Nach 50 Jahren im Dienst des Waldes: Revierförster Karl Kühn geht in den Ruhestand
(Göhrde) Ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten Arbeitstag im Wald verabschieden die Niedersächsischen Landesforsten Revierförster Karl Kühn in den Ruhestand. Am 2. August 1976 begann der damals 16-Jährige sein Praktikum in der Revierförsterei Wustrow – genau 50 Jahre später feiert er gemeinsam mit Wegbegleitern seinen Abschied. Seine aktive Dienstzeit endete auf eigenen Wunsch zum 31. Juli 2026. Friedrich Schüssler übernimmt das Revier.
Karl Kühn wächst in der Region Lüchow in Tarmitz auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb auf und begeistert sich früh für die Natur.
Nach Praktikum, Studium der Forstwirtschaft und Vorbereitungsdienst trat Karl Kühn 1984 in den Dienst der Niedersächsischen Landesforstverwaltung ein. Zunächst war er in den Forstämtern Harsefeld und Göhrde tätig, bevor er 1993 die Büroleitung im damaligen Staatlichen Forstamt Lüchow übernahm. Die verschiedenen Strukturreformen der Landesforstverwaltung und später der Niedersächsischen Landesforsten begleiteten seinen beruflichen Werdegang über viele Jahre.
Mit der Gründung der Niedersächsischen Landesforsten im Jahr 2005 kehrte Karl Kühn in den Revierdienst zurück und übernahm die Revierförsterei Leitstade im Forstamt Göhrde. Nach mehreren internen Neuorganisationen betreute er zuletzt die Revierförsterei Zienitz, deren Zuschnitt sich im Laufe der Jahre mehrfach veränderte und heute eine Größe von 2800 Hektar aufweist. Trotz aller Veränderungen blieb eines konstant: seine enge Verbundenheit mit den Wäldern im nordöstlichen Niedersachsen.
Besonders am Herzen lag Karl Kühn der Waldbau in den Kiefern- und Eichenwäldern der Region. Mit großer Fachkenntnis und Weitblick begleitete er den Umbau und die Pflege der Wälder. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre weit über seine eigentlichen Aufgaben hinaus. So war er 27 Jahre als forstlicher Flugbeobachter im Feuerwehrflugdienst Niedersachsen im Einsatz und über zwei Jahrzehnte Waldbrandbeauftragter für den Gefahrenbezirk Hitzacker. Seit rund 30 Jahren führt er außerdem Hannoversche Schweißhunde und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur tierschutzgerechten Nachsuche. In den vergangenen Jahren engagierte sich Kühn zudem als Ausbilder für den forstlichen Nachwuchs. Insgesamt begleitete er zwölf Anwärterinnen und Anwärter auf ihrem Weg in den Revierdienst und gab dabei seine langjährige Erfahrung und seine hohe fachliche Kompetenz an die nächste Förstergeneration weiter.
„Wenn ich auf die vergangenen 50 Jahre zurückblicke, überwiegt vor allem die Dankbarkeit. Ich durfte einen Beruf ausüben, der mir jeden Tag Freude bereitet hat, und die Entwicklung unserer Wälder über Jahrzehnte begleiten. Es ist ein gutes Gefühl, das Revier nun an einen jungen Kollegen zu übergeben, der hier verwurzelt ist und mit viel Engagement an die Aufgabe herangeht. Besser könnte der Übergang für mich kaum sein.“, sagt Karl Kühn.
Auch im Ruhestand wird Karl Kühn seiner Leidenschaft für Holz und Wald treu bleiben. Ein besonderes Projekt wartet bereits auf ihn: Sein junger Hannoverscher Schweißhund soll in den kommenden Jahren sorgfältig für die Nachsuche ausgebildet werden. Künftig möchte er sich auch verstärkt seinem handwerklichen Hobby widmen und in seiner Werkstatt zahlreiche Holzprojekte verwirklichen. Daneben bleibt der sportlich Aktive dem Laufsport verbunden und freut sich auf mehr Zeit mit seiner Familie.
Mit Heimatverbundenheit in die neue Aufgabe
Zum 1. August 2026 übernimmt Friedrich Schüssler die Leitung der Revierförsterei Zienitz. Der neue Revierförster stammt aus der Gemeinde Göhrde und ist auf einem forst- und landwirtschaftlichen Familienbetrieb aufgewachsen. Schon früh entwickelte er seine Begeisterung für den Wald. Nach dem Fachabitur absolvierte er ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Waldpädagogikzentrum des Forstamtes Oerrel, bevor er von 2011 bis 2014 seine Ausbildung zum Forstwirt bei den Niedersächsischen Landesforsten im selbigen Forstamt absolvierte. Nach einigen Jahren als Forstwirt studierte er Forstwirtschaft an der HAWK Göttingen. Es folgten die Anwärterzeit bei HessenForst und eine Tätigkeit bei den Stiftungsforsten in Hessen. Seit 2022 unterstützt er als Flexiförster das Forstamt Göhrde bei Reviervertretungen und vielfältigen forstlichen Aufgaben.
„Ich wollte immer beruflich in meiner Heimatregion bleiben. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich die Revierförsterei Zienitz übernehmen darf. Durch meine Tätigkeit im Forstamt Göhrde kenne ich das Revier bereits gut und konnte mich in den vergangenen Monaten intensiv einarbeiten. Das ist ein großer Vorteil und erleichtert den Start erheblich“, sagt Friedrich Schüssler.
Gemeinsam mit seiner Familie zieht Friedrich Schüssler in das Dienstgehöft in Göhrde und wird von dort aus künftig die Revierförsterei leiten. Mit dem Wechsel endet für Karl Kühn eine außergewöhnlich lange Laufbahn im Dienst der Niedersächsischen Landesforsten – und zugleich beginnt für die Revierförsterei Zienitz ein neues Kapitel.
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