Forstamt Ankum kalkt wieder Waldböden

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

Bodenversauerung soll gemildert werden

(Ankum) Das Forstamt Ankum der Niedersächsischen Landesforsten kalkt, wie schon im letzten Jahr, wieder einen Teil seiner Wälder. Damit möchten die Forstleute die stetige Versauerung des Waldbodens durch Stickstoffeinträge ausgleichen. Los geht es ab dem 04. Oktober in den Gemeinde Bippen und der Stadt Fürstenau. Betroffen sind die Wälder, Maiburg und das Krippenfeld. Es kommt zu Sperrungen von Waldparkplätzen und Wegen.

Wegesperrungen möglich

„Wir verwenden ein erdfeuchtes Material, das vom Boden aus mit einem Kalkstreuer an einem Rückeschlepper in die Flächen gestreut wird. Dadurch staubt es beim Ausbringen nicht so stark“, erklärt Lea Reichmann, Waldnaturschutzförsterin im Forstamt Ankum und Koordinatorin des Projektes. Dennoch sollen die bearbeiteten Waldbereiche aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Die Sperrungen dauern etwa zwei Wochen. Das Forstamt Ankum bittet und Verständnis und Beachtung.

Hintergrund

Die Bodenschutzkalkungen werden nicht zur Düngung der Wälder genutzt, sondern zur Pufferung der bereits erfolgten und stattfindenden Versauerung im Boden. Die Kalkungen in den 1980er- und 1990er-Jahre dienten dem Ausgleich des Säureeintrags durch den sauren Regen, welcher durch Schwefelemissionen entstanden war. Durch Filteranlagen in den Kraftwerken sind diese Einträge in Deutschland nicht mehr relevant. Die heutigen Versauerungen entstehen durch chemische Verbindungen mit Stickstoff, besonders NOx (Stickoxide) und NH4+ (Ammonium) insbesondere aus der Landwirtschaft und dem Verkehr. Durch die Nachbarschaft zu den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen und Ställen im west-niedersächsischen Tiefland sind die Wälder des Forstamtes Ankum besonders betroffen.

Durch die Versauerung im Boden werden chemische Prozesse ausgelöst, die Auswirkungen auf das Bodenleben und die Wurzelbildung der Pflanzen haben. Die Feinwurzeln der Bäume und symbiotischen Pilze werden geschädigt und die Resilienz gegenüber dem Klimawandel lässt nach. Dieser Effekt wird durch die Ausbringung des verwendeten kohlensauren Magnesiumkalks gemindert.

Der Kalk – es werden ca. 3 Tonnen je Hektar ausgebracht – ist nicht etwa weiß, wie man es sich vorstellt, sondern hat das Aussehen von Sand. Erdfeucht ist das Material, damit die Staubentwicklung begrenzt bleibt. Der Kalk wird nicht in den Boden eingearbeitet, sondern lediglich oberflächlich gestreut.

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