Lehm abbauen, wo es ökologisch vertretbar ist

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Niedersächsisches Forstamt bereitet Flächen im Seghorner Wald vor

(Seghorn/Neuenburg) In der kommenden Woche startet das Forstamt Neuenburg der Niedersächsischen Landesforsten mit den Vorarbeiten zur geplanten Ablehmung im Seghorner Wald bei Varel. Auf etwa 2,5 Hektar entnehmen die Forstleute Bäume für die Gewinnung des traditionellen Rohstoffs.

Klinkerherstellung – ein traditionsreiches Handwerk

Seit Generationen wird Lehm in der Friesischen Wehde abgebaut. Dieser hat, dank seiner Anteile an Lauenburger Ton, eine besonders gute Qualität und kann bei hohen Temperaturen gebrannt werden.  Aus ihm lassen sich sehr dauerhafte Klinker herstellen. Die hiesigen Ziegeleien haben bis heute Abbaurechte an diesem Lehm, auch im Wald.

Berücksichtigung von hohen Naturschutzwerten

„Vor drei Jahren haben wir uns mit den Abbauberechtigten an einen Tisch gesetzt, denn ein Teil der Rechte lag auch im Neuenburger Holz, das Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitatgebiet ist. Das Bemühen, die Abbaurechte von dort auf einen naturschutzrechtlich weniger bedeutsamen Wald zu verlegen, bei gleichzeitigem Vorkommen von gutem Lehm, gelang. Und so wurde ein Teil des Seghorner Waldes für den Abbau vorgesehen“, schildert Uwe Mestemacher, Leiter des Forstamtes Neuenburg, die Historie.

Kampfmittelbeseitigung als Vorarbeit

Der Seghorner Wald bei Varel ist ein Laubmischwald, allerdings ohne Schutzgebietsauflagen. Hier und in der angrenzenden Feldmark wurde bereits in der Vergangenheit Lehm abgebaut. Die Nähe zum ehemaligen Flugplatz Friedrichsfeld wurde dem Seghorner Wald im Zuge des Zweiten Weltkrieges zum Verhängnis. Zahlreiche Kampfmittel liegen seitdem im Boden des Waldes, so dass eine sogenannte Sondierung vor den ersten Arbeiten stattfinden musste. Diese ist nun auf einer Teilfläche der vorgesehenen Ablehmung abgeschlossen. Die Kampfmittel sind hier geräumt worden.

„Wir wollen jetzt die Gelegenheit nutzen und noch vor der Brut- und Setzzeit den Baumbestand entnehmen, damit ab Anfang April keine Störung des Ökosystems mehr stattfindet“, so Mestemacher weiter. Er betont, dass die Flächen nach der Ablehmung standortgerecht wiederbewaldet werden.

Wegesperrungen beachten

Die Arbeiten erfolgen im Rahmen der Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland. Während der Maßnahmen ist der Waldparkplatz an der Altjührdener Straße gesperrt. Auch ein Teil der Wege im Seghorner Wald ist in dieser Zeit von Sperrungen betroffen.

Das Forstamt bittet um Verständnis und darum, die Sperrungen zu beachten.

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