Buchenpflanzung schützt empfindliches Moor

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

6400 Großpflanzen für den Erhalt des NSG „Moor in der Schotenheide“

 

(Ahlden/Rotenburg) Die Försterei Ahlden im Forstamt Rotenburg der Niedersächsischen Landesforsten setzt derzeit eine umfangreiche Pflanzmaßnahme rund um das Naturschutzgebiet (NSG) „Moor in der Schotenheide“ fort. Mit Hilfe eines Baggers werden insgesamt 6.400 Buchen-Großpflanzen gesetzt, um einen schützenden Buchenring um das Moor zu vervollständigen. Ziel ist es, die empfindliche Moorvegetation langfristig zu sichern und die Ausbreitung der invasiven Kulturheidelbeere einzudämmen.

Das Naturschutzgebiet „Moor in der Schotenheide“ (NSG LÜ 00171) schützt ein naturnahes Kleinsthochmoor in einer Talsenke sowie die angrenzenden Waldbereiche. Diese sollen sich gemäß der Schutzgebietsverordnung zu naturnahen Wäldern entsprechend der potentiell natürlichen Vegetation – insbesondere Eichen-Birkenwäldern – entwickeln und als Lebensraum für standorttypische, teils gefährdete Pflanzen- und Tierarten dienen.

„Die Pflanzung von Buchen ist derzeit die einzige wirksame Methode, um die Kulturheidelbeere dauerhaft auszudunkeln“, erklärt Katharina Niebel, Leiterin der Försterei Ahlden. Andere Baumarten wie Eiche, Birke oder Kiefer, die eigentlich der natürlichen Vegetation entsprechen würden, erzielen diesen Effekt nicht ausreichend. „Unter dem dichten Kronenschluss der Buche erhält die lichtliebende Heidelbeere nicht mehr genug Licht, um sich weiter auszubreiten.“

Die Kulturheidelbeere stellt insbesondere für Hochmoore ein großes Problem dar. Diese sensiblen und gesetzlich geschützten Biotope reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen. In der Schotenheide hat sich gezeigt, dass bei hoher Deckung der Heidelbeere moortypische Pflanzenarten vollständig verdrängt werden. Zudem beschleunigt die Pflanze durch erhöhte Verdunstung die Austrocknung bereits geschädigter Moorflächen.

Birte Riechers, Försterin für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Rotenburg, betont die besondere Herausforderung der Maßnahme: „Gerade im Moor sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Die Flächen können nicht befahren werden, und ein einfaches Abschneiden der Heidelbeere führt nur dazu, dass sie wieder austreibt. Der langfristige Schutz funktioniert hier nur über Beschattung.“

Der Buchenring um das Naturschutzgebiet ist keine neue Idee. Bereits frühere Generationen von Försterinnen und Förstern haben mit dieser Maßnahme begonnen. Die jetzige Pflanzung führt dieses Konzept konsequent fort und stärkt den Schutz des Moores für kommende Jahrzehnte.

Im Zusammenhang mit invasiven Arten weisen die Niedersächsischen Landesforsten zudem auf ein weiteres Problem hin: „Wir appellieren dringend an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Gartenabfälle im oder am Wald zu entsorgen“, so Riechers. Über diesen Weg gelangen immer wieder nicht heimische Pflanzen in den Wald, die sich dort unkontrolliert ausbreiten können. Beispiele sind der Japanische Staudenknöterich, die Kermesbeere, der weidenblättrige Spierstrauch oder Kirschlorbeer. „Jede einzelne Ablagerung kann neue invasive Arten in sensible Lebensräume einbringen.“

Hintergrund:

Hochmoore zählen zu den empfindlichsten, gefährdeten und gesetzlich geschützten Lebensräumen. Besonders betroffen sind ihre Randbereiche sowie ehemals abgetorfte oder entwässerte Flächen mit naturnaher Vegetation. In den Degradations- und Regenerationsphasen der Moore breitet sich die Strauch-Heidelbeere stark aus und verdrängt durch ihre hohe Lichtkonkurrenz die typische Moorvegetation. Viele Hochmoorarten gelten in Deutschland als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht – meist infolge von Entwässerung und Flächenverlust. Im Naturschutzgebiet „Moor in der Schotenheide“ zeigte sich, dass bei einer Deckung der Heidelbeere von 90 bis 95 Prozent keine moortypischen Pflanzenarten mehr vorkommen. Selbst bei einer Bedeckung von rund 70 Prozent sind diese Arten nahezu vollständig verdrängt. Zudem beschleunigt die Strauch-Heidelbeere die Austrocknung bereits geschädigter Moore, da ihre dichte Pflanzendecke die Verdunstung deutlich erhöht.

Bilder (Niebel/Riechers/NLF) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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