Das Mansholt bei Wiefelstede wird naturnäher
Niedersächsische Landesforsten gestalten Wald durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
(Bokel/Neuenburg) Wer in den kommenden Wochen im Mansholt der Niedersächsischen Landesforsten unterwegs ist, wird ihnen sicherlich begegnen: Großen Forstmaschinen, die im Wald arbeiten. Sie fällen Bäume und transportieren die Stämme durch den Wald. Normale Forstwirtschaft ist das allerdings nicht.
Das Mansholt naturnäher entwickeln
„Ein Teil des Mansholts entwickeln wir als Pool für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. In einer landschaftsökologischen Voruntersuchung haben wir herausgefunden, dass es in diesem Wald ein großes Potential gibt, ihn naturnäher zu gestalten. Das bedeutet für die kommenden Jahre: Waldgestaltung und Waldumbau. Und das mithilfe der Forsttechnik“, erklärt Dorothea Gawlyta, Landschaftsökologin beim Niedersächsischen Forstamt Neuenburg.
Der sogenannte Kompensationspool oder auch Flächenpool ist neu und liegt zwischen dem Dingsfelder Weg und der Mansholter Straße auf den Flächen des Forstamtes Neuenburg. Er umfasst insgesamt 139 Hektar Fläche. Ein Teil der Fläche weist bereits die gewünschten Zielbiotope auf. Die Renaturierung des Gebietes erfolgt abschnittweise und wird sich über einen Zeitraum von voraussichtlich zehn Jahren erstrecken.
Abstimmung mit Behörden
Weil der Flächenpool in einem Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitatgebiet liegt, sind die vorausgehenden Prüfungen und die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ammerland sehr sorgfältig. Das Besondere: Er bildet den Querschnitt einer für das Ammerland typischen Bachtallandschaft ab. Bachgeleitende Auwälder aus Erle, Esche und Weidengehölzen prägen das Bild. Auf den nassen Böden abseits der Aue finden sich Eichen-Hainbuchenwälder. Dort, wo der Grundwasserstand mehr als 80 Zentimeter unter Gelände steht und kein Lehm mehr vorkommt, entwickeln sich Buchenwälder.
„Entlang der Nutteler Bäke liegen Waldflächen, die sich bereits in einem guten, ökologischen Zustand befinden. Hier entnehmen wir jetzt die nicht standortgerechten Baumarten. Außerdem verschließen wir die Grüppen und Gräben, die bisher der Flächenentwässerung dienten. So können sich mit der Zeit wieder naturnahe Standortverhältnisse entwickeln“, zeigt Gawlyta weiter auf. Wichtig ist dabei, dass die Wiedervernässung sich nur auf die Flächen der Landesforsten erstrecken. Eine der ersten Maßnahmen dafür sind Nivellierarbeiten und die Erstellung eines Geländemodells. So kann sichergestellt werden, dass Nachbargrundstücke des Renaturierungsgebietes nicht von den Vernässungsarbeiten beeinträchtigt werden.
Laubmischwälder als Puffer für den Kernbereich
Ein Gürtel aus Laubmischwäldern soll den Kernbereich zukünftig umschließen. Diesen gestalten die Forstleute jetzt mit Harvester, also Vollernter, und Rückeschlepper. Aus den südlich und nördlich angrenzenden Nadelholzbeständen wird das Nadelholz entnommen und Laubholz gepflanzt. Dieser Waldumbau hat einen dauerhaft positiven Effekt auf den Nährstoffhauhalt und die Struktur des Bodens. Außerdem entwickelt sich der Wasserhaushalt im gesamten Gebiet zugunsten einer größeren Resilienz bei Trockenperioden.
Die Forstmaschinen fahren mit bodenschonender Bereifung auf festgelegten Trassen, um den Waldboden zu schonen. Die Spuren der Arbeiten werden spätestens im kommenden Sommer kaum noch zu sehen sein.
Wegesperrungen möglich
Die Arbeiten starten in der kommenden Woche. Zu diesem Zweck können einzelne Wege aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt sein. Das Forstamt bittet um Verständnis und Beachtung.
Nach Abschluss der Arbeiten im Mansholt setzen die Forstmaschinen in die Horstbüsche um. Auch hier besteht ein Flächenpool, dessen Gestaltung jetzt fortgeführt wird.
Hintergrund
Die Niedersächsischen Landesforsten bieten Kompensationsdienstleitungen an, um Eingriffe in den Naturhaushalt und die Landschaft nach Naturschutz- und Artenschutzrecht, Waldrecht sowie Baurecht auszugleichen.
Seit 2007 haben die Niedersächsischen Landesforsten in nahezu allen Naturräumen Niedersachsens über 50 größere Kompensationsflächenpools mit einer Gesamtfläche von ca. 2.800 ha in Zusammenarbeit mit den zuständigen Naturschutzbehörden eingerichtet. Die Flächenpools befinden sich im Grundeigentum der Landesforsten und haben eine arrondierte Flächengröße von bis zu 250 Hektar.
Die Horstbüsche bei Gristede wurden bereits vor etwa zehn Jahren von den zuständigen Behörden als Flächenpool anerkannt. Ziel ist eine naturschutzfachliche Aufwertung durch den Umbau von Nadel- zu klimaresilienteren Laubwäldern aus heimischen Arten. Diese Arbeiten werden in diesem Herbst fortgesetzt. Bereits jetzt sind die positiven Effekte der waldbaulichen Maßnahmen mit ökologischer Ausrichtung sowie der erfolgten Grabenverschlüsse zur Wiederherstellung der ursprünglich feuchteren Bodenverhältnisse zu erkennen.
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