Wald mit allen Sinnen erleben: 375 Kinder bei den Waldjugendspielen in Rotenburg
Zehn Grundschulen aus dem Altkreis Rotenburg (Wümme) waren mit ihren 4. Klassen im Wald unterwegs – 18 Stationen sorgten für Wissen, Bewegung und jede Menge Spaß
(Rotenburg) Was haben eine Buchecker, ein Fichtenzapfen und eine Eichel gemeinsam? Wie weit springt ein Reh? Welche Spuren hinterlässt ein Wildschwein? Und was passiert eigentlich, wenn im Wald ein Feuer ausbricht? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich am 15. und 16. September 375 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen bei den Waldjugendspielen des Niedersächsischen Forstamtes Rotenburg.
An zwei Tagen ging es für die Kinder aus zehn Schulen durch den Wald rund um die „Südliche Ahe“ hinter dem Forstamt Rotenburg. Der Start- und zugleich Endpunkt war der Ahe-Spielplatz. Von dort führte der Parcours über die Waldwege der Revierförsterei Spange zu insgesamt 18 Stationen. Begrüßt wurden die Klassen von Forstamtsleiter Georg Bosselmann.
Dabei ging es nicht darum, möglichst viele Fragen auswendig beantworten zu können. Die Kinder sollten den Wald erleben, genau hinschauen, ausprobieren und dabei ganz nebenbei Neues lernen. Entsprechend abwechslungsreich waren die Aufgaben.
Wissen, Bewegung und Natur zum Anfassen
An den Stationen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit den heimischen Baumarten und ihren unterschiedlichen Merkmalen. Sie erfuhren, wie ein Forstwirt arbeitet und welche Werkzeuge im Forst zum Einsatz kommen. Auch Wildtiere und ihre Lebensräume, die Vogelwelt, Waldbrand und Müll im Wald waren Themen.
An anderen Stationen stand die Bedeutung des Waldes für den Menschen im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass Wald weit mehr ist als eine Ansammlung von Bäumen: Er liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz, bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen, schützt Boden und Wasser und ist gleichzeitig ein wichtiger Ort für Erholung.
Doch auch der Spaß kam nicht zu kurz. Beim Tierweitsprung konnten die Kinder ihre eigene Sprungkraft mit der verschiedener Waldtiere vergleichen, beim Zapfenwurf waren Geschicklichkeit und Zielgenauigkeit gefragt. Beim Photosyntheselauf wurde Wissen mit Bewegung verbunden.
Besonders beliebt waren die Stationen, an denen der Wald mit allen Sinnen entdeckt werden konnte. Die Kinder mussten Felle und Schädel verschiedener Tiere zuordnen und benennen oder den Inhalt von Fühlkisten erraten. Darin versteckten sich unter anderem Eicheln, Fichtenzapfen und Bucheckern.
„Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder an die Aufgaben herangegangen sind. Manche wussten schon erstaunlich viel über den Wald, andere haben vieles an diesem Tag zum ersten Mal entdeckt. Am Ende hatten aber alle etwas gelernt und vor allem viel Spaß dabei“, sagt Christina Heilemann vom Forstamt Rotenburg.
Viele Helfer machen die Waldjugendspiele möglich
Damit die 18 Stationen an beiden Tagen besetzt werden konnten, waren zahlreiche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Unterstützt wurde das Forstamt Rotenburg von den Leitern der Waldpädagogikzentren (WPZ) Harsefeld, Sellhorn und Nienburg sowie von Mitarbeitenden aus allen Bereichen des Forstamtes. Auch die Auszubildenden des dritten Lehrjahres des Forstamtes Rotenburg, Uni-Praktikanten aus den Forstämtern Sellhorn und Nienburg sowie Lehrkräfte und Eltern der teilnehmenden Schulen halfen bei der Durchführung.
„Die Waldjugendspiele sind eine Gemeinschaftsleistung. Ohne die vielen Kolleginnen und Kollegen und die Unterstützung aus den Waldpädagogikzentren, den Schulen und durch unsere Auszubildenden wäre ein solcher Parcours mit so vielen Stationen nicht möglich“, betont Heilemann.
Das Wetter spielte ebenfalls mit: Bei Sonnenschein und rund 20 Grad konnten die Kinder den Wald an beiden Tagen bei besten Bedingungen erkunden.
Zwei Siegerklassen mit besonderem Waldpreis
Am Ende wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen ausgewertet. Am 15. September erreichte die Klasse 4b der Grundschule am Buchenende aus Bötersen den ersten Platz. Am 16. September setzte sich die Klasse 4b der Stadtschule Rotenburg gegen die anderen Gruppen durch.
Beide Siegerklassen erhielten neben einer Urkunde einen besonderen Preis: einen Gutschein für einen gemeinsamen Tag mit einem Waldpädagogen. Für die jeweils zweitplatzierten Gruppen gab es ebenfalls eine Urkunde sowie eine Abwurfstange eines Damhirsches als ungewöhnlichen „Pokal“.
Für Christina Heilemann steht dabei aber nicht allein der Wettbewerb im Vordergrund: „Natürlich freuen sich die Kinder über einen ersten oder zweiten Platz. Viel wichtiger ist uns aber, dass sie den Wald an diesen beiden Tagen mit anderen Augen sehen. Wenn sie nach Hause gehen und ihren Eltern erzählen, welche Tiere hier leben, warum Müll im Wald problematisch ist oder wie ein Baum eigentlich wächst, dann haben wir schon viel erreicht.“
Die Waldjugendspiele sollen auch im kommenden Jahr wieder vom Forstamt Rotenburg organisiert werden. Erste Vorbereitungen laufen bereits.
Bilder (Heilemann/Landesforsten) zum kostenlosen Download finden Sie hier.
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