Wie kann ein Ring um eine Buche der Eiche helfen?

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Niedersächsisches Forstamt Ahlhorn schützt Eichenwälder

 

(Sandkrug/Ahlhorn) Das Barneführer Holz und das Schreensmoor sind Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitatgebiete (NSG- und FFH-Gebiet). Unter Schutz stehen hier auch Eichenwälder, von denen Einzelflächen nicht mehr bewirtschaftet werden. Damit die Eichen in Ruhe alt werden können, ringeln die Forstleute die aufstrebenden Buchen. Was passiert dabei genau?

Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitatgebiet

Das Barneführer Holz und das Schreensmoor, gelegen in der Försterei Sandkrug im Forstamt Ahlhorn der Niedersächsischen Landesforsten, sind ein Naturschutzgebiet (WE 240), Teil des FFH-Gebiets 174 „Mittlere und Untere Hunte (mit Barneführer Holz und Schreensmoor)“ und auf rund 250 Hektar geschützt. Die strukturreichen Wald- und Feuchtwiesengebiete im Talraum der Hunte haben eine hohe Bedeutung für den Naturschutz, aber auch für die Naherholung.

„Wir haben es hier mit sogenannten Habitatbaumflächen des Pflegetyps zu tun. Diese Flächen in einem FFH-Gebiet werden nicht mehr bewirtschaftet. Lediglich Pflegeeingriffe ohne Nutzungsgedanken sind zulässig. Die Alteichen dürfen hier natürlich altern und in ihre Zerfallsphase übergehen. Um die Eichen möglichst lange zu erhalten, greifen wir bei Bedarf bei den bedrängenden Bäumen, oft Buchen, ein“, erklärt Justin Böning, Leiter der Försterei Sandkrug.

Buche zurückdrängen und Eichenkronen Platz geben

Zu diesem Zweck müssen einzelne Buchen zurückgedrängt werden. Sie nehmen den Eichen seitlich im Kronenraum Platz weg und wachsen von unten ins Blätterdach ein. „Wenn Eichen Druck in der Baumkrone durch das Wachstum von Nachbarbäumen bekommen, degenerieren sie und können frühzeitig absterben. Das wollen wir verhindern. Mit dem Ringeln bringen wir die Buchen langsam zum Absterben, sodass die Eichen noch viele Jahrzehnte und Jahrhunderte stehen und alt werden können“, so Böning weiter.

Unterbrechung des Wasser- und Nährstofftransports

Durch das Ringeln wird die Rinde und das Kambium des Baumes entfernt. Damit sind die Leitungsbahnen für den Wasser- und Nährstofftransport durchtrennt und der Baum stirbt ab. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Buchen auf diese Weise nicht gefällt werden müssen. „Zum Teil stehen die Bäume auf diesen Flächen so dicht zusammen, dass sie nur unter Zuhilfenahme einer Maschine zu Fall gebracht werden könnten. Das würde große Schäden in den Eichenkronen mit sich bringen. Außerdem müssten wir dann die sensiblen Waldböden befahren, was wir in einer nicht bewirtschafteten Fläche vermeiden“, verdeutlicht der Förster.

Wertvolles Totholz

Die langsam absterbenden Buchen bilden als stehendes und später liegendes Totholz einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Waldes und zur Artenvielfalt. In Totholz finden zahlreiche Arten Unterkunft und Nahrungsmöglichkeiten, angefangen vom Specht bis zu holzbewohnende Insekten.

Die Arbeiten sind Teil des Bewirtschaftungsplans im FFH-Gebiet und bereits abgeschlossen. Sie wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg abgestimmt. Böning macht auf die grundsätzlich im FFH-Gebiet erhöhte Gefahr durch Totholz aufmerksam und bittet, sich an das Wegegebot im NSG zu halten. Eine Verkehrssicherungspflicht an den Wegen seitens des Waldeigentümers besteht nicht, daher sind alle Waldbesuchenden aufgefordert, selbst Gefahrenbereiche zu erkennen und zu meiden.

 

Bilder (Landesforsten) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

Für die Presse bieten wir zu aktuellen Ereignissen und Meldungen Bilder und Texte zum Download an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema veröffentlicht werden, mit dem sie in Verbindung stehen und müssen mit einem ungekürzten Urheberrechtsnachweis versehen sein, wie er jeweils an den Abbildungen angeben ist.

Recommended Posts