Ein Jahr für den Wald und fürs eigene Leben 

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West, Waldpädagogik, WPZ Hahnhorst

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Forstamt Nienburg bietet jungen Menschen praktische Einblicke in Natur, Wald und Waldpädagogik

(Nienburg) Ein Jahr lang raus aus dem Schulalltag, rein in die Natur und dabei herausfinden, wohin der eigene Weg führen soll: Für Hannes Kramer und Celine Lücker ist das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) beim Forstamt Nienburg genau dafür die richtige Gelegenheit. Beide unterstützen derzeit die Arbeit im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst und sammeln dabei vielfältige praktische Erfahrungen.

Der 19-jährige Hannes Kramer hat sein FÖJ im August begonnen. Während seines Abiturs hat er bereits ein Praktikum im Forstamt in Clausthal-Zellerfeld absolviert. Sein Interesse an der Forstwirtschaft wurde unter anderem durch seinen Onkel geweckt, der selbst Forstwirt war. Nach dem FÖJ möchte Kramer Forstwirtschaft studieren.

„Ich möchte in diesem Jahr möglichst viele Bereiche kennenlernen und selbstständiger werden. Für mich geht es auch darum, herauszufinden, was mir wirklich liegt und ein Stück weit erwachsen zu werden“, erzählt Kramer.

Beim TSG Bad Harzburg hat er eine C-Lizenz im Breitensport erworben. Erfahrungen im Umgang mit jungen Menschen bringt er bereits mit. Im Waldpädagogikzentrum kann er diese Erfahrung nun einbringen und Gruppen selbstständig betreuen. „Das Anleiten macht mir Spaß. Man merkt schnell, dass jede Gruppe anders ist und man sich darauf immer wieder neu einstellen muss“, sagt Kramer.

Auch Celine Lücker, 20 Jahre alt und aus Pennigsehl, hat sich ganz bewusst für das FÖJ entschieden. Nach ihrem Abitur hatte sie bereits eine Zusage für ein Forststudium. Statt direkt an die Hochschule zu gehen, entschied sie sich jedoch zunächst für ein Jahr praktische Arbeit im WPZ Hahnhorst.

„Ich wollte nach der Schule nicht sofort mit dem Studium weitermachen, sondern erst einmal praktische Erfahrungen sammeln. Das FÖJ gibt mir die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen und herauszufinden, was wirklich zu mir passt“, sagt Lücker.

Nun möchte sie die Arbeit im Wald und die unterschiedlichen Aufgaben in der Forstwirtschaft aus nächster Nähe kennenlernen. Das FÖJ bietet ihr dafür die Möglichkeit, den Wald nicht nur aus der Perspektive einer Besucherin zu erleben, sondern selbst mit anzupacken und Verantwortung zu übernehmen.

Im FÖJ geht es dabei nicht ausschließlich um den Wald als Arbeitsplatz. Die jungen Menschen lernen ökologische Zusammenhänge kennen, übernehmen Verantwortung und sammeln Erfahrungen im Umgang mit Gruppen. Gerade im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst können sie eigene Ideen einbringen und erleben, wie Naturwissen für Kinder und Jugendliche verständlich und erlebbar vermittelt wird.

Zum abwechslungsreichen Alltag im Waldpädagogikzentrum gehören auch Veranstaltungen mit Schulklassen. Hannes und Celine unterstützen dabei die Angebote der Waldpädagogik und sammeln Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Beim Bogenschießen konnten sie beispielsweise erleben, wie Natur- und Waldwissen mit praktischen Aktivitäten vermittelt werden kann.

Hintergrund:  

Das FÖJ ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen, die sich praktisch für Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit engagieren möchten. Es verbindet die Mitarbeit in einer Einsatzstelle mit begleitenden Bildungsseminaren.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur praktische Tätigkeiten, sondern auch die Auseinandersetzung mit ökologischen, gesellschaftlichen und nachhaltigkeitsbezogenen Fragen. Die Freiwilligen sollen eigene Erfahrungen sammeln, Verantwortung übernehmen und ihre persönlichen und beruflichen Interessen weiterentwickeln.

Ein wichtiger Bestandteil ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dabei geht es darum, Zusammenhänge zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Umwelt und natürlichen Ressourcen zu erkennen.

Beim FÖJ bei den Niedersächsischen Landesforsten kommt die praktische Arbeit im Wald hinzu. Je nach Einsatzstelle können die Freiwilligen beispielsweise Bereiche wie Waldpädagogik, Naturschutz, Umweltbildung und nachhaltige Forstwirtschaft kennenlernen.

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