Waldpflege im Ihlower Wald
Niedersächsisches Forstamt Neuenburg entwickelt Lebensraumtypen und erntet Holz
(Ihlow/Neuenburg) Der Ihlower Wald der Niedersächsischen Landesforsten südwestlich von Aurich ist ein Musterbeispiel, wenn es um die Vereinbarkeit der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes geht. Jetzt führt das Forstamt Neuenburg Arbeiten zur Waldentwicklung durch, bei denen sowohl Holz genutzt als auch wertvolle Wald-Lebensraumtypen entwickelt und erhalten werden.
Naturnahe Waldentwicklung fördern
„Wir haben in einigen Waldteilen erntereife Douglasien, Lärchen und Fichten stehen. Diese wollen wir entnehmen. Gleichzeitig lassen wir einige besonders alte und urig aussehende Exemplare als sogenannte Habitatbäume stehen. Diese dürfen den natürlichen Alterungs- und Zerfallszyklus von Bäumen durchlaufen und dienen dabei gleichzeitig als Nahrungs- und Lebensraum für zahlreiche waldbezogene Tier- und Pflanzenarten“, erläutert Jan Fiddy Winkelhake, Leiter der Försterei Kloster-Barte.
Langfristige, Ökologische Waldentwicklung
Die Niedersächsischen Landesforsten arbeiten nach ihrer Leitlinie der Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung, kurz LÖWE. Diese steht für nachhaltige und naturnahe Forstwirtschaft. Ihre 13 Grundsätze verbinden die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der Landeswälder für die Gesellschaft miteinander und bilden die Grundlage für eine multifunktionale Forstwirtschaft. In den Lebensraumtypen des Fauna-Flora-Habitatgebietes (FFH) ist der Managementplan die Grundlage für die Arbeiten.
Förderung der FFH-Lebensraumtypen
In jüngeren, nadelholzgeprägten Waldteilen gehen Winkelhake und sein Team pflegend durch. Das heißt, sie fördern gutwachsende und qualitativ hochwertige Bäume durch die Entnahme von schlechteren, die Baumkrone bedrängenden, Nachbarn. Außerdem fördern sie die Eichen-Lebensraumtypen des FFH-Gebietes. Sie fällen Nadelbäume, Buchen und Ahorne,die an diesen Standorten nicht zur natürlichen Baumartenzusammensetzung gehören. Ein Teil der Stämme verbleibt als Totholz im Wald.
„Das Holz aus den übrigen Waldflächen verkaufen wir an lokale und regionale Sägewerke. Die qualitativ besonders guten Douglasien wollen wir zur Wertholzversteigerung in die Lüneburger Heide bringen. Brennholz verkaufen wir an die örtliche Bevölkerung“, berichtet Winkelhake.
Schonender Maschineneinsatz
Weil der Ihlower Wald einen besonderen Schutzstatus genießt, sind die Arbeiten besonders umsichtig geplant. Forstmaschinen fahren auf festgelegten Rückegassen, die zum Teil 40 Meter auseinanderliegen. „Weil die Maschinen nicht so lange Kranausleger haben, fällen unsere Forstwirtinnen und Forstwirte die Bäume in den Zwischenbereichen mit der Motorsäge zu. Auch besonders dicke Bäume fällen die KollegInnen von Hand“, so der Förster.
Wegesperrungen beachten!
Die Arbeiten sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich abgestimmt. Die Wanderwege werden nach den Arbeiten bei Bedarf wieder hergerichtet. Damit der Waldbesuch in der Zeit der Arbeiten sicher bleibt, sperren die Forstleute zeitweise die betroffenen Wege. Das Forstamt Neuenburg bittet um Verständnis und Beachtung.
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