Azaleen und Rhododendren blühen im Forstbotanischen Garten
Zwei Wochen lang leuchten bunte Farbtupfer in Mündens grüner Oase
(Hann.Münden) Der Forstbotanische Garten in Hann. Münden leuchtet derzeit in besonders kräftigen Farben. Aktuell blühen Azaleen und Rhododendren an verschiedenen Stellen in der weitläufigen Parkanlage. Darauf macht jetzt das Forstamt Münden der Niedersächsischen Landesforsten aufmerksam. Noch zwei bis drei Wochen lang wird die Blüte andauern, hoffen Forstleute und Botaniker. Eine Azalee aus dem östlichen Nordamerika präsentiert sich mit porzellanrosa Blüte und verströmt einen angenehmen Duft. „Wer sich neben den Strauch stellt, die Augen schließt und den Duft tief einatmet, ist nach wenigen Minuten entspannt und fängt an zu schweben“, schwärmt Volker Meng. Der Pflanzenkundler engagiert sich im Förderverein Forstbotanischer Garten Hann. Münden. Er kennt die Vielfalt der Bäume und Sträucher und weiß um ihre Eigenschaften. Rund 30 verschiedene Rhododendren-Sorten und -Arten wachsen laut Meng in Mündens grüner Oase.
Einstiger Lernort für Forstleute ist Quelle der Erholung für Spaziergänger
Marco Brandau betreut den Botanischen Garten, der Teil seiner Försterei Kattenbühl ist. Revierförster Brandau ist Ausbilder bei den Niedersächsischen Landesforsten. Er bereitet gerade eine junge Kollegin auf die Laufbahnprüfung vor: Anna Kirchhoff ist Forstinspektor-Anwärterin mit abgeschlossenem Forststudium. Sie will möglichst alle Aufgaben kennenlernen, die im Revier anfallen. „Ein Forstbotanischer Garten ist allerdings selten, zumal mit so vielen exotischen Baum- und Straucharten wie hier in Hann. Münden. Manche Bäume sind schon sehr alt. Als sogenannte Champion Trees – das sind international ausgezeichnete Rekordbäume – ziehen sie Besucherinnen und Besucher aus fernen Ländern an“, erzählt die Forstfrau begeistert. Die Anwärterin schätzt das Wissen und die Artenkenntnis von Volker Meng. Neue Bäume im Park zu entdecken sei mit ihm viel spannender als mit einer Baum-App, freut sie sich. „Wie ein wandelndes Lexikon und spannender als eine Botanik-Vorlesung versprüht er sein Wissen“, kommentiert Anna Kirchhoff den Rundgang mit Volker Meng durch das Blütenmeer im Herzen von Hann. Münden am vergangenen Dienstag.
Hintergrund (Quelle Wikipedia)
Der Forstbotanische Garten auf dem Gelände der Forstakademie in Hannoversch Münden wurde 1870 eröffnet. Er bestand aus einem kleinen Garten als Arboretum und einem großen Garten auf etwa 5 Hektar Fläche. Im großen Garten wurden zunächst forstliche Versuche durchgeführt und Obstbäume gezogen, später wurde er ebenfalls zum Arboretum. 1895 verfügte der Garten über 210 Arten von Eichen, 881 Formen von Rosengewächsen, 312 Arten Heckenkirschen und 574 Weidenarten. Während des Zweiten Weltkriegs kam es durch Bombenangriffe auf den nahe gelegenen Güterbahnhof zu schweren Schäden im Forstbotanischen Garten. Im Laufe der Zeit wurde der Garten, unter anderem durch Straßenbau, auf 2,5 Hektar verkleinert. Nach der Verlegung der Forstlichen Fakultät nach Göttingen 1970 und dem Abriss des 1872 erbauten Fakultätsgebäudes 1974 verblieb als letzter Überrest der forstlichen Tradition in Hannoversch Münden der Forstbotanische Garten. 1988 wurde er als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Fotodownload frei mit dieser PI (Quelle Landesforsten):
https://nlf.pixxio.media/share/1778575557wa7Qhp0iWfjggg
Bildunterschrift: Volker Meng vom Förderverein des Forstbotanischen Gartens (rechts im Bild) zeigt Forstanwärterin Anna Kirchhoff vom Forstamt Münden blühende Rhododendren und Azaleen.
