Seeadler brütet erneut erfolgreich in der Region Dobbelstein
Seeadler brütet erneut erfolgreich in der Region Dobbelstein
Ein Jungvogel hat Horst verlassen
Am Himmel über der Weser zeigt sich eine imposante Erscheinung: Ein Seeadler zieht majestätisch seine Kreise über der Landschaft. Seit 2015 brütet ein Seeadlerpaar in der Region – auch in diesem Jahr mit Erfolg: Ein Jungvogel konnte den Horst verlassen.
Das Nest, auch Horst genannt, hat eine besondere Geschichte: „Ursprünglich wurde es von einem Schwarzstorchpaar genutzt, vor über zehn Jahren besetzte jedoch ein Seeadlerpärchen den Horst und brütet seither jedes Jahr dort“, erläutert Stefan Körbel vom Forstamt Oldendorf der Niedersächsischen Landesforsten. Seeadler leben als Paar ein Leben lang zusammen. In einem passenden Bruthabitat nutzen sie ihren Horst jedes Jahr erneut. Das Nest wird dabei jedes Mal vom Vogelpaar gemeinsam erweitert, weshalb der Horst sehr groß werden kann – bis zu zwei Meter im Durchmesser. „Vor einigen Jahren fiel der Horst bei einem Sturm herunter. Wir errichteten daraufhin einen Holzrahmen in einem benachbarten Baum und setzten den Horst wieder hinein, zum Glück wurde er von dem Seeadlerpaar erneut angenommen“, berichtet Körbel. Zur wissenschaftlichen Beobachtung wurden zudem Kameras installiert, die wertvolle Einblicke in das Brutverhalten und die Entwicklung der Jungvögel liefern.
Der Seeadler ist der größte heimische Greifvogel Deutschlands. Seine Flügelspannweite kann bis zu 2,4 Meter betragen, im Flug wirkt er dadurch wie ein „fliegendes Brett“. Das Gefieder ist dunkelbraun. Bei Jungvögeln sind Kopf und Schwanz dunkel gefärbt, auch der Schnabel ist schwarz. Mit zunehmendem Alter hellt sich das Kopfgefieder auf, die Schwanzfedern werden weiß und der kräftige Schnabel nimmt eine gelbe Färbung an. Seeadler bauen ihreHorste in alten Bäumen, in der Nähe von Flüssen, großen Seen oder der Küste.
Erst seit den 1990er-Jahren erholen sich die Bestände wieder deutlich. Im 20. Jahrhundert stand der Seeadler in Europa vor dem Aussterben. Intensive Bejagung aus Sorge, er könne Nutzgeflügel reißen sowie die Zerstörung seines Lebensraumes und die Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln, führten zu einem drastischen Bestandsrückgang. Mittlerweile gilt der Bestand dieser Tiere als ungefährdet. Dazu beigetragen haben umfangreiche Schutzmaßnahmen, wie der Erhalt von Altbäumen, der Schutz von Horststandorten und das Verbot von kritischen Chemikalien in der Landwirtschaft.
Heute profitiert der Seeadler von einem intakten Lebensraum und ausreichend Nahrung. „Während der Brut im Frühjahr reagieren die Tiere besonders empfindlich auf Störungen, deshalb richten wir jedes Jahr eine großräumige Schutzzone um den Horst ein, damit Beunruhigungen, beispielsweise durch Spaziergänger, vermieden werden“, erläutert Körbel. Als Standvogel bleiben Seeadler auch im Winter hier und finden in der Auenlandschaft Hohenrode reichlich Beute: Fische, Säugetiere, Vögel und auch Aas gehören zu ihrem Nahrungsspektrum.
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