Aus Eintönigkeit wird bunter Mix

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Klimaverträglicher Waldumbau in der Försterei Sandkrug

(Sandkrug) Dieser Tage ist in den Wäldern der Försterei Sandkrug der Niedersächsischen Landesforsten ein Bagger unterwegs, der kleine Traubenkirschen, Faulbäume und Birken abkneift. Er schafft Platz für die nächste Waldgeneration, die bunt gemischt stabil und gesund dem Klimawandel trotzen soll.

„Wir sind mit den Arbeiten insgesamt sechs Wochen in der Försterei unterwegs. Los geht es im Litteler Fuhrenkamp. Es folgen der Hegeler Wald und dann Sandkrug. Insgesamt 20 Hektar bearbeiten wir“, erklärt Justin Böning, Revierleiter der Försterei Sandkrug den Zeitplan.

Der alte Kiefernwald soll umgebaut werden. Unter den alten Kiefernwachsen bisher vor allem die Spätblühende Traubenkirsche und der Faulbaum. Beide entwickeln sich eher zu Büschen. Die Traubenkirsche ist sogar in der Lage, die heimischen Baumarten zu verdrängen. Um dem gewünschten Baumnachwuchs Wuchsraum zu verschaffen, entfernt ein Bagger das Strauchwerk nun großflächig. Es wird im Anschluss geschreddert und als Hackschnitzel energetisch verwertet. Ziel ist es, aus den Kiefernbeständen Mischwälder zu entwickeln, die nicht nur mehrere Baumarten aufweisen, sondern die sich auch aus verschiedene Altersklassen von Bäumen zusammensetzen.

Bei dem Bagger handelt es sich um einen 14-Tonnen-Maschine. Statt einer Schaufel hat sie ein Kneifaggregat angebaut. Dieses kann dünnere Bäume sowohl festhalten, als auch scherenartig abschneiden. Der Bagger bearbeitet die Waldflächen nur von festgelegten Fahrgassen aus. Mit seinem Ausleger kommt er an Bäume dran, die bis zu zehn Meter von ihm entfernt stehen. So schont er den Waldboden.

Im Herbst und Winter folgt in einigen Flächen die Pflanzung von Buchen. Vor allem setzt Böning auf Naturverjüngung: Lärche, Douglasie und Kiefer sollen sich selbst aussamen. Bevor dies geschehen kann, sind jedoch noch weitere Arbeitsschritte notwendig, die im Anschluss an die jetzigen Maßnahmen laufen werden. Durch die Fällung von Bäumen aus der Oberschicht gelangt mehr Licht an den Boden, welches für das Wachstum der kleinen Bäume wichtig ist.

Außerdem wird in einem weiteren Schritt mit einem Bagger die Humusschicht streifenweise geöffnet und der darunterliegende Mineralboden freigelegt. „Baumarten wie Kiefer oder Lärche sind als Mineralbodenkeimer auf direkten Kontakt mit dem Boden angewiesen. Ihre Samen keimen im Humus nur deutlich schlechter und die Keimlinge würden außerdem rasch vertrocknen“, erklärt Böning.

„Darüber hinauswerden wir bei den aktuellen Arbeiten auch das Lichtraumprofil der Wege wiederherstellen. Dadurch bleiben die Wege länger in einem guten Zustand erhalten, da sie nach dem Regen besser abtrocknen können. Im Brandfall können Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr besser an das Feuer herankommen, da auch eine dauerhafte Befahrbarkeit der Nebenwege gewährleistet werden soll“, so der Förster.

Es kann zu zeitweisen Wegesperrungen kommen. Die Försterei bittet um Verständnis und Beachtung.

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