Holzernte im Bobenwald: Verkehrssicherung und Vorbereitung für neuen Schulwald

 In Allgemein, Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

(Ebstorf) In der Revierförsterei Bobenwald, des Niedersächsischen Forstamtes Oerrel beginnen in der Woche ab dem 23.02.2026 Holzerntearbeiten. Hintergrund der Maßnahme ist die notwendige Verkehrssicherung entlang angrenzender Wege sowie im Umfeld des nahegelegenen Waldkindergartens. Mehrere Buchen müssen hier gefällt werden, da sie infolge der vergangenen Trockenjahre deutliche Vitalitätseinbußen zeigen und damit ein erhöhtes Gefahrenpotenzial darstellen.

„Viele der betroffenen Buchen weisen typische Schadbilder auf. Dazu zählen eine starke Kronenverlichtung, Absterbeerscheinungen mit Totholz in der Krone sowie Pilzkonsolen am Stamm. Diese Symptome deuten auf die sogenannte Buchenkomplexkrankheit hin, die sich in den letzten Jahren infolge klimatischer Stressfaktoren verstärkt zeigt“, erläutert Malte Dicke, Revierleiter der Revierförsterei Bobenwald.

Die Arbeiten betreffen zwei Teilflächen mit einer Größe von rund 0,7 Hektar beziehungsweise 0,2 Hektar. In den Randbereichen der Flächen bleiben bewusst einzelne ältere Buchen erhalten, um das Waldbild zu strukturieren und weiterhin Lebensräume für zahlreiche Arten zu sichern.

Zusätzlich werden einige geschädigte Altbuchen nicht vollständig gefällt, sondern in etwa drei bis vier Metern Höhe abgeschnitten und als sogenannte Habitatstämme auf der Fläche belassen. Diese stehenden Totholzstrukturen bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Insektenarten, Pilze, Moose sowie weitere spezialisierte Organismen. Totholz gilt als wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder und trägt maßgeblich zur Artenvielfalt bei.

„Totholz ist keineswegs totes Holz, sondern voller Leben. Mit den Habitatstämmen schaffen wir gezielt Lebensräume für viele selten gewordene Arten“, erklärt Dicke. „Gleichzeitig achten wir darauf, die Verkehrssicherheit im Bereich stark frequentierter Wege und rund um den Waldkindergarten dauerhaft zu gewährleisten.“

Nach Abschluss der Holzernte wird die Fläche gezielt für eine Wiederbewaldung vorbereitet. Vorgesehen ist eine streifenweise Bodenvorbereitung, um den jungen Pflanzen gute Anwuchsbedingungen zu bieten.

Zur Sicherung der zukünftigen Kultur wird ein Wildschutzzaun aus Knotengeflecht errichtet. Ergänzend ist die Anlage eines waldtypischen Innenrandes vorgesehen. Dort werden standortgerechte Baum- und Straucharten wie Weißdorn, Eberesche und Wildkirsche eingebracht. Die eigentliche Wiederbewaldung erfolgt mit einer Eichenkultur, die als klimaangepasste und stabile Baumart den künftigen Waldbestand prägen soll.

„Unser Ziel ist es, hier einen langfristig stabilen und artenreichen Mischbestand zu entwickeln. Die Eiche gilt als vergleichsweise trockenheitstolerant und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität“, so Dicke. „Mit der Mischung aus Hauptbaumart und strukturreichem Waldrand schaffen wir zudem wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.“

Eine besondere Rolle spielt diese Fläche auch in der Umweltbildung. Die Pflanzung der jungen Bäume soll mit Hohlspaten erfolgen und ist in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern geplant. Es entsteht in diesem Waldgebiet ein Schulwald in Kooperation mit der Oberschule Ebstorf und der Stiftung Zukunft Wald der Niedersächsischen Landesforsten in unmittelbarer Nähe zum Waldkindergarten.

„Dieser Schulwald soll den Schülerinnen und Schülern der OS Ebstorf ermöglichen, Waldentwicklung aktiv mitzuerleben und ein Verständnis für nachhaltige Forstwirtschaft zu entwickeln“, erklärt Dicke. „So können sie über viele Jahre verfolgen, wie aus den von ihnen gepflanzten Setzlingen ein neuer Wald entsteht. Damit verbinden wir praktische Waldentwicklung mit moderner Umweltbildung.“

Bilder (Dicke/Böttger) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

Für die Presse bieten wir zu aktuellen Ereignissen und Meldungen Bilder und Texte zum Download an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema veröffentlicht werden, mit dem sie in Verbindung stehen und müssen mit einem ungekürzten Urheberrechtsnachweis versehen sein, wie er jeweils an den Abbildungen angeben ist.

Recommended Posts