Der natürliche Takt der Jahreszeiten
Schülerinnen und Schüler bauen im Waldpädagogikzentrum Weser-Ems eine phänologische Uhr
(Ahlhorn/Emstek) „Die Natur bestimmt die Jahreszeiten, nicht das Kalenderdatum.“ Dieser Grundsatz wird für Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Hildesheim derzeit im Waldpädagogikzentrum (WPZ) Weser-Ems der Niedersächsischen Landesforsten anschaulich erlebbar. Im Rahmen ihres zweiwöchigen Waldpraktikums legen die Siebtklässler hier eine phänologische Uhr an – einen lebendigen Naturkalender aus Bäumen und Sträuchern.
Ein Ziffernblatt aus Pflanzen
Kreisförmig wie eine Uhr pflanzen die Jugendlichen gemeinsam mit den Förstern Konstantin Bock und Torsten Bensemann vom WPZ zwölf verschiedene Gehölze. Mit einem Durchmesser von rund zehn Metern und ausreichend Abstand sollen die Pflanzen in den kommenden Jahren gut gedeihen. Doch bevor die „Uhr“ Gestalt annimmt, ist körperlicher Einsatz gefragt: Der steinige Boden erfordert tiefe Pflanzlöcher von etwa 60 Zentimetern. „Ganz schön anstrengend“, stellt Georg fest, während er sich durch die harte Erde arbeitete. Andere tragen bereits die nächsten, teilweise mehrere Meter hohen Pflanzen heran.
Nach und nach entsteht so ein besonderer Jahreskalender: Jede Pflanze repräsentiert eine typische Phase im Naturjahr, sei es Blüte, Austrieb oder Fruchtreife. Statt starrer Daten zeigt die phänologische Uhr, was tatsächlich in der Natur geschieht. Verwendet werden bekannte Arten wie Linde, Apfelbaum und Holunder. Für viele Schülerinnen und Schüler ist das eine neue Erfahrung: „Ich wusste nicht, dass es Bäume gibt, die im Dezember blühen“, sagt Sophie und zeigt auf die Schneekirsche.
Natur im eigenen Rhythmus
Dass die Natur ihren eigenen Takt hat, zeigt sich auch an diesem Tag: Während die Forsythie bereits erste gelbe Blüten treibt und damit den März ankündigt, zieht kurz nach Abschluss der Arbeiten ein Hagelschauer auf, eigentlich ein typisches Aprilphänomen. „Das Wetter mag sich verschieben, die Natur jedoch folgt ihrem eigenen Rhythmus. Genau das macht die phänologische Uhr sichtbar“, so Torsten Bensemann.
Unterstützt wird das Projekt durch die Bioland Baumschule Aloys Pöhler, die die Pflanzen zur Verfügung stellt.
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