Külsenmoor: Gemeinsam für einen lebendigen Moorlebensraum

 In Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost

Landkreis Gifhorn, Niedersächsische Landesforsten und Vermilion Energy Germany treiben die Wiedervernässung voran – Schautafel informiert über die Entwicklung des Moores

(Hankensbüttel/Oerrel) Wie sich ein Moor durch gezielte Maßnahmen entwickeln und regenerieren kann, zeigt das Külsenmoor im Landkreis Gifhorn. Am Mittwoch, 14. Oktober, haben Vertreter des Landkreises Gifhorn, der Niedersächsischen Landesforsten und der Firma Vermilion Energy Germany eine neue Schautafel feierlich eröffnet. Bei dem Treffen wurden die bisherigen Arbeiten zur Moorrenaturierung erläutert und die nächsten Schritte vorgestellt. Anschließend machten sich die Beteiligten bei einem Rundgang ein Bild von der Entwicklung des Projektgebiets.

„Mit der Eröffnung der neuen Schautafel und dem Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt setzen wir heute zwei wichtige Zeichen für den Schutz des Külsenmoores. Die Schautafel macht die Bedeutung dieses besonderen Lebensraums sichtbar, während die weiteren Baumaßnahmen dazu beitragen, den Wasserhaushalt zu stabilisieren und die Wiedervernässung voranzubringen. Damit investieren wir gemeinsam in den Erhalt der biologischen Vielfalt, in den Klimaschutz und in die Zukunft unserer Region. Die Entwicklung des Külsenmoores zeigt, wie wichtig langfristiges Engagement und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten für den Naturschutz sind“, sagt Landrat Philipp Raulfs.

„Es ist schön zu sehen, dass sich das Moor sichtbar positiv entwickelt. Die bisherigen Maßnahmen zeigen, dass wir mit der Wiederherstellung des Wasserhaushalts und der gezielten Pflege der Flächen auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Christoph Rothfuchs, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Unterlüß und Projektleiter der Maßnahmen vor Ort. Die Entwicklung sei ein wichtiger Ansporn, die Renaturierung konsequent fortzusetzen.

Die neue Schautafel im typischen Design der Landesforsten soll die Besucherinnen und Besucher über die Bedeutung des Külsenmoores, die bisherigen Arbeiten und die geplanten Maßnahmen informieren.

„Moore sind einzigartige Lebensräume für zahlreiche, teils seltene Tier- und Pflanzenarten und zugleich bedeutende natürliche Kohlenstoffspeicher. Ihre Wiedervernässung leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Als Unternehmen, das seit vielen Jahren in der Region tätig ist, sehen wir es als Teil unserer Verantwortung, solche Projekte aktiv zu unterstützen. Das Külsenmoor zeigt eindrucksvoll, was durch gemeinsames Engagement und eine enge Zusammenarbeit der Beteiligten vor Ort erreicht werden kann“, sagt Robert Merkelbach, Generalbevollmächtigter bei Vermilion Energy Germany.

Schritt für Schritt zurück zu einem natürlichen Wasserhaushalt 

Bei der Abstimmung eines Managementplans im Jahr 2016 wurde deutlich, dass der Wasserhaushalt des Moores gestört war. Obwohl sich im Gebiet selbst keine offensichtlichen Entwässerungsgräben befinden, floss Wasser unter dem Moorkörper in Richtung des angrenzenden Bachtals ab. Um die Ursachen genauer zu verstehen, untersuchte das Forstamt Unterlüß in den Jahren 2019 und 2020 die hydrologischen Verhältnisse. Die Untersuchungen zeigten, dass der unterirdische Wasserabfluss wesentlich zur Austrocknung der Moorflächen beitrug.

Erste Wasserhaltemaßnahme zeigt Wirkung

Auf Grundlage der hydrologischen Untersuchungen wurden zwei bauliche Maßnahmen entwickelt, um das Wasser im Moor zurückzuhalten: eine Holzspundwand und eine Lehmschlitzwand. Die Finanzierung stellte zunächst eine Herausforderung dar.

Seit 2024 unterstützt Vermilion Energy Germany das Projekt mit einem mittleren sechsstelligen Betrag über den Zeitraum von 2024 bis 2027. Damit konnten die beiden Wasserhaltemaßnahmen entscheidend vorangebracht werden. Der Landkreis Gifhorn schloss dankenswerterweise Finanzierungslücken, die sich nach den Ausschreibungen ergaben, durch den Einsatz von Ersatzgeldern.

Die erste Maßnahme, der Bau einer Holzspundwand, wurde im Spätsommer 2024 umgesetzt. In den höher gelegenen westlichen Moorbereichen, in denen auch der Hochmoor-Perlmutterfalter seinen Lebensraum hat, sind bereits positive Entwicklungen erkennbar.

Zweiter Bauabschnitt soll weitere Moorflächen vernässen

Mit dem Bau der Lehmschlitzwand steht im September und Oktober 2026 der zweite wichtige bauliche Schritt an. Die Wand soll den unterirdischen Wasserabfluss weiter begrenzen und damit insbesondere die stärker beeinträchtigte Hauptfläche des Moores wiedervernässen. Ziel ist es, den natürlichen Wasserhaushalt schrittweise zu verbessern und die Lebensbedingungen für moortypische Arten langfristig zu sichern.

Bei der Vorstellung des Projekts am Mittwoch erläuterten die Beteiligten sowohl die bereits abgeschlossenen Arbeiten als auch die laufenden und geplanten Maßnahmen. Der anschließende Rundgang durch das Projektgebiet machte die Entwicklung vor Ort unmittelbar erlebbar.

Die Renaturierung des Külsenmoores zeigt, wie langfristige Naturschutzarbeit, fachliche Untersuchungen und die Zusammenarbeit verschiedener Partner ineinandergreifen. Mit der Unterstützung von Vermilion Energy Germany und dem Landkreis Gifhorn können die geplanten Maßnahmen nun weiter umgesetzt werden. Die neue Schautafel macht dieses gemeinsame Engagement auch für die Öffentlichkeit sichtbar.

„Die Entwicklung im Külsenmoor stimmt uns zuversichtlich. Wir sehen, dass sich die bisherigen Maßnahmen auszahlen, und schaffen mit der Wiedervernässung die Voraussetzungen dafür, dass sich die typischen Moorlebensräume weiter erholen können. Dass wir dieses Ziel gemeinsam mit dem Landkreis Gifhorn und Vermilion Energy Germany verfolgen und nun den nächsten wichtigen Schritt gehen können, ist ein großer Gewinn für den Naturschutz“, sagt Arne Sengpiel, Leiter des Forstamtes Unterlüß, abschließend.

Bilder (Böttger/Landesforsten) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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