Holzernte in der Deine bei Oldenstadt
Niedersächsische Landesforsten pflegen und verjüngen rund 25 Hektar Wald – Waldbesuchende werden um Beachtung der Wegesperrungen gebeten
(Uelzen/Oldenstadt) In der Deine bei Oldenstadt haben die Niedersächsischen Landesforsten mit umfangreicheren Holzernte- und Waldpflegearbeiten begonnen. Die rund 25 Hektar große Fläche gehört zur Revierförsterei Gohlau des Forstamtes Oerrel. Die Arbeiten werden voraussichtlich etwa vier Wochen dauern. Dabei werden insgesamt rund 1.500 Festmeter Holz geerntet.
Auf den Flächen stehen sowohl Bestände, in denen einzelne Bäume zur Pflege und Entwicklung des Waldes entnommen werden, als auch Bestände, in denen eine stärkere Nutzung vorgesehen ist. Ziel ist es, die vorhandene Naturverjüngung zu fördern und gleichzeitig Platz für die nächste Waldgeneration zu schaffen. Geerntet werden unter anderem Rotholz (Lärche und Douglasie), Fichte, Kiefer und Buche. Ein Teil des anfallenden Holzes wird auch als Brennholz genutzt.
„Bei der Holzernte geht es nicht allein darum, Holz zu nutzen. Wir pflegen damit den vorhandenen Wald und schaffen gleichzeitig die Voraussetzungen dafür, dass sich die nächste Waldgeneration entwickeln kann“, erklärt Revierförster Wilko Ennen von der Revierförsterei Gohlau.
Holzernte bewusst im Spätsommer
Der Zeitpunkt der Arbeiten ist nicht zufällig gewählt. Die Deine ist als Feuchtgebiet für Amphibien von Bedeutung. Im Frühjahr wandern dort zahlreiche Amphibien zu ihren Laichgewässern. Um diese Wanderungszeit möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird die Holzernte bewusst in den Spätsommer gelegt.
Auch bei der Planung der Arbeiten werden die unterschiedlichen Funktionen des Waldes berücksichtigt. Neben der Holzproduktion spielen der Natur- und Artenschutz sowie die Entwicklung stabiler, standortgerechter Mischwälder eine wichtige Rolle.
Fichten am Bach werden durch Erlen ersetzt
Eine Besonderheit der Maßnahme findet sich im Bereich entlang eines Bachlaufes. Dort werden kleinräumig Fichten entnommen und durch Erlen ersetzt. Die Fichte ist an diesen feuchten Bachstandorten nicht die ursprünglich passende Baumart. Ihre Nadelstreu kann unter solchen Bedingungen zur Versauerung des Oberbodens beitragen und die natürliche Entwicklung der bachbegleitenden Vegetation beeinträchtigen.
Die Erle ist dagegen an feuchte und zeitweise nasse Standorte gut angepasst und gehört natürlicherweise an Bach- und Gewässerränder. Mit der kleinräumigen Nachpflanzung soll deshalb die standortgerechte Entwicklung dieses Bereiches unterstützt und ökologisch aufgewertet werden.
„Wir wollen hier nicht einfach nur Bäume austauschen. Die Maßnahme ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um den Bachbereich wieder stärker an seinen natürlichen Standort anzupassen“, so Ennen.
Sicherheit geht vor
Während der Holzernte müssen einzelne Waldwege zeitweise gesperrt werden. Die Sperrungen sind notwendig, weil durch die eingesetzten Forstmaschinen und insbesondere während der Fällarbeiten erhebliche Gefahren entstehen. Auch wenn gerade keine Maschinen zu sehen sind, können sich noch Gefahrenbereiche im Bestand befinden.
Die Niedersächsischen Landesforsten bitten deshalb alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, Absperrungen und Hinweisschilder unbedingt zu beachten und gesperrte Bereiche nicht zu betreten. Bei der Holzernte besteht Lebensgefahr. Solche zeitweisen Wegesperrungen sind ein notwendiger Bestandteil sicherer Holzernte.
Für die Arbeiten werden landeseigene Forstmaschinen eingesetzt. Nach Abschluss der Holzernte und der Holzabfuhr werden die beanspruchten Waldwege kontrolliert und bei Bedarf wieder hergerichtet.
„Uns ist bewusst, dass die Arbeiten und die zeitweisen Sperrungen für Spaziergängerinnen und Spaziergänger Einschränkungen bedeuten. Gerade in einem so beliebten Waldgebiet bitten wir deshalb um Verständnis und darum, die Absperrungen ernst zu nehmen. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Wege wieder wie gewohnt genutzt werden können“, sagt Wilko Ennen.
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