Obstbaumschnitt auf den Streuobstwiesen des Forstamtes Rotenburg

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Obstbaumschnitt auf den Streuobstwiesen des Forstamtes Rotenburg

(Rotenburg) Wenn im zeitigen Frühjahr vielerorts noch keine Blätter an den Bäumen sind, beginnt auf den Streuobstwiesen des Forstamtes Rotenburg der Niedersächsischen Landesforsten eine wichtige Pflegearbeit: der fachgerechte Obstbaumschnitt. In mehreren Revieren des Forstamtes – unter anderem in der Revierförsterei Spange, im Forstort Grafel sowie auf der Streuobstwiese am Forstamt in Rotenburg – wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Obstbäume geschnitten und gepflegt.

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Viele der Obstbäume sind alte Kultursorten, die auf regelmäßige Pflege angewiesen sind. Ziel des Schnitts ist dabei nicht in erster Linie ein möglichst hoher Ertrag, sondern vor allem die langfristige Gesundheit und Stabilität der Bäume.

Beim sogenannten Pflegeschnitt werden unter anderem von Obstbaumkrebs befallene Äste entfernt und die Kronen ausgelichtet. Dadurch gelangen mehr Licht und Luft in die Baumkrone. „Wenn die Bäume später im Jahr belaubt sind, können sie nach Regen schneller abtrocknen. Das erschwert Pilzkrankheiten die Ausbreitung und stärkt die Vitalität der Bäume“, erklärt Birte Riechers, Försterin für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Rotenburg. Zusätzlich werden einzelne Äste eingekürzt, damit die Kronen nicht zu weit ausladen. So lässt sich verhindern, dass schwere Fruchtlasten später zu Astbrüchen führen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Pflege jüngerer Streuobstwiesen. Dort wurden in den vergangenen Jahren neue Bäume gepflanzt, um alte Bestände zu verjüngen und Lücken zu schließen. Diese Jungbäume werden zusätzlich mit Hornspänen gedüngt, um ihr Wachstum zu unterstützen.

Die aktuellen Pflegearbeiten wurden in der Revierförsterei Spange von der Gartenbaumschule Maiwald aus Oldendorf durchgeführt. Inhaber Jonas Maiwald begleitet die Streuobstwiesen des Forstamtes bereits seit Jahren mit großem Engagement und Fachwissen.

Auch der Schutz der Bäume spielt im Wald eine wichtige Rolle. Gerade junge Obstbäume sind für Wildtiere attraktiv. Deshalb wurden in der Streuobstwiese in Spange im vergangenen Jahr die Einzelschutze erneuert, um Verbiss- und Schälschäden zu vermeiden.

„Streuobstwiesen sind nicht nur landschaftsprägend, sondern auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – von Insekten über Vögel bis hin zu Fledermäusen“, betont Riechers. „Mit regelmäßiger Pflege sorgen wir dafür, dass diese besonderen Bestände möglichst alt werden und ihre ökologische Funktion dauerhaft erfüllen können.“

Hintergrund:

Der Schnitt von Obstbäumen gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen im Streuobstbau. Anders als viele Waldbäume sind Obstbäume Kultursorten, die über Jahrhunderte auf Pflege und Nutzung durch den Menschen gezüchtet wurden. Ohne regelmäßigen Schnitt würden die Kronen zunehmend dichter werden, Äste überaltern und die Bäume anfälliger für Krankheiten.

Ein fachgerechter Obstbaumschnitt verfolgt mehrere Ziele. Zunächst wird die Baumgesundheit gefördert: Kranke, abgestorbene oder von Pilzen befallene Äste werden entfernt, damit sich Krankheiten weniger ausbreiten können. Gleichzeitig sorgt das Auslichten der Krone dafür, dass Licht und Luft besser in den Baum gelangen. Dadurch trocknen Blätter und Früchte nach Regen schneller ab – ein wichtiger Faktor, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Ein weiterer Zweck ist die Stabilität der Krone. Besonders bei älteren Obstbäumen werden zu lang oder ungünstig wachsende Äste eingekürzt. Das verhindert, dass Äste unter der Last von Früchten oder bei Sturm ausbrechen.

Grundsätzlich unterscheidet man mehrere Schnittformen. Der Erziehungsschnitt erfolgt bei jungen Bäumen, um eine stabile und gut aufgebaute Krone zu entwickeln. Der Pflegeschnitt dient bei ausgewachsenen Bäumen dazu, die Krone zu belüften und gesund zu halten. Der Verjüngungsschnitt wird bei alten Bäumen eingesetzt, um neues Wachstum anzuregen und die Vitalität zu erhalten.

Der klassische Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt liegt im Spätwinter bis zum zeitigen Frühjahr, wenn die Bäume noch unbelaubt sind. Dann ist die Kronenstruktur gut zu erkennen, und die Bäume können mit Beginn der Vegetationsperiode schnell neue Triebe bilden.

Fotos (Birte Riechers/NLF) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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