Eichenernte und der Wald von morgen
Bestes Holz für hochwertige Holzprodukte aus den Niedersächsischen Landesforsten
(Varel/Neuenburg) Dieser Tage fällen die Auszubildenden des Niedersächsischen Forstamtes Neuenburg Eichen im Vareler Wald. Die qualitativ sehr guten Bäume sollen zur Versteigerung auf den Submissionsplatz beim Hasbruch gebracht werden. Dort finden sie ihren Weg zu Holzverarbeitern, die zum Beispiel hochwertige Möbel oder Fußbodendielen daraus herstellen.
Sehr gute Eichen aus dem Vareler Wald
„Im Vareler Wald stehen sehr viele, sehr gute Eichen. Man erkennt sie an den langen, fast astfreien und sehr dicken Stämmen. Ihr Holz verspricht eine sehr gute Qualität, frei von Makeln. Das sind Bäume, die wir im Rahmen einer Submission, also einer Versteigerung mit schriftlichen Geboten, verkaufen“, schildert Friederike Schmitting, Leiterin der Försterei Upjever.
Zehn Eichen hat die Försterin ausgewählt und farbig markiert. So können die Auszubildenden des Forstamtes, angehende Forstwirtinnen und Forstwirte, die Bäume finden und fachgerecht fällen. „Starke Bäume zu fällen, ist bei uns immer noch Handarbeit. Das schaffen nur wenige Maschinen. Außerdem ist die Präzision beim Fällen entscheidend, denn wir wollen die verbleibenden Bäume im Wald möglichst wenig schädigen“, erklärt Fynn-Ole Lucas, Ausbildungsmeister im Forstamt Neuenburg. Ein großer Baum hat in der Regel eine große Krone. Fällt der Baum, kann die Krone beim Fallen umstehende Exemplare verletzen.
Guter Waldboden, gute Baumgene, gute forstliche Pflege
Warum die Eichen im Vareler Wald so gut sind, führt Schmitting auf mehrere Gründe zurück. Zum einen weist der Waldboden eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung auf. Das Genmaterial der Eichen scheint ebenfalls sehr gut zu sein. Und: „Meine Vorgänger haben über Jahrzehnte die Eichen gut gepflegt. Sie haben den Baumkronen immer wieder Platz zum Wachsen gegeben. So sind nach rund 200 Jahren prächtige Bäume daraus geworden.“
Wichtig ist es der Försterin zu betonen, dass nicht jede Eiche irgendwann als Möbelstück oder Fußbodenbelag endet: „Wir belassen im Wald einen Teil der Eichen als sogenannte Habitatbäume. Diese Naturschutzbäume weisen zum Beispiel Spechtlöcher auf oder eignen sich aufgrund ihres Wuchses als Lebensraum für zahlreiche baumbewohnende Arten. Das fängt bei Vögeln und Säugetieren an, geht bei Insekten weiter und endet bei Einzellern, Bakterien und Pilzen. Über 1000 Arten finden auf Eichen eine Heimat.“
Licht für neue Waldgeneration
Mit der Entnahme der Eichen ist für Friederike Schmitting die Arbeit im Wald aber nicht zu Ende. „Je mehr Bäume wir dem Wald entnehmen, desto mehr Licht kommt an den Waldboden. Ideale Bedingungen, damit junge Bäume wachsen können. Sei es durch natürliche Aussamung oder durch Pflanzung. So werden wir in den kommenden Jahren zur rechten Zeit wieder junge Eichen setzen und in 200 Jahren vielleicht wieder stattliche Bäume ernten können.“
Bilder (Landesforsten/Schmidt) zum kostenlosen Download finden Sie hier.
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