Schwarzstörche zurück im Weserbergland
Schwarzstörche zurück im Weserbergland: Hightech schützt sensible Waldbewohner
(Grünenplan) Niedersachsens Schwarzstörche sind aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Um die seltenen und besonders störungsempfindlichen Vögel besser zu schützen, haben die Niedersächsischen Landesforsten in Zusammenarbeit mit der AG Schwarzstorchschutz, die im Auftrag der Vogelschutzwarte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Natuschutz (NLWKN) agiert, mehrere bestehende Kunsthorste mit sendefähigen Wildkameras ausgestattet, um mehr über die Störche zu erfahren.
Die Kameras liefern wertvolle Einblicke in das Brutgeschehen: Sie zeigen, ob Horste besetzt sind, wie viele Jungvögel aufgezogen werden und ob Störungen den Bruterfolg beeinflussen.
Installiert wurden die Kameras bereits vor der Rückkehr der Störche, um jegliche Störung während der sensiblen Brutphase zu vermeiden. Denn Schwarzstörche reagieren äußerst empfindlich auf menschliche Eingriffe und können im schlimmsten Fall ihre Brut aufgeben.
Für die Montage der Technik ging es hoch hinaus: Der Baumkletterer Joachim Neumann brachte die Kameras in alten Buchen in luftiger Höhe an. Zusätzlich wurden an den Baumstämmen ein Kletterschutz gegen Waschbären installiert, diese verhindern, dass Nesträuber zu den Horsten gelangen.
„Der Schwarzstorch ist eine besonders störungsempfindliche Art. Deshalb ist es entscheidend, dass wir Monitoringmaßnahmen so umsetzen, dass die Tiere davon nicht beeinträchtigt werden. Die Kameras liefern uns wichtige Erkenntnisse, ohne dass wir aktiv in das Brutgeschehen eingreifen müssen“, erklärt Gisa Möllering, Försterin für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Grünenplan.
Auch aus anderen Regionen Niedersachsens gibt es bereits positive Signale: Erste Kameras melden seit Anfang März wieder besetzte Horste.
„Die Rückmeldungen der Kameras zeigen, dass die Schwarzstörche wieder da sind und ihre Nester annehmen. Für uns ist das jedes Jahr ein besonderer Moment. Es bestätigt, dass sich der Einsatz für diese anspruchsvolle Art lohnt“, berichtet Arne Torkler, der die Erfassungen in Niedersachsen für die Vogelschutzwarte ehrenamtlich koordiniert.
Die künstlichen Nisthilfen und Schutzmaßnahmen der Niedersächsische Landesforsten werden von den Schwarzstörchen gut angenommen. Insgesamt zeigt sich eine leicht positive Entwicklung: Die Bestände im Bergland erholen sich, und die Population befindet sich dort aktuell im Aufwärtstrend. In der Lüneburger Heide hingegen erschwert u.a. die zunehmende Trockenheit die Nahrungssuche und die Population nimmt stetig ab.
Der Schutz der Störche bleibt immer eine große Herausforderung. Die Landesforsten appellieren daher eindringlich an alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, Abstand zu Horstbereichen zu halten und Störungen konsequent zu vermeiden.
„Nur wenn die Tiere absolute Ruhe haben, können sie erfolgreich brüten. Jeder unnötige Eingriff kann den Bruterfolg gefährden oder zur Aufgabe des Horstes führen“, so Möllering.
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