Landesforsten setzen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Herkulesstaude im Niemetal fort

 In Forstamt Münden, Regionale Presseregion Süd

Jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt

Landesforsten setzen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Herkulesstaude im Niemetal fort

(Löwenhagen) Mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten zeigt sich Naturschutzförster Nitsche zufrieden. Bereits Mitte April konnten die Niedersächsischen Landesforsten in diesem Jahr ihre Maßnahmen zur Eindämmung der invasiven Herkulesstaude wieder aufnehmen. Dank der Förderung des Projektes durch den NLWKN und die Untere Naturschutzbehörde Göttingen können die Vorkommen der invasiven Art entlang der gesamten Nieme nun systematisch bearbeitet werden. Ziel ist es, den naturnahen Charakter des Bachlaufs sowie die dort vorkommenden Lebensräume langfristig zu erhalten.

Die auch als Riesenbärenklau bezeichnete Art wurde bereits vor Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus nach Europa gebracht und noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Zierpflanze in Parks verwendet. Die fatalen Nachteile und das Potenzial einer unkontrollierten Ausbreitung der Pflanze wurden den Menschen erst später bewusst. Heute steht das bis zu 3,5 m hochwachsende Doldengewächs auf der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von großer Bedeutung. Grund hierfür ist nicht nur ihr starkes Vermehrungspotenzial mit bis zu 30.000 Samen pro Pflanze, sondern auch die Fähigkeit, heimische Hochstaudenvegetation oder wertvolle, mit Schlüsselblumen bestandene Feuchtwiesen zu verdrängen. Auch die Gefahr für Erholungssuchende ist nicht zu unterschätzen. Jegliche Berührung mit der gefährlichen Staude ist zu vermeiden. Die Inhaltsstoffe der Pflanze können bei Hautkontakt unter Sonneneinstrahlung zu schmerzhaften und narbenbildenden entzündlichen Hautreaktionen führen.

„Getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, fangen wir deshalb zu einem frühen Zeitpunkt mit der Eindämmung der invasiven Pflanze an. Wenn die Herkulesstaude noch kniehoch ist, lässt sie sich effektiv ausstechen“, so Naturschutzförster Nitsche. Zur dauerhaften Entfernung gilt es, die Pflanze unterhalb ihres Vegetationskegels an der Wurzel auszustechen, bevor neue Samen gebildet werden. Diesen kann man sich etwa wie das dicke Ende einer Möhre vorstellen. Ziel ist es, zuerst die zwei- oder mehrjährigen Pflanzen zu entfernen, bevor sie blühen und dann neue Samen nachliefern und anschließend absterben. Eine besondere Herausforderung sind die großen Reinbestände aus Herkulesstaude mit mehreren Tausend Pflanzen auf den Niemewiesen zwischen Löwenhagen und Bursfelde. Hier versuchen die Landesforsten, sich den Lebenszyklus der Pflanze zu Nutze zu machen, die nach der letzten Blüte abzusterben beginnt. Bei diesen Pflanzen ist Geduld und rechtzeitiges Handeln gefragt. „Wir arbeiten hier mit einem kleinen, ferngesteuerten und selbstfahrenden Mulcher, der auf den schwer zu erreichenden Standorten die Pflanzen herunterschneidet und zerkleinert, nachdem der mit der Blüte einsetzende Absterbeimpuls schon eingesetzt hat, aber bevor die Samen reif sind. Das erfordert gutes Timing und Fingerspitzengefühl“, so Nitsche.

Dann ist über mehrere Jahre hinweg eine kontinuierliche Nachbearbeitung erforderlich, damit in rund fünf Jahren keine keimfähigen Samen mehr im Boden vorhanden sind. Die Landesforsten setzen dabei auch weiterhin auf die Unterstützung durch den NLWKN und die Untere Naturschutzbehörde, um die Maßnahmen zur Eindämmung der Art fortzuführen. „Für einen nachhaltigen Erfolg ist es wichtig, dass sich in den kommenden Jahren auch die umliegenden Kommunen und Grundeigentümer mit der Herkulesstaude auseinandersetzen. Wenn alle Betroffenen gemeinsam an der Eindämmung dieser invasiven Art arbeiten, dann können wir zuversichtlich sein, die vielfältigen Probleme, die invasive Arten bei uns verursachen, gemeinsam in den Griff zu bekommen“, fügt Nitsche hinzu.

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