Tierische Hilfe für die nächste Waldgeneration
Pferde bereiten Waldboden im Deister für natürliche Verjüngung vor
(Lauenau) Im Deister bei Lauenau setzen die Niedersächsischen Landesforsten ausnahmsweise auf tierische Unterstützung beim Waldumbau. Die beiden Kaltblutpferde Arno und Toni haben mit ihrem Besitzer Karsten Wüstefeld den Waldboden in einem Teilbereich bearbeitet. Anders als bei früheren Maßnahmen geht es diesmal nicht um die Vorbereitung einer Pflanzung: Die Fläche soll sich natürlich verjüngen.
Mit einer von den Pferden gezogenen Egge wurde die Rohhumusschicht unter den Bäumen streifenweise beiseitegeschoben. Dadurch wurde der darunterliegende Mineralboden freigelegt. Auf diesen offenen Boden können Samen der umliegenden Bäume fallen und besonders gut keimen.
„Wir wollen der Natur hier den Weg bereiten und schauen, was sie selbst leisten kann“, erklärt Ralph Weidner, Leiter der Försterei Lauenau. „In der Umgebung stehen Eichen, Buchen, Lärchen und Fichten. Aus ihrer Naturverjüngung soll nach und nach die nächste Waldgeneration entstehen.“
Die natürliche Verjüngung ist ein wichtiges Instrument beim Waldumbau im Forstamt Saupark. Bäume, die aus Samen der bereits vorhandenen Bestände entstehen, sind an die Bedingungen des jeweiligen Standortes angepasst. Gleichzeitig kann sich der Wald ohne flächige Pflanzungen und mit unterschiedlichen Baumarten von selbst weiterentwickeln.
Die Maßnahme passt damit auch zu den Grundsätzen des Programms LÖWE, der Langfristigen Ökologischen Wald-Entwicklung. Ziel ist es, stabile, strukturreiche und ökologisch vielfältige Wälder zu entwickeln. Dazu gehört auch, natürliche Prozesse zu nutzen und die natürliche Verjüngung vorhandener Bäume zu fördern.
Der Einsatz der Pferde schont dabei den Waldboden. Gerade auf empfindlichen oder nassen Böden können Pferde Arbeiten übernehmen. Durch das geringe Gewicht der eingesetzte Arbeitsgeräte und die punktuelle Belastung wird der Boden weniger beansprucht. Zu einer Dauerlösung für die Waldbewirtschaftung wird der Einsatz von Pferden allerdings nicht.
„Die Pferde können dort eine sinnvolle Ergänzung sein, wo der Einsatz von Maschinen aufgrund der örtlichen Bedingungen nicht möglich oder nicht sinnvoll ist“, so Weidner. „Wir schaffen hier lediglich die Voraussetzungen. Was anschließend auf der Fläche wächst, soll die Natur entscheiden.“
Arno und Toni sind dabei allerdings keine Dauergäste im Wald: Nach einigen Stunden konzentrierter Arbeit brauchen die beiden Kaltblüter eine Pause. Ihr Einsatz bleibt deshalb auf geeignete Flächen und Arbeiten begrenzt. Für den Waldumbau können sie dennoch eine wertvolle Ergänzung zu den modernen Verfahren der Forstwirtschaft sein.
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