Wenn aus Freiflächen langsam wieder Wälder werden

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

Birkensaat auf ehemaligen Äckern im Niedersächsischen Forstamt Ankum

(Ankum/Lingen) Die Niedersächsischen Landesforsten forsten im Rahmen ihrer Naturdienstleistungen Ackerflächen auf. Diese bieten sie als Kompensationsmaßnahmen für ausgleichsverpflichtete Eingriffe in die Landschaft an. Im Raum Holte-Lastrup sät das Forstamt Ankum jetzt Birke, um einen Acker zu bewalden.

Birken sind Pioniere

Birken sind wie Vogelbeeren oder Weiden Pionierbaumarten und darauf spezialisiert Freiflächen zu besiedeln. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie wenig Ansprüche an Wasser und Nährstoffe haben, Klimaextreme gut ertragen können und schnellwachsend sind. Sie produzieren viele Samen, die in der Regel vom Wind verbreitet werden. Pioniergehölze bilden in der natürlichen Sukzession, also der zeitlichen Abfolge von Pflanzengesellschaften an einem Ort, sogenannte Vorwälder.

Schutz für Eichenpflanzungen

„Wir wollen hier auf etwa vier Hektar drei Eichenpflanzungen als Initial vornehmen. Auf den Flächen um diese säen wir Birkensamen. An den Flächenrändern pflanzen wir Weide als zukünftigen Waldrand. Damit erreichen wir zum einen eine zügige Bewaldung, zum anderen betten wir die Eichen mikroklimatisch besser, als auf einer reinen Freifläche“, schildert Björn Staggenborg, Förster für Naturdienstleistungen im Forstamt Ankum, die Arbeiten.

Auszubildende säen

Die Saat führen die Auszubildenden des Forstamtes Ankum mit ihrem Ausbildungsmeister Marek Hapke durch. Dafür spannen sie 250 Meter lange Schnüre über die Fläche, um die Saatreihen so gerade wie möglich zu führen. „Wir haben das Saatgut in PET-Flaschen gefüllt. Mit diesen laufen wir an den Schnüren entlang und lassen das Saatgut gleichmäßig aus den Flaschen rieseln“ beschreibt Marek Hapke das Verfahren. Die geraden Saatreihen ermöglichen später eine schonende Flächenpflege mit einem Mulchgerät.

Geprüftes und qualitiativ gutes Saatgut aus Oerrel

Rund vier Millionen Birkensamen bringen die Forstleute so in weniger als zwei Tagen auf die etwa vier Hektar Ackerfläche aus. Das Saatgut stammt von der Niedersächsischen Forstsaatgutberatungsstelle Oerrel in der Lüneburger Heide. Diese ist zentral für die Saat- und Pflanzenbeschaffung in den Niedersächsischen Landesforsten zuständig. „Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Saat aufgehen wird, da die Witterung derzeit optimal ist, so dass wir in wenigen Jahren mit einer dichten Bewaldung rechnen dürfen“, so Staggenborg.

Bodenschutz im Blick

Einen weiteren Vorteil hat die Birkensaat: Die robusten Samen können direkt auf den Boden ausgebracht werden. Eine Bodenverwundung, um den Mineralboden freizulegen ist nicht nötig. Und die Saat und Pflanzung von Pionier-Laubbäumen begünstigt natürliche Bodenbildungsprozesse. Natürlich gewachsener Boden ist eine Grundlage für gesunde Wälder und ein wichtiger Baustein im Maßnahmenpaket zur Milderung der Klimawandelfolgen.

 

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