lurche genannt, teilen sich ein in Schwanzlurche (Salamander und Molche, etwa 820 Arten = ca. 9 % der Amphibien), Froschlurche (Frösche, Kröten und Unken, etwa 7700 Arten = ca. 88 %) und Schleichenlurche (Blindwühlen, etwa 220 Arten = knapp 3 %; sie kommen in Europa nicht vor).
In Deutschland kommen insgesamt 21 Amphibienarten vor. Davon sind im Niedersächsischen Forstamt Ahlhorn etwa zwei Drittel vertreten. Diese sind zum Beispiel Teichmolch, Fadenmolch, Kammmolch und Bergmolch. Auch Erdkröte, Kreuzkröte, Knoblauchkröte, Moorfrosch, Grasfrosch, Laubfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch und Teichfrosch finden sich hier.
Wälder sind für Amphibien besonders wertvolle Lebensräume, weil sie sowohl Gewässer als auch Landlebensräume bieten. Beides kommt in unmittelbarer Nähe zueinander vor. Diese Lebensräume sind z.B. Feuchtwiesen, Bachauen, Waldränder, Hecken/Wälle, Moore, Waldtümpel, Weiher, Teiche und Laubmischwälder.
Besonders günstig ist dabei, dass die verschiedenen Lebensräume im Wald häufig räumlich eng miteinander vernetzt und wenig zerschnitten sind. Dadurch entstehen zusammenhängende, strukturreiche Lebensräume, die Amphibien gute Voraussetzungen zum Leben und zur Fortpflanzung bieten.
Internationale Tage des Waldes und des Wassers
Seit 1971 erinnert der Internationale Tag des Waldes am 21. März – dem kalendarischen Frühlingsanfang – an die globale Bedrohung der Wälder. Initiiert von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN), sollte er ursprünglich auf die damals eskalierende Abholzung aufmerksam machen. 2012 erhob die UN-Generalversammlung den Tag offiziell zu einem festen Termin im Kalender der Internationalen Tage.
Nur einen Tag später, am 22. März, steht seit 1993 der Weltwassertag im Fokus. Angeregt durch die Agenda 21 der UN-Umweltkonferenz in Rio (1992) und beschlossen von der Generalversammlung wird er seit 2003 von UN-Water koordiniert. Was als symbolische Initiative begann, hat sich zu einer zentralen Plattform für globale Wasserfragen entwickelt.
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