Maßnahmen rund um das Bunkenmoor werden fortgesetzt

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Naturschutz hat Vorrang: Maßnahmen rund um das Bunkenmoor werden fortgesetzt

(Nienburg) Rund um das Bunkenmoor im Forstamt Nienburg setzen die Niedersächsischen Landesforsten ihre langjährige Arbeit zur Entwicklung und Aufwertung des empfindlichen Moor- und Waldökosystems fort. Aktuell finden in einem von Waldbesucherinnen und Waldbesuchern stark frequentierten Bereich Arbeiten statt. Die Maßnahmen dienen dabei vor allem dem Naturschutz und gehen in ihrer Zielsetzung über die ohnehin hohen Anforderungen des Programms zur Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung (LÖWE) der Niedersächsischen Landesforsten hinaus. Welche Maßnahmen aktuell umgesetzt werden, warum die Spätblühende Traubenkirsche dabei eine besondere Rolle spielt und wie sich das Gebiet langfristig entwickeln soll, erläutert Revierleiter Carsten Markmann bei einem öffentlichen Spaziergang am Donnerstag, 10. September, um 16 Uhr. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich vor Ort über die Arbeiten zu informieren.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Eindämmung der Spätblühenden Traubenkirsche. Die aus Nordamerika stammende Baumart breitet sich in vielen Wäldern stark aus und kann die natürliche Entwicklung standortgerechter heimischer Vegetation beeinträchtigen. Rund um das Bunkenmoor soll ihr Anteil deshalb langfristig deutlich reduziert werden.

Seit der vergangenen Woche ist hierfür ein Bagger mit einem Kneifaggregat im Einsatz. Diese spezielle Technik ermöglicht es, die Traubenkirsche gezielt zu entfernen. Dabei wird die Pflanze nicht einfach möglichst tief abgeschnitten. Stattdessen wird sie so behandelt, dass die Wurzeln weitgehend herausgerissen werden. Dadurch soll ein erneutes Austreiben möglichst verhindert werden.

Für Waldbesucherinnen und Waldbesucher kann diese Arbeitsweise zunächst ungewohnt aussehen: Nach der Bearbeitung können herausgezogene Wurzelteile und Pflanzenreste sichtbar auf der Fläche liegen. Dies ist kein Zeichen dafür, dass die Fläche sich selbst überlassen wird, sondern Teil der gewählten Methode zur nachhaltigen Eindämmung der Traubenkirsche.

Nach Abschluss der Arbeiten mit dem Kneifer ist der Einsatz eines Harvesters vorgesehen. Die Arbeiten werden möglichst boden- und bestandesschonend durchgeführt. Während der laufenden Maßnahmen kann es zeitweise zu Einschränkungen und Behinderungen für Waldbesucher kommen. Die Landesforsten bitten darum, Absperrungen und Hinweise vor Ort unbedingt zu beachten.

Naturschutz geht vor 

Die Arbeiten sind Bestandteil einer langfristig angelegten Entwicklung des Bereichs rund um das Bunkenmoor. Ziel ist es, die natürlichen Funktionen des Moores zu stärken und die angrenzenden Wälder so zu entwickeln, dass sie diese Entwicklung unterstützen.

Insbesondere soll das Bunkenmoor langfristig wieder stärker als naturnaher Lebensraum und Wasserspeicher wirken. Die umliegenden Waldbestände werden deshalb schrittweise so entwickelt, dass sie besser an die Standortbedingungen angepasst sind. Dazu gehört unter anderem das Pflanzen junger Buchen unter bestehenden Nadelholzbeständen. Die neu entstehenden Mischwälder können dazu beitragen, Wasser länger im Waldökosystem zu halten und die Wasserversorgung des Moores zu unterstützen.

„Bei diesen Maßnahmen steht für uns eindeutig der Naturschutz im Vordergrund. Wir entwickeln den Wald hier nicht nur nach den allgemeinen Grundsätzen der multifunktionalen Forstwirtschaft, sondern setzen bewusst einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Moorlebensraumes“, erklärt der Revierförster Carsten Markmann, Leiter der Försterei Krähe.

Die Entwicklung des Gebietes ist dabei keine einmalige Maßnahme. Bereits in den vergangenen Jahren wurden verschiedene Arbeiten durchgeführt. Auch in den kommenden Jahren werden weitere Maßnahmen folgen. Ziel ist eine schrittweise und nachhaltige Entwicklung des gesamten Bereiches und nicht eine kurzfristige Veränderung einzelner Flächen.

Landesforsten laden zum Spaziergang ein 

Wie genau die Maßnahmen aussehen, warum die Traubenkirsche so problematisch ist und welche Entwicklung für das Bunkenmoor und die umliegenden Wälder angestrebt wird, erläutert Revierleiter Markmann bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor Ort.

Interessierte sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit dem Revierförster einen Spaziergang durch den Bereich zu unternehmen und sich die laufenden Maßnahmen aus nächster Nähe erklären zu lassen.

Donnerstag, 10. September 2026, um 16 Uhr

Treffpunkt: großer Wanderparkplatz an der K46 

Die Teilnahme ist kostenlos. Festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung werden empfohlen.

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