Einsatz für den Moorschutz: Junge Engagierte entkusseln Hochmoor
Einsatz für den Moorschutz: Junge Engagierte entkusseln Hochmoor
(Nienburg) Aktiver Klimaschutz beginnt im Moor: Gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und den Forstwirtsauszubildenden haben die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer und die Niedersächsischen Landesforsten das Krähenmoor bei Nienburg von aufkommender Fremdvegetation wie der Kulturheidelbeere befreit. Ziel der Maßnahme war es, die typische Moorvegetation zu erhalten und die empfindlichen Lebensräume langfristig zu sichern.
In einem zweitägigen Arbeitseinsatz entfernte die Gruppe Gehölze und unerwünschten Bewuchs aus der Fläche. Hauptsächlich wurde dabei die stark vertretene Kulturheidelbeere entfernt.
„Die schmackhaften Beeren sind zwar sehr beliebt, aber haben in unseren heimischen Mooren nichts verloren. Sie verdrängen nach und nach die seltene heimische Moorvegetation und müssen deshalb aus den Moorflächen entfernt werden“, erklärt Thomas Beuster, Geschäftsführer der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer.
Dieser sogenannte „Entkusselungs“-Einsatz ist neben der Wiedervernässung ein wichtiger Bestandteil des Moormanagements: Würden Kulturheidelbeeren, Birken, Kiefern oder andere Gehölze ungehindert wachsen, würden sie dem Moor Wasser entziehen und es langfristig verändern. Das gefährdet seltene Pflanzenarten und spezialisierte Tierarten, die auf offene, nasse Moorstandorte angewiesen sind. Zudem würde ein trocken liegendes Moor sehr viel CO² freisetzen, was es unbedingt zu vermeiden gilt.
Die Arbeiten fanden in enger Abstimmung mit der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer und der Unteren Naturschutzbehörde statt. Neben der praktischen Landschaftspflege erhielten die jungen Menschen Einblicke in ökologische Zusammenhänge, Artenschutz und die Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz.
Thomas Beuster betont die Bedeutung solcher Einsätze:„Moore sind einzigartige Lebensräume und zugleich effektive Kohlenstoffspeicher. Wenn wir sie erhalten wollen, müssen wir aktiv eingreifen und die Verbuschung verhindern. Denn nur so schützen wir die seltenen Tier- und Pflanzenarten, die an den Lebensraum gebunden sind. Bei dieser Maßnahme ist es erfreulich zu sehen, dass junge Menschen so anpacken und den Moorschutz fördern.“
Für die FÖJ-Teilnehmenden und auch die Azubis ist der Einsatz Teil eines vielseitigen Jahres bei den Niedersächsischen Landesforsten. Neben regelmäßigen Aufgaben im Revier wie Pflege- und Monitoringarbeiten gehören auch Seminare zu unterschiedlichen Umweltthemen zum Programm. Die praktische Arbeit im Moor zeigt dabei besonders anschaulich, wie konkreter Naturschutz vor Ort funktioniert.
Mit ihrem Einsatz leisten die jungen Freiwilligen der Niedersächsischen Landesforsten, des Naturparks Steinhuder Meer und der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer einen direkten Beitrag zum Erhalt eines sensiblen Ökosystems und tragen dazu bei, dass das Hochmoor auch künftig als Lebensraum, Klimaschützer und Naturerlebnisraum bestehen bleibt. Nebenbei gab es einen interessanten Austausch zwischen den Freiwilligen der verschiedenen Einsatzstellen.
Weitere Infos:
Interessierte können sich direkt unter Freiwilliges Ökologisches Jahr – Niedersächsische Landesforsten informieren. Allgemeine Hinweise und Infos zu den Einsatzstellen, zum Bewerbungsverfahren sowie zum FÖJ allgemein finden Sie beim Niedersächsischen Umweltministerium oder bei der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA).
Das Freiwillige Ökologische Jahr, abgekürzt: FÖJ, ist ein Freiwilligendienst im Natur- und Umweltschutz. Man muss zwischen 16 und 27 Jahre alt sein, um es absolvieren zu können. Die einzelnen Bundesländer sind für die inhaltliche Ausgestaltung zuständig.
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