Waldpädagogikzentrum Göttingen – RUZ Reinhausen aktiv im EU-Projekt UpSpace: Interview mit Bärbel Diebel-Geries
Das Waldpädagogikzentrum Göttingen – RUZ Reinhausen wirkt als deutsche Partner-Organistion im europäischen Erasmus-Projekt UpSpace mit. In dem Projekt arbeiten acht Partner aus vier Ländern zusammen, um Schüler*innen und Lehrkräfte in Bildung für nachhaltige Entwicklung und in effizientem Ressourceneinsatz zu schulen.
Umweltbildung gehört in den Unterricht – Interview von Kathrin Voll mit Bärbel Diebel-Geries:
Wie kann Umweltbildung fest in Schulen verankert werden und welche Rolle spielen Politik, Verbände und Projekte? Darüber haben Kathrin Voll (RUZ Reinhausen) und Bärbel Diebel-Geries (stellvertretende Landrätin im Landkreis Göttingen und Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes Göttingen) gesprochen.
Frühe Sensibilisierung
Diebel-Geries betont, wie wichtig es ist, Kinder schon früh mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in Berührung zu bringen – am besten bereits im Kindergarten. Gerade im ländlichen Raum gebe es die Chance, Natur, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion unmittelbar zu erleben. „Nur wer die Bedeutung einer intakten Umwelt versteht, setzt sich auch für ihren Schutz ein“, sagt sie.
Nachhaltigkeit als Querschnittsthema
Ein eigenes Fach hält sie nicht für nötig. Vielmehr müsse Nachhaltigkeit in allen Bereichen präsent sein – fächer- und jahrgangsübergreifend. Einen besonders großen Wert misst sie außerschulischen Lernorten wie dem Regionalen Umweltbildungszentrum Reinhausen bei: „Die Wirkung ist nachhaltig. Viele ehemalige Teilnehmende bringen inzwischen ihre eigenen Kinder wieder hierher.“
Bildungspolitische Verankerung
In Niedersachsen sei Nachhaltigkeit seit 2021 Teil des Bildungsauftrags, doch das reiche nicht. „Es braucht verbindliche Vorgaben – auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.“ Vor allem außerschulische Lernstandorte müssten verlässlich finanziert werden, idealerweise auch mit Bundesmitteln.
Herausforderungen im Alltag
Schulen stünden vor großen Hürden: enge Lehrpläne, Lehrkräftemangel und Kosten für Fahrten oder Teilnahmegebühren. „Es muss gewährleistet sein, dass alle Kinder teilnehmen können – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.“
Rolle von Partnerschaften
Kooperationen mit Verbänden, Behörden oder Unternehmen seien hilfreich, vor allem wenn sie finanzielle Unterstützung bringen. Entscheidend bleibe jedoch eine Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand. „Zum Beispiel sollten Fahrten zu außerschulischen Lernorten kostenlos über die Schülerbeförderung laufen – wie der normale Schulweg.“
Nachhaltige Wirkung
Nach über 25 Jahren Erfahrung am Lernstandort Reinhausen zieht Diebel-Geries ein klares Fazit: Strukturiere Umweltbildung stärkt Umweltbewusstsein, vermittelt Wertschätzung für regionale Lebensmittel, Freude am Kochen, gesunde Ernährung, Bewegung in der Natur und einen achtsamen Umgang mit Ressourcen – nicht nur bei Kindern, sondern auch in ihren Familien.
Persönliches Fazit
„Ich freue mich sehr über dieses Projekt. Wenn Nachhaltigkeit von Anfang an selbstverständlich ist und mit Begeisterung vermittelt wird, ist das ein großer Gewinn.“
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