Jugendliche bereiten Heidefläche bei Hann.Münden für Beweidung vor

 In Forstamt Münden, Forstamt Reinhausen, Regionale Presseregion Süd, WPZ Göttingen Haus Steinberg

Beim Waldpädagogik-Angebot der Landesforsten schaffen Schüler im Steinbruch Eidechsenbiotope

 

(Hann.Münden) Herbstsonne, Heidekraut, rote Ebereschenfrüchte und eine nebelverhangene Aussicht ins Werratal – so sieht ein Jugendwaldeinsatztag bei den Niedersächsischen Landesforsten aus. Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Gymnasiums am Fredenberg bei Salzgitter lernten in und mit der Natur. Für einen praktischen Jugendwaldeinsatz kamen sie ins Waldpädagogikzentrum Haus Steinberg. Dort oberhalb von Hann.Münden wartete viel Arbeit auf sie. Denn die Herbstzeit ist eine wichtige Arbeitszeit in den heimischen Wäldern. Martin Nitsche ist Förster für Waldökologie im Forstamt Münden. Er hatte eine besondere Naturschutzaufgabe für die Jugendlichen ausgewählt. Zusammen mit Francesco Pascazio von der Firma Brähmer legten die Achtklässler einen alten Steinbruch frei., der als seltenes Biotop für Eidechsen entwickelt wird. Das Forstamt pflegt und entwickelt die wertvolle Fläche seit fünf Jahren. Jetzt übernahmen die Schülerinnen und Schüler aus Fredenberg die Naturschutzaufgabe. Ihr Ziel war es, Bäume, Sträucher und Bewuchs zu entfernen und so mehr sonnige Plätze im Steinbruch zu schaffen. Eidechsen nutzen solche warmen Stellen zum Sonnen und Insekten wie Wildbienen freuen sich über lichte Stellen und spezielle Pflanzen an den Felsen.

Sonnige Plätze im Steinbruch ziehen Eidechsen und Insekten an

„Die Entfernung der aufkommenden Gehölze ist für den Fortbestand des Lebensraumes eine zusätzliche Pflege. Langfristig helfen Ziegen und Schafen mit als „Landschaftsgärtner“ durch regelmäßige Beweidung. Die Schüler leisten hier mit ihrer praktischen Arbeit einen wichtigen Beitrag für den Natur- und Artenschutz, der derzeit noch notwendig ist. In ein paar Jahren sollen die Tiere dann den Hauptteil der Arbeit alleine übernehmen“, erläuterte Förster Martin Nitsche.

„Anfangs hatten die jungen Leute Schwierigkeiten, sich im unebenen Gelände sicher zu bewegen. Bis zum Mittag waren sie schon trittsicherer und konnten gut mit anpacken“, schilderte Francesco Pascazio seine Beobachtungen als Vorarbeiter.

Auch Jennifer Sechtling, Leiterin der Waldpädagogik-Einrichtung, beschrieb die Veränderungen während des einwöchigen Aufenthalts im Haus Steinberg: „Die Begeisterung, von der Stadt in den Wald zu fahren und dort auch noch zu arbeiten, hielt sich bei den Schülerinnen und Schülern erst in Grenzen. So manch einer bedankte sich aber in der Abschlussrunde für die vielen Eindrücke, Erfahrungen und Möglichkeiten, die der Jugendwaldeinsatz mit sich brachte. Anfangs standen sie der Natur noch skeptisch gegenüber, am Ende waren sie dankbar für die Woche ohne Internet und mit so viel frischer Luft.“

Noch bis in den November hinein finden im Waldpädagogikzentrum Jugendwaldeinsätze statt. Dieses forstliche Praktikum gibt es bereits seit 1948 in Niedersachen. Der Forstmann Walther Freist hatte die Idee in Zorge im Harz begründet und mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aufgebaut. Das Ziel lautete damals, wichtige Aufforstungsarbeiten zu leisten, die die Reparationshieben nach dem 2. Weltkrieg notwendig machten. Heute dient es auch der Berufsorientierung und ist beim zweiwöchigen Einsatz als Betriebspraktikum anerkannt.

Bilder zum Download finden Sie unter https://nlf.pixxio.media/share/1791962578gUexmsBGFCnB64

Bildquelle: Niedersächsische Landesforsten / NLF

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