Pflegemaßnahmen zur ökologischen Wiederherstellung eines Teichs im Schutzgebiet „Dorm“
Pflegemaßnahmen zur ökologischen Wiederherstellung eines Teichs im Schutzgebiet „Dorm“ haben begonnen
Im Landschaftsschutzgebiet „Dorm“, Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000, soll ein naturschutzfachlich bedeutender Teich ökologisch wiederhergestellt werden. Als eine erste Maßnahme wurden Bäume zur Auflichtung der Ufer entfernt.
Im Herbst des kommenden Jahres ist eine Entschlammung des Gewässers vorgesehen. Ziel der Maßnahmen ist es, die ökologischen Bedingungen des Gewässers zu verbessern und damit einen besonderen Lebensraum für Pflanzen und Tiere langfristig zu erhalten. Das Gebiet wird vom Forstamt Wolfenbüttel betreut und befindet sich im Besitz der Niedersächsischen Landesforsten (NLF).
Vom ehemaligen Ton-Abbau zum wertvollen Stillgewässer
Der Teich entstand aus einer ehemaligen Tongrube aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nach Aufgabe der Nutzung entwickelte sich dort ein naturnahes, kalkreiches Stillgewässer. Der Lebensraum ist in Niedersachsen selten und insbesondere wegen seiner charakteristischen Armleuchteralgenvegetation für den Naturschutz von Bedeutung. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Zustand des Teiches zunehmend verschlechtert. Durch den Laubeintrag der umliegenden Bäume gelangte organisches Material und damit Nährstoffe ins Gewässer. Die unvollständige Zersetzung des Laubs und abgestorbener Wasserpflanzen führte zur Anreicherung einer mächtigen Schlammschicht am Gewässergrund. Die dabei entstandenen sauerstoffarmen Bedingungen machen sich u.a. durch faulige Gerüche bemerkbar. Die einst charakteristischen Armleuchteralgen sind seit einigen Jahren verschwunden.
Mit gezielten Pflegemaßnahmen soll der Teich nun ökologisch aufgewertet und die Grundlage dafür geschaffen werden, dass sich die wertvolle Armleuchteralgenvegetation wieder ansiedeln kann.
Maßnahmen zur Gewässerinstandsetzung
Als erste Maßnahme wurde die Beschattung des Gewässers und damit der zukünftige Biomasseeintrag vor allem am Südufer reduziert. Insbesondere Bäume mit stark überhängendem Laubwerk wurden hierfür gemeinsam von den Niedersächsischen Landesforsten und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Helmstedt markiert und anschließend durch Forstwirte des Forstamtes Wolfenbüttel gefällt. Besonders schützenswerte ältere Bäume sowie wertvolle Strukturen wurden dabei geschont.
Die meisten gefällten Bäume verbleiben im Wald und tragen dort zur Totholzentwicklung bei.
Ein positiver Nebeneffekt der Uferauflichtung besteht darin, dass Erholungssuchende nun einen viel freieren Blick auf das Gewässer haben.
Im kommenden Herbst saugt ein Amphibienboot den Schlamm aus dem Teich und pumpt ihn an Land. Durch die Entfernung des organischen Materials wird der mineralische Gewässergrund für die Armleuchteralgen wieder zugänglich und somit Voraussetzungen für deren erneute Entwicklung geschaffen. Auch der gefährdete Kammmolch und weitere Amphibienarten werden von der Maßnahme profitieren. Der Kammmolch benötigt zur Fortpflanzung besonnte, möglichst fischfreie Stillgewässer mit strukturreicher Unterwasservegetation.
Gemeinsames Engagement für den Dorm
Die gesamten Pflegemaßnahmen werden intensiv zwischen den Niedersächsischen Landesforsten und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Helmstedt abgestimmt. Die Kosten für die Uferfreistellung trägt hierbei das Forstamt Wolfenbüttel, während die Kosten der Teichentschlammung zwischen Forstamt und dem Landkreis Helmstedt geteilt werden. Die Landesfachbehörde für Naturschutz (NLWKN), die zuständige ökologischen Station „ÖNSA“ und der Naturpark Elm-Lappwald begleiten das Projekt.
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