Gemeinsam für wertvolle Feuchtlebensräume
Fachlicher Austausch an den Heidhofer Teichen stärkt Naturschutzarbeit vor Ort
(Harsefeld/Heidhof) Wie lassen sich empfindliche Feuchtlebensräume langfristig sichern – insbesondere angesichts der Herausforderungen des Klimawandels? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines fachlichen Ortstermins an den Heidhofer Teichen in der Revierförsterei Heidhof im Forstamt Harsefeld der Niedersächsischen Landesforsten. Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Fachplanung kamen dort zusammen, um sich direkt im Gelände über aktuelle Maßnahmen und zukünftige Entwicklungen auszutauschen.
Die Heidhofer Teiche liegen im FFH-Gebiet „Garlstedter Moor und Heidhofer Teiche“. Das Gebiet gehört zu einem großflächigen Naturschutzkomplex, dessen größter Teil auf dem angrenzenden Truppenübungsplatz liegt. Die Teiche selbst befinden sich auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten. Ursprünglich bestand die Anlage aus fünf Fischteichen, von denen heute noch vier wasserführend sind.
„Wir beobachten seit einigen Jahren, dass die Sommer trockener werden und der Wasserstand deutlich stärker schwankt als früher“, erklärt Revierleiter Heiko Ehing. „Nach den Erfahrungen aus dem Revier war früher insgesamt mehr Wasser im System. Deshalb versuchen wir heute, das vorhandene Wasser so gut wie möglich in der Fläche zu halten.“
Ein wichtiger Baustein dafür sind neue Staue zur Regulierung des Wasserabflusses. Zwei dieser Bauwerke wurden Ende vergangenen Jahres erneuert und beim gemeinsamen Termin besichtigt. Die neuen Staue wurden von der regionalen Firma Gärtnerhof Weyerdeelen aus Worpswede aus massiven Eichenbohlen gefertigt und ersetzen ältere Bauwerke aus den 1990er-Jahren, die inzwischen stark beschädigt waren. Ziel ist es, Wasser länger in den Teichen und angrenzenden Feuchtbereichen zurückzuhalten.
Der jährliche Austausch mit der Biologischen Station Osterholz (BIOS) ist fester Bestandteil der Gebietsbetreuung. Die Fachleute der Station kartieren regelmäßig seltene Orchideenarten und begleiten die naturschutzfachliche Entwicklung des Gebietes.
In diesem Jahr erhielt das Treffen jedoch eine besondere Bedeutung: Im Jahr 2025 wurde das Gebiet im Rahmen der Waldbiotopkartierung der Niedersächsischen Landesforsten umfassend neu erfasst. Dabei wurden Biotop- und Lebensraumtypen detailliert dokumentiert – eine wichtige Grundlage für die derzeit in Bearbeitung befindliche Managementplanung.
„Der Kartierer kennt das Gebiet inzwischen wirklich bis in den letzten Winkel“, sagt Ehing. „Deshalb war es für uns eine große Chance, diese Expertise direkt vor Ort in die Gespräche einzubeziehen.“
Neben dem Biotopkartierer nahmen Vertreter der Biologischen Station Osterholz, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osterholz sowie Fachleute der Niedersächsischen Landesforsten an der Begehung teil. Gemeinsam wurden nicht nur die bereits umgesetzten Maßnahmen begutachtet, sondern auch mögliche nächste Schritte diskutiert.
So soll unter anderem eine Feuchtheide im Gebiet von aufgewachsenen Birken und Kiefern befreit werden, um den offenen Lebensraum zu erhalten. Auch Fragen zur Förderung seltener Pflanzenarten standen auf der Agenda. Diskutiert wurde beispielsweise, wie durch gezielte Bodenfreilegung bessere Bedingungen für die Verjüngung des seltenen Lungenenzians geschaffen werden könnten.
„Gerade in solchen sensiblen Lebensräumen ist es entscheidend, Maßnahmen gut abzustimmen und die Entwicklung langfristig zu begleiten“, erklärt Birte Riechers, Försterin für Waldökologie und Naturschutz bei den Niedersächsischen Landesforsten. „Der fachliche Austausch im Gelände hilft uns, die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und Lösungen zu entwickeln, die den besonderen Arten und Lebensräumen wirklich zugutekommen.“
Für die Beteiligten ist der Austausch im Gelände besonders wertvoll. Wenn alle Fachleute gemeinsam auf der Fläche stehen, können Beobachtungen direkt geteilt, Maßnahmen abgestimmt und neue Ideen entwickelt werden.
„Solche Treffen sind enorm wichtig“, betont Riechers weiter. „Der direkte Austausch zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und Behörden hilft uns, die richtigen Entscheidungen für das Gebiet zu treffen. Am Ende profitieren davon sowohl die Natur als auch die langfristige Entwicklung dieser besonderen Landschaft.“
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